LONDON (dpa-AFX) - Die Finanzminister führender Industriestaaten (G7) werden laut einem Zeitungsbericht im Lauf des Tages in einer Dringlichkeitssitzung über eine mögliche gemeinsame Freigabe von Erdölreserven unter der Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) beraten. Ziel der Sitzung sei es, den durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten Ölpreisanstieg abzufedern, berichtet die "Financial Times" am Montag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen, darunter ein hochrangiger G7-Vertreter.
Die Minister und IEA-Direktor Fatih Birol sollen demnach um 8.30 Uhr New Yorker Zeit (14.30 Uhr MEZ) telefonieren, um die Auswirkungen des Iran-Krieges zu erörtern. Wie die Zeitung weiter berichtet, hätten bereits drei G7-Staaten, darunter die USA, dem Vorschlag ihre Unterstützung zugesagt.
Die Mitgliedsstaaten der IEA, einem Interessenverband von Industriestaaten, halten strategische Reserven als Teil eines gemeinsamen Notfallsystems für Ölpreiskrisen. Aus dem Bericht der "Financial Times" geht weiter hervor, dass die USA eine gemeinsame Freigabe von 300 bis 400 Millionen Barrel (je 159 Liter) für angemessen halten. Dies würde 25 bis 30 Prozent der 1,2 Milliarden Barrel umfassenden Reserve bedeuten. Das Treffen findet vor dem Hintergrund des Drucks auf US-Präsident Donald Trump statt, den steilen Anstieg des Rohölpreises seit Kriegsbeginn zu stoppen. Der durchschnittliche Benzinpreis in den USA ist zuletzt deutlich gestiegen.
Der Ölpreise hat am Montag im frühen Handel seinen Höhenflug wegen der sich weiter verschärfenden Lage im Nahen Osten fortgesetzt. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordsee-Sorte Brent stieg in der Nacht auf Montag um bis zu 29 Prozent auf fast 120 Dollar. Das Niveau konnte er aber nach dem Bericht der "Financial Times" nicht ganz halten, lag allerdings am Morgen mit etwa 108 Dollar immer noch 16 Prozent höher als am Freitag./jkr/nas
