Die Investoren haben nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten aus den USA und vor einem potenziell ereignisreichen Wochenende kalte Füße bekommen und sich aus Aktien weiter zurückgezogen. Die Situation im Nahen Osten verbessert sich nicht und es sieht derzeit nicht nach einem Mehrere-Tage-Krieg, sondern eher nach einer beinahe unendlichen Geschichte aus. Immer neue Wendungen und Ereignisse zeigen auf, wie komplex die Situation ist und dass sich dieser Krieg grundlegend von den anderen militärischen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre unterscheidet. Damit springt die Börsenampel im DAX zunächst auf Rot.
Mit dem Erreichen der 90-Dollar-Marke hat der Preis der Rohölsorte Brent die Strapazitätsgrenze vieler Ökonomen erreicht. Der Internationale Währungsfonds hat bereits darauf hingewiesen, dass eine jeweilige Steigerung des Rohölpreises um zehn Prozent die globale Inflationsentwicklung um 0,4 Prozent dynamisieren und das Wirtschaftswachstum zwischen 0,1 und 0,2 Prozent beeinträchtigen könnte. Insbesondere die rohstoffarmen Industrieländer in Europa und in Asien wären in erster Linie davon betroffen.
Auch die heute vorgelegten Konjunkturdaten für die Eurozone lieferten keinen Grund für Freudensprünge. So blieb die Wachstumsrate leicht hinter den Erwartungen zurück und zeigt eindrucksvoll, wie fragil der aktuelle Wirtschaftsaufschwung in Europa ist. Kommen jetzt noch die Einflüsse der bereits angesprungenen Energiepreise auf die zukünftige Konjunkturentwicklung hinzu, sollte sich die Stimmung in den Unternehmen und Haushalten rasch wieder eintrüben.
Wasser auf die Mühlen der Skeptiker stellten dann am Nachmittag noch die US-Arbeitsmarktdaten dar. Sie zeigten mit 92 000 verloren gegangenen Stellen im Februar nicht nur einen starken Rückgang der Beschäftigten, sondern das auch noch bei gleichzeitig steigenden Stundenlöhnen. Die Einzelhandelsumsätze in den USA fielen zwar nicht so stark wie befürchtet. Insgesamt aber lassen die Daten neben den geopolitischen nun auch noch die konjunkturellen Risiken wieder steigen. Die Wall Street quittiert diese Daten mit weiter fallenden Notierungen.
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