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MÄRKTE EUROPA/Ölpreisschock lastet schwer auf Aktienkursen - Zinsen steigen weiter

DJ MÄRKTE EUROPA/Ölpreisschock lastet schwer auf Aktienkursen - Zinsen steigen weiter

DOW JONES--Europas Börsen sind mit einem Ölpreisschock in die neue Woche gestartet und tendieren sehr schwach. Vor dem Hintergrund der anhaltenden beiderseitigen militärischen Gewalt im Iran-Krieg phasenweise schossen die Ölpreise um bis zu 30 Prozent nach oben. Der zuvor bereits stark gestiegene Preis der Nordseesorte Brent erreichte in der Spitze knapp 120 Dollar gestiegen. Aktuell "beruhigt" sich die Lage zumindest etwas, der Preis liegt bei etwa 107 Dollar, was aber immer noch ein Plus von 16 Prozent bedeutet.

Darauf knickten zunächst die Börsen in Asien ein, zugleich schnellten die Renditen an den Anleihemärkten nach oben. Die haussierenden Energiepreise, aber auch Sorgen vor Störungen der Lieferketten schüren Stagflationsängste, zumal den Zentralbanken in einem solchen Szenario weitgehend die Hände gebunden sind. An den Märkten werden entsprechend Zinssenkungserwartungen zunehmend ausgepreist. Laut Medienberichten wollen die Finanzminister der G7-Staaten zusammenkommen, um über eine Freigabe der strategischen Ölreserven zu sprechen.

Der DAX verliert 2,4 Prozent auf 23.033 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 2,6 Prozent nach unten. Die Marktzinsen steigen, die deutsche Zehnjahresrendite notiert bei 2,88 Prozent, etwa 3 Ticks höher als am Freitag. Im Hoch waren es schon über 2,90 Prozent, Am Devisenmarkt ist der Dollar als sicherer Hafen gesucht - der Euro wertet auf 1,1530 Dollar ab. Das Gold kann dagegen von seinem Ruf als sicherer Hafen nicht profitieren, der Preis für das Edelmetall fällt um 1,4 Prozent auf 5.094 Dollar zurück, auch belastet vom festen Dollar.

Solange die Straße von Hormus "dicht" ist, gibt es nach Einschätzung von QC Partners praktisch keine Hoffnung auf einen Rückgang des Ölpreises. Viele Golfstaaten hätten ihrer Produktionsmengen bereits massiv gedrosselt. Vom produzierten Öl komme ohne die Straße von Hormus deutlich weniger Öl nach Asien und Europa. "Statistiken zeigen: Kein einziger Öltanker hat die Straße von Hormus während der vergangenen 7 Tage in Richtung Westen passiert. Das gab es noch nie seit Beginn der Datenerhebung", so die QC-Experten.

Derweil wurde Mojtaba Khamenei zum Nachfolger seines getöteten Vaters Ali Khamenei als neuer Oberster Führer des Iran ernannt. Das deutet auf eine Fortsetzung der Politik der Hardliner hin und könnte auf einen längeren Krieg hindeuten. Zugleich gibt es seitens der USA keinerlei Anzeichen für eine Einlenken. US-Präsident Donald Trump will offenbar eine "bedingungslose Kapitulation" des Iran und schloss auch einen möglichen Einsatz von US-Bodentruppen nicht aus. Den explodierenden Ölpreis stuft er derweil als "kleinen Preis ein, den es zu zahlen gilt".

"Das ist eine neue Eskalationsstufe. Aber ich gehe davon aus, dass wir heute Nacht die Hochs in Öl gesehen haben, auch wenn es in den nächsten Wochen extrem schwankungsintensiv bleiben wird", kommentiert Jens Klatt von XTB die Entwicklung. Er verweist dazu auf die Zwischenwahlen in den USA im November. "Wenn die Republikaner bzw. US-Präsident hier einen Sieg einfahren wollen, muss der Ölpreis zurück unter 100 Dollar - und zwar deutlich", sagt er.

Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg spielen in dem Umfeld keine Rolle.

Die Aktien von Luftfahrtgesellschaften werden im Handel als die Hauptverlierer des eskalierenden Krieges im Nahen Osten gesehen. Diese würden gleich von zwei Seiten in die Zange genommen: einerseits durch die erheblichen Einschränkungen des Flugverkehrs und andererseits durch den historisch rapiden Ölpreisanstieg. Lufthansa verlieren 4,9, Air France 4,8 oder IAG 4,2 Prozent. Für die Reiseaktie Tui geht es um 3,3 Prozent nach unten.

Unternehmensnachrichten, die die Kurse bewegen sind rar. Roche sacken um 5,7 Prozent ab, zusätzlich belastet von der Nachricht eines Fehlschlags in einer Studie mit einer experimentellen Brustkrebs-Therapie.

Im DAX zeigen sich Gea mit einem nur kleinen Minus von 0,4 Prozent, nach der Vorlage von Geschäftszahlen. Die Zahlen enthielten nichts Überraschendes, das gelte auch für den Ausblick, heißt es. Die Aktionäre sollen für 2025 eine um 15 Cent höhere Dividende von 1,30 Euro je Aktie bekommen.

INDEX      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50  5.571,39  -2,6  -148,51    5.719,90    16,8 
Stoxx-50    4.883,51  -2,2  -107,50    4.991,01    11,9 
DAX      23.033,36  -2,4  -557,67    23.591,03    19,9 
MDAX      28.662,61  -2,8  -820,17    27.039,42    15,3 
TecDAX     3.531,12  -2,1   -76,36    3.091,28    4,8 
SDAX      16.759,14  -2,8  -473,55    13.062,07    22,4 
CAC       7.792,09  -2,5  -201,40    7.993,49    10,0 
SMI      12.778,21  -2,4  -317,34    13.095,55    11,4 
ATX       5.250,32  -2,8  -153,33    5.403,65    38,3 
 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:30 
EUR/USD      1,1519  -0,9  -0,0099     1,1618   1,1595 
EUR/JPY      182,73  -0,3  -0,5300     183,26  182,9200 
EUR/CHF      0,8981  -0,4  -0,0034     0,9015   0,9014 
EUR/GBP      0,8656  -0,0  -0,0002     0,8658   0,8660 
USD/JPY      158,62  +0,5   0,8300     157,79  157,7300 
GBP/USD      1,3307  -0,8  -0,0104     1,3411   1,3388 
USD/CNY      6,9167  +0,3   0,0202     6,8965   6,8965 
USD/CNH      6,9236  +0,3   0,0189     6,9047   6,9004 
AUS/USD      0,6988  -0,6  -0,0042      0,703   0,7014 
Bitcoin/USD  67.803,84  +0,9   584,51    67.219,33 68.244,64 
 
 
ROHOEL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     103,45 +13,8   12,55      90,9 
Brent/ICE     106,86 +15,3   14,17      92,69 
 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      5.094,72  -1,5   -75,20    5.169,92 
Silber       83,65  -0,8   -0,68      84,33 
Platin     2.100,07  -1,7   -35,28    2.135,35 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/gos

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March 09, 2026 04:57 ET (08:57 GMT)

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Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Die Stimmung an den Märkten hat sich grundlegend gedreht. Während Tech- und KI-Werte zunehmend mit Volatilität und Bewertungsrisiken kämpfen, erleben klassische Versorger ein unerwartetes Comeback. Laut IEA und EIA steigt der globale Strombedarf strukturell weiter, nicht nur wegen E-Mobilität und Wärmepumpen, sondern vor allem durch energiehungrige KI-Rechenzentren. Energie wird damit zur zentralen Infrastruktur des digitalen Zeitalters.

Gleichzeitig rücken in unsicheren Marktphasen stabile Cashflows, solide Bilanzen und regulierte Renditen wieder stärker in den Fokus. Genau hier spielen Versorger ihre Stärken aus: berechenbare Erträge, robuste Nachfrage und hohe Dividenden – Qualitäten, die vielen Wachstumswerten aktuell fehlen.

Nach Jahren im Schatten der Tech-Rallye steigt nun das Interesse an Unternehmen, die Stabilität mit langfristigen Wachstumsthemen wie Netzausbau, Dekarbonisierung und erneuerbaren Energien verbinden.

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