NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Montag im frühen Handel wegen der sich weiter verschärfenden Lage im Nahen Osten ihren Höhenflug der vergangenen Woche fortgesetzt. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Marke Brent stieg in den ersten Handelsstunden der Woche um bis zu ein Fünftel auf 111 Dollar. Das Niveau konnte er aber nicht ganz halten, lag allerdings kurz nach Mitternacht mit etwas mehr als 107 Dollar immer noch knapp 16 Prozent im Plus.
Damit kletterte der Preis für die Referenzsorte des Großteils der weltweit gehandelten Ölsorten auf den höchsten Stand seit Juli 2022. Seit dem Start des Iran-Kriegs vor etwas mehr als einer Woche beläuft sich das Plus auf fast 50 Prozent.
Noch etwas stärker fiel der Anstieg bei der US-Sorte WTI aus. Dieses verteuerte sich in der Nacht auf Montag um bis zu 22 Prozent auf etwas mehr als 111 Dollar. Zuletzt lag der Preis bei knapp 107 Dollar und damit etwas mehr als 17 Prozent über dem Stand vom Freitagabend. Damit baute WTI-Öl das Plus seit dem Angriff Israels und der USA auf den Iran auf knapp 60 Prozent aus.
Viele Investoren fürchten, dass die Lage im Nahen Osten weiter eskaliert und die Ölproduktion in der Region nachhaltig beeinträchtigt wird und deshalb erst einmal sinken wird.
Am Sonntag hatte das zuständige Gremium im Iran nach dem Tod des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei dessen Sohn zum Nachfolger berufen. Der 56-jährige Modschtaba Chamenei wird in dem Amt, das die oberste geistliche Autorität und die Rolle des Staatsoberhaupts vereint, künftig das letzte Wort in allen politischen und militärischen Belangen haben.
US-Präsident Donald Trump hatte jüngst bereits deutlich gemacht, dass er den Chamenei-Sohn als neues staatliches Oberhaupt ablehne. Die Entscheidung wurde nach Mitternacht Ortszeit verkündet - nach einem Tag, der mit der Bombardierung eines Öllagers in Teheran begonnen hatte. Dichte Rauchschwaden hatten den Himmel über der Hauptstadt bedeckt. Aufnahmen nach dem Angriff am Samstagabend zeigten einen gewaltigen Feuerball.
Ajatollah Ali Chamenei war bei einem israelischen Luftangriff am 28. Februar in Teheran getötet worden. Das israelische Militär drohte, dass auch der Nachfolger nicht sicher sei. "Die Hand des Staates Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen, und jeden, der einen Nachfolger zu ernennen versucht", hieß es in einem Post auf Farsi auf der Plattform X. Ähnlich hatte sich auch US-Präsident Donald Trump geäußert./zb
