Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die türkische Notenbank dürfte auf ihrer Sitzung am 12. März den Leitzins unverändert lassen und damit eine Pause im Senkungszyklus einlegen, so die DekaBank. Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten habe zu einem deutlichen Ölpreisanstieg geführt, was zumindest auf Sicht der kommenden Monate die Inflationsrisiken erhöhe. Schon zuvor hätten die Konsumentenpreise im Januar um 4,8% gegenüber dem Vormonat zugelegt und im Februar sei ein weiterer Anstieg um 3,0 % gefolgt. Die Jahresveränderungsrate sei im Februar von 30,7% auf 31,5% gestiegen. Die erhöhten Ölpreise lasteten nicht nur auf den Konsumentenpreisen, sondern auch auf der Leistungsbilanz. Der rollierende 12-Monatssaldo sei im Dezember auf ein Defizit von 25 Mrd. US-Dollar gestiegen. Mit 1,6% sei das Defizit als Anteil am Bruttoinlandsprodukt zwar noch nicht im kritischen Bereich, doch die Entwicklung erschwere den Aufbau von Währungsreserven und spreche dafür, dass die reale Aufwertung der türkischen Lira zunehmend zu einem Problem werde. Die Zentralbank wolle jedoch an der schrittweisen, kontrollierten Abwertung festhalten, um den Inflationsdruck nicht zu erhöhen. Die Währungsreserven seien zuletzt im Trend gefallen, was zeige, dass der Mix aus Geld- und Wechselkurspolitik gegenwärtig nicht ausreichend attraktiv sei, um ausländisches Kapital anzuziehen. Die Sorgen um die Entwicklung im Nahen Osten hätten Auslandsinvestoren zusätzlich verunsichert. Es spreche daher viel für eine vorsichtigere Gangart in der Geldpolitik und die Rückkehr zu einer etwas stärkeren nominalen Abwertung der türkischen Lira (zuletzt habe die Abwertung bei rund 1,5% pro Monat gelegen). Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt würden die Entscheidung in diese Richtung insofern unterstützen, als sie auf der einen Seite eine solide Entwicklung der Inlandsnachfrage zeigten, auf der anderen Seite aber einen Rückgang der Exporte. Mit einem Plus von 0,4% qoq (3,4% yoy) sei der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts zwar eher schwach gewesen, doch ihm seien vier ordentliche Vorquartale vorausgegangen und mit 3,6% habe der Zuwachs im Gesamtjahr 2025 auf gutem Niveau gelegen, wenn man in Rechnung stelle, dass die Geldpolitik seit längerem eher restriktiv ausgerichtet sei und es nur geringe fiskalische Impulse gebe. ...Den vollständigen Artikel lesen ...
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