DJ IRAN-BLOG/Seehandel in der Straße von Hormus bricht ein
Nachrichten, Kommentare, Einschätzungen und Entwicklungen im Nahen Osten:
Seehandel in der Straße von Hormus bricht ein
Der Krieg gegen den Iran führt zu einem drastischen Einbruch des Seehandels in der Straße von Hormus. Aktuelle Daten von Dun & Bradstreet zeigen, dass zwischen dem 1. und 3. März die Importbuchungen für Containertransporte um 59 Prozent einbrachen, während die Stornierungen geradezu explosionsartig um 364 Prozent anstiegen. Über den gesamten Drei-Tage-Zeitraum hinweg überstiegen die stornierten Importvolumina die neu gebuchten um 265 Prozent. Diese Störungen betreffen vielfältige Warengruppen wie Maschinen, Lebensmittel und Metalle branchenübergreifend. Hauptleidtragende sind der Großhandel sowie Transportdienstleister, wobei rund 80 Prozent der betroffenen Firmen kleine oder Kleinstunternehmen sind. Die rasante Entwicklung zwingt die Akteure zu kurzfristigen Umleitungen und Anpassungen ihrer Logistikrouten. Experten sehen dieses gekippte Verhältnis von Buchungen zu Stornierungen als zentralen Frühindikator für drohende Lieferkettenrisiken. Die Situation verdeutlicht eindringlich, wie schnell und fundamental globale Handelsströme durch geopolitische Krisen aus dem Gleichgewicht geraten können.
Trump: Entscheidung über Kriegsende fällt in Absprache mit Netanjahu
US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er werde jede Entscheidung darüber, wann der Krieg mit dem Iran beendet werden soll, letztendlich in Absprache mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu treffen. "Ich denke, es ist gegenseitig - ein bisschen", sagte Trump der Times of Israel in einem Telefoninterview, wie die Zeitung berichtete. "Wir haben darüber gesprochen. Ich werde zum richtigen Zeitpunkt eine Entscheidung treffen, aber alles wird berücksichtigt werden", wurde Trump zitiert. Auf die Frage, ob Israel die Angriffe auf den Iran fortsetzen könnte, selbst wenn die USA damit aufhören, antwortete Trump: "Ich glaube nicht, dass das notwendig sein wird."
Iran: USA und Israel sollten sich aus Straße von Hormus zurückziehen
Der iranische Botschafter in China hat den USA und Israel vorgeworfen, für die Unsicherheit in der Straße von Hormus verantwortlich zu sein. Er forderte die beiden Regierungen auf, sich aus der Region zurückzuziehen. "Wenn die Welt die Sicherheit des Energietransports gewährleisten will, müssen zunächst einmal die USA und Israel diese Region verlassen", sagte der iranische Gesandte Abdolreza Rahmani Fazli zur staatlichen Nachrichtenagentur China News Service in Peking. Fazli verurteilte Washington für die seiner Meinung nach unberechtigten Angriffe auf den Iran und sagte, die USA könnten die Sicherheit der Energietransportwege in der Meerenge nur gewährleisten, indem sie sich aus dem Gebiet zurückziehen, anstatt ihre militärische Präsenz zu verstärken.
Deutschland bezieht nur wenig Öl aus der Golfregion
Deutschland importiert nur einen verhältnismäßig geringen Teil seines Rohöls aus der Golfregion. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stammten im Jahr 2025 lediglich 6,1 Prozent der gesamten deutschen Importe aus nahöstlichen Staaten. Zwar ist dies ein leichter Anstieg gegenüber 2020 (4,4 Prozent), die direkte Abhängigkeit bleibt jedoch gering. Der mit Abstand wichtigste regionale Lieferant für die Bundesrepublik ist der Irak mit einem Anteil von 4,2 Prozent an den Gesamtimporten, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten (1,1 Prozent) und Saudi-Arabien (0,8 Prozent). Insbesondere Saudi-Arabien hat für den deutschen Markt in den vergangenen Jahrzehnten massiv an Bedeutung verloren. Staaten wie der Iran, Oman, Katar oder Kuwait lieferten 2025 gar kein Rohöl an Deutschland. Zum Vergleich: Die Europäische Union als Ganzes ist mit einem Importanteil von 13 Prozent deutlich stärker vom Nahen Osten abhängig.
Irakische Ölproduktion sinkt auf unter ein Drittel des normalen Niveaus
Die Ölproduktion des Irak ist nach Angaben irakischer Beamter auf weniger als ein Drittel des Niveaus gesunken, das vor der US-Operation gegen den Iran produziert wurde. Die Produktion liegt nun bei rund 1,3 Millionen Barrel pro Tag, ein Rückgang gegenüber der normalen Produktion von etwa 4,3 Millionen Barrel täglich. Anfang dieser Woche begann der Irak, die Ölförderung um mehr als die Hälfte zu drosseln, nachdem nach der Schließung der Straße von Hormus Bedenken hinsichtlich der Lagerkapazitäten aufgekommen waren.
Ukraine schickt Experten zur Abwehr von iranischen Drohnen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Sonntag, dass ukrainische Experten bereits nächste Woche im Nahen Osten "vor Ort" sein werden, um Hilfe zu leisten. Die USA und die Golfstaaten haben kürzlich Interesse daran bekundet, aus den Erfahrungen der Ukraine auf dem Schlachtfeld zu lernen, insbesondere bei der Abwehr der iranischen Shahed-Drohnen, die in der Region verheerende Schäden angerichtet haben. Russland setzt diese im Iran entwickelten Waffen in großem Umfang ein, um die Ukraine anzugreifen.
Trump: Kurden sollen sich heraushalten
US-Präsident Donald Trump sagte, er habe es "ausgeschlossen", kurdische Milizen dazu zu ermutigen, gegen die iranische Regierung vorzugehen. "Sie sind bereit, hineinzugehen, aber ich habe ihnen gesagt, dass ich nicht möchte, dass sie hineingehen", sagte Trump gegenüber Reportern in der Air Force One am Samstag. "Der Krieg ist kompliziert genug, ohne die Kurden mit hineinzuziehen."
Iran ernennt Sohn von Khamenei zum neuen Obersten Führer
Der Iran hat am Sonntag Mojtaba Khamenei, den Sohn des getöteten Ajatollah Ali Khamenei, zum neuen Obersten Führer des Landes ernannt. Ein 88-köpfiger Rat, bekannt als der Expertenrat, wählte Khamenei zur obersten politischen Autorität der Islamischen Republik, zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte und der Justiz des Landes sowie zur höchsten Autorität im schiitischen Islam, wie iranische Staatsmedien berichteten. Die Ernennung zum Obersten Führer erfolgt auf Lebenszeit.
Trump: Hohe Energiepreise "geringer Preis" für Sicherheit
US-Präsident Donald Trump hat das Potenzial wirtschaftlicher Schocks durch die militärische Konfrontation der USA mit dem Iran heruntergespielt. Kurz nachdem die US-Ölpreise am Sonntag über 100 Dollar pro Barrel gesprungen waren, schrieb Trump in einem Social-Media-Beitrag, dass die Energiepreisspitzen vorübergehend sein würden und es wert seien. "Kurzfristige Ölpreise, die schnell fallen werden, wenn die Zerstörung der iranischen nuklearen Bedrohung vorüber ist, sind ein sehr kleiner Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt. NUR NARREN WÜRDEN ANDERS DENKEN!", schrieb Trump.
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March 09, 2026 06:36 ET (10:36 GMT)
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