DJ XETRA-SCHLUSS/DAX fällt mit ungebremstem Ölpreisanstieg weiter
DOW JONES--Am deutschen Aktienmarkt ist es am Freitag erneut nach unten gegangen. Auf die Stimmung der Börsianer drückte die rasante Aufwärtsbewegung der Ölpreise, was Inflationssorgen weiter anfachte. Der Preis der Nordseesorte Brent machte einen Satz um über 6 Prozent auf gut 91 Dollar und damit das höchste Niveau seit Beginn des Krieges vor knapp einer Woche.
"Die Situation im Nahen Osten verbessert sich nicht und es sieht derzeit nicht nach einem Mehrere-Tage-Krieg, sondern eher nach einer beinahe unendlichen Geschichte aus... Damit springt die Börsenampel im DAX zunächst auf Rot", hieß es bei CMC. Der DAX verlor nach einer Erholung von den Tagestiefs im späten Handel 0,9 Prozent auf 23.591 Punkte.
Für Wasser auf die Mühlen der Skeptiker sorgten außerdem sehr schwache US-Arbeitsmarktdaten. Sie zeigten mit 92 000 verloren gegangenen Stellen im Februar unerwartet einen starken Rückgang der Beschäftigung, und das bei gleichzeitig steigenden Stundenlöhnen. "Die Einzelhandelsumsätze in den USA fielen zwar nicht so stark wie befürchtet. Insgesamt aber lassen die Daten neben den geopolitischen nun auch noch die konjunkturellen Risiken wieder steigen", so CMC weiter.
"Wir glauben daher, dass Abwarten derzeit der beste Ansatz ist", hieß es von den Analysten von Citi. "Letztendlich bedarf es eines Höchststandes beim Ölpreis für eine Entwarnung."
Infineon DAX-Schlusslicht nach UBS-Abstufung
Im DAX waren Infineon das Schlusslicht, die Aktie sackte um fast 7 Prozent ab. Die Analysten der UBS hatten ihre Empfehlung auf "Hold" von "Buy" gesenkt, weil sie Risiken durch ein begrenztes KI-Umsatzziel bis 2027 sehen. Daneben monieren sie eine schwächere Nachfrage aus China und eine verzögerte Margenverbesserung.
Heidelberg Materials büßten 3,3 Prozent ein. Das Unternehmen hat ein Zementwerk in Paderborn angesichts der schwachen Baunachfrage stillgelegt.
Am besten hielten sich im DAX Rheinmetall mit einem Plus von 2,9 Prozent. Daneben waren auch andere Rüstungswerte vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage gesucht. Im MDAX ging es für Hensoldt um 2,6 und für Renk sogar um über 7 Prozent nach oben. TKMS verteuerten sich um 3,3 Prozent.
Lanxess knickten um 17,4 Prozent ein. Das Spezialchemieunternehmen kann Anteile an dem mit dem Finanzinvestor Advent betriebenen Gemeinschaftsunternehmen Envalior nicht wie geplant im laufenden Jahr verkaufen. Advent übernimmt die von Lanxess im September bereits angedienten Anteile nicht und beruft sich auf einen vertraglich festen Finanzierungsvorbehalt. Geplant war eigentlich, dass Lanxess für rund 1,2 Milliarden Euro aus dem Gemeinschaftsunternehmen aussteigt.
Lufthansa zeigten sich von Geschäftszahlen kaum bewegt. Die Airline erzielte im vergangenen Jahr den höchsten Umsatz ihrer Geschichte und steigerte ihr operatives Ergebnis zweistellig. Der Cashflow fiel deutlich besser aus als prognostiziert. Die Prognose für 2026 falle zwar robust aus, doch der Nahost-Konflikt habe die Unsicherheit für den Ausblick erhöht, kommentierten die Analysten von JP Morgan.
Für den Kurs von Eckert & Ziegler ging es um 1,0 Prozent aufwärts. Die Aktionäre des Medizintechnikunternehmens sollen für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 22 Cent je Anteilsschein bekommen, bereinigt sind das 5 Cent mehrt als im Vorjahr.
Index zuletzt +/- % +/- % YTD
DAX 23.591 -0,9 -3,9
DAX-Future 23.656 -0,7 -3,7
XDAX 23.643 -0,7 -3,8
MDAX 29.483 -0,7 -3,5
TecDAX 3.607 -1,5 -0,4
SDAX 17.233 -0,4 0,2
zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 127,03 -15
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mpt/gos
(END) Dow Jones Newswires
March 06, 2026 11:51 ET (16:51 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
