DJ MÄRKTE EUROPA/Börsenampel auf Rot - Brent-Öl steigt auf über 91 Dollar
DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkten ist es am Freitag erneut nach unten gegangen. Auf die Stimmung der Börsianer drückte die rasante Aufwärtsbewegung der Ölpreise, was Inflationssorgen weiter anfachte. Der Preis der Nordseesorte Brent machte einen Satz um über 8 Prozent auf gut 92 Dollar und damit das höchste Niveau seit Beginn des Krieges vor knapp einer Woche.
Der DAX verlor 0,9 Prozent auf 23.591 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 1,1 Prozent nach unten. Der Dollar war in seiner Funktion als sicherer Hafen tendenziell weiter gesucht. Der Euro ging zuletzt mit rund 1,16 Dollar um, hatte im Tagestief aber auch schon bei unter 1,1550 gelegen. Beim Gold tat sich wenig, der Preis stieg um 0,7 Prozent auf 5.112 Dollar.
Bremsend wirkte der fortgesetzte Anstieg der Renditen am Anleihemarkt vor dem Hintergrund der steigenden Ölpreise. Die deutsche Zehnjahresrendite lag zuletzt bei 2,86 Prozent, das sind rund 20 Basispunkte mehr als vor Ausbruch des Krieges. An den Zinsmärkten wird nicht mehr - wie noch Ende vergangener Woche - damit gerechnet, dass der nächste Schritt der EZB eine Zinssenkung sein wird. Stattdessen wir inzwischen eher über eine Zinserhöhung spekuliert angesichts des zu erwartenden Inflationsanstiegs.
Für Wasser auf die Mühlen der Skeptiker sorgten außerdem sehr schwache US-Arbeitsmarktdaten. Sie zeigten mit 92 000 verloren gegangenen Stellen im Februar unerwartet einen starken Rückgang der Beschäftigung, und das bei gleichzeitig steigenden Stundenlöhnen. "Die Einzelhandelsumsätze in den USA fielen zwar nicht so stark wie befürchtet. Insgesamt aber lassen die Daten neben den geopolitischen nun auch noch die konjunkturellen Risiken wieder steigen", so CMC weiter.
"Wir glauben daher, dass Abwarten derzeit der beste Ansatz ist", hieß es von den Analysten von Citi. "Letztendlich bedarf es eines Höchststandes beim Ölpreis für eine Entwarnung."
Am Aktienmarkt waren angesichts der geopolitischen Lage Rüstungsaktien gesucht. Rheinmetall gewannen 2,9 Prozent, Leonardo 3,4 Prozent und .Thales 2,0 Prozent. Im MDAX ging es für Hensoldt um 2,6 und für Renk sogar um über 7 Prozent nach oben. TKMS verteuerten sich um 3,3 Prozent.
In Zürich verloren Roche 2,9 Prozent, in Kopenhagen stürzten Zealand um 36,4 Prozent ab, nachdem ein von beiden Unternehmen gemeinsam entwickeltes Adipositas-Medikament in einer Studie enttäuscht hatte.
Infineon DAX-Schlusslicht nach UBS-Abstufung - Lanxess stürzen ab
Im DAX waren Infineon das Schlusslicht, die Aktie sackte um fast 7 Prozent ab. Die Analysten der UBS hatten ihre Empfehlung auf "Hold" von "Buy" gesenkt, weil sie Risiken durch ein begrenztes KI-Umsatzziel bis 2027 sehen. Daneben monieren sie eine schwächere Nachfrage aus China und eine verzögerte Margenverbesserung. Aber auch andere Aktien aus dem Sektor standen unter Druck: ASML verloren 3,3 und STMicro 5,1 Prozent. Der Stoxx-Technologieindex war mit einem Minus von 2,0Prozent das Branchen-Schlusslicht.
Im MDAX knickten Lanxess um 17,4 Prozent ein. Das Spezialchemieunternehmen kann Anteile an dem mit dem Finanzinvestor Advent betriebenen Gemeinschaftsunternehmen Envalior nicht wie geplant im laufenden Jahr verkaufen. Advent übernimmt die von Lanxess im September bereits angedienten Anteile nicht und beruft sich auf einen vertraglich festen Finanzierungsvorbehalt. Geplant war eigentlich, dass Lanxess für rund 1,2 Milliarden Euro aus dem Gemeinschaftsunternehmen aussteigt.
Lufthansa zeigten sich von Geschäftszahlen kaum bewegt. Die Airline erzielte im vergangenen Jahr den höchsten Umsatz ihrer Geschichte und steigerte ihr operatives Ergebnis zweistellig. Der Cashflow fiel deutlich besser aus als prognostiziert. Die Prognose für 2026 falle zwar robust aus, doch der Nahost-Konflikt habe die Unsicherheit für den Ausblick erhöht, kommentierten die Analysten von JP Morgan.
Index Schluss Entwicklung in % Seit Jah Euro-Stoxx-50 5.720 -1,09 -0,15 Stoxx-50 4.991 -0,92 2,43 Stoxx-600 599 -1,02 2,13 DAX 23.591 -0,94 -2,75 FTSE-100 London 10.414 -1,24 4,86 CAC-40 Paris 8.046 -0,65 -1,27 AEX Amsterdam 996 -1,52 4,65 ATHEX-20 Athen 5.526 -2,48 3,27 BEL-20 Br ssel 5.260 -1,24 3,58 BUX Budapest 125.158 -2,61 12,72 OMXH-25 Helsinki 5.976 -0,52 4,78 OMXC-20 Kopenhagen 1.436 -1,23 -10,72 PSI 20 Lissabon 8.932 0,15 8,09 IBEX-35 Madrid 17.245 -0,99 -0,36 FTSE-MIB Mailand 44.609 -1,02 -0,75 OBX Oslo 1.838 0,20 15,04 PX Prag 2.623 -1,16 -2,34 OMXS-30 Stockholm 3.077 -1,26 6,74 WIG-20 Warschau 120.677 -1,83 4,85 ATX Wien 5.437 -0,62 2,08 SMI Zürich 13.298 -1,52 0,23 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 18:12 EUR/USD 1,1597 -0,1 -0,0010 1,1607 1,1578 EUR/JPY 182,85 -0,0 -0,0200 182,87 182,5300 EUR/CHF 0,9017 -0,5 -0,0046 0,9063 0,9057 EUR/GBP 0,8656 -0,4 -0,0033 0,8689 0,8691 USD/JPY 157,65 +0,1 0,0800 157,57 157,6400 GBP/USD 1,3393 +0,3 0,0038 1,3355 1,3317 USD/CNY 6,8965 +0,1 0,0053 6,8912 6,8912 USD/CNH 6,8957 -0,3 -0,0211 6,9168 6,9126 AUS/USD 0,7016 +0,1 0,0010 0,7006 0,7002 Bitcoin/USD 68.510,55 -3,7 -2.631,66 71.142,21 71.158,74 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 90,06 +11,2 9,05 81,01 Brent/ICE 92,29 +8,1 6,88 85,41 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 5.136,00 +1,2 59,41 5.076,59 Silber 83,73 +1,9 1,56 82,17 Platin 2.129,70 +0,4 7,95 2.121,75
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mpt/gos
(END) Dow Jones Newswires
March 06, 2026 12:15 ET (17:15 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
