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MÄRKTE USA/Wall Street mit Abgaben - Spielball der Ölpreise

DJ MÄRKTE USA/Wall Street mit Abgaben - Spielball der Ölpreise

DOW JONES--Der Iran-Krieg und im Gefolge der Ölpreis bleibt Taktgeber der Wall Street. Händler sprechen von Stagflationsängsten. Am Morgen hatte eine Preisexplosion bei Erdöl die Aktienbörse global massiv unter Druck gebracht. Der Preis der global gehandelten Rohölsorte Brent schoss in der Spitze auf fast 120 Dollar je Barrel. Anschließend legte sich die Panik etwas, die Ölpreise kamen von den Höchstständen deutlich zurück - auch weil die Hoffnung die Runde macht, die G7-Staaten könnten eine Öffnung ihrer strategischen Erdölreserven erwägen. Laut französischem Finanzminister Roland Lescure bereitet die G7 entsprechende Schritte vor. Gleichwohl verharrt der Ölpreis aber weiter auf stark erhöhtem Niveau und belasten die US-Börsen. Gegen Mittag US-Ostküstenzeit verliert der Dow-Jones-Index 0,9 Prozent auf 47.066 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite geben um 0,5 bzw. 0,2 Prozent nach.

"Der entscheidende Faktor ist hier die Dauer des Preisanstiegs und des Konflikts selbst. Je kürzer die Dauer, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Auswirkungen nur vorübergehend sind und die Wirtschaft widerstandsfähig bleibt", so Chefmarktstrategin Carol Schleif von BMO Private Wealth. Auslöser für den Rohölanstieg sind Angriffe auf iranische Öltanker und Öllager durch Israel. "Das ist eine neue Eskalationsstufe. (...)", sagt XTB-Analyst Jens Klatt. Er setzt auf die US-Zwischenwahlen im November. "Wenn die Republikaner bzw. US-Präsident Trump hier einen Sieg einfahren wollen, muss der Ölpreis zurück unter 100 Dollar - und zwar deutlich", meint er. Die Rohölrally könnte die Preise aber kurzfristig auf über 150 Dollar treiben, halten die Analysten von Macquarie dagegen. Mit der faktischen Schließung der Seestraße von Hormus kann Erdöl nicht mehr abtransportiert werden, daher drosseln laut Berichten Irak und Kuwait ihre Förderung, weil Platz zur Lagerung des aufgestauten Rohöls fehlt.

Am Rentenmarkt halten sich ölpreisbedingte Inflationssorgen und Konjunkturängste in etwa die Waage. Zwar sorgt der Ölpreisschock für Konjunkturängste - gerade nach den zuletzt schwachen Arbeitsmarktdaten. Doch die vom Ölpreisanstieg befeuerte Inflation gibt der US-Notenbank kaum Spielraum für Zinssenkungen. Die Anleihen bewegen sich daher kaum, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stagniert bei 4,13 Prozent.

Der Dollar wird als Fluchtwährung in Krisenzeiten wieder rege angesteuert - der Dollarindex klettert um 0,1 Prozent. Die Dollar-Aufwertung bremst den Goldpreis, das Edelmetall verbilligt sich um 1,4 Prozent.

Am Aktienmarkt ziehen die Ölwerte Chevron (+0,1%), Exxon Mobil (+0,8%) und Expand Energy (+1,5%) mit der Ölpreisrally an - der Ölsektor gewinnt 0,1 Prozent. Dagegen fallen die Aktien von US-Fluggesellschaften weiter. Die Titel von United Airlines, Delta Air Lines, American Airlines und Southwest reduzieren sich um bis zu 4,6 Prozent.

Die Aktien von Hims & Hers haussieren um 36,3 Prozent. Novo Nordisk kooperiert mit dem Telemedizinunternehmen beim Vertrieb ihrer Abnehmmedikamente und beendet damit einen Rechtsstreit zwischen den beiden Unternehmen. Live Nation Entertainment klettern um 4,7 Prozent nach Schlagzeilen über die Beilegung eines wichtigen Rechtsstreits. Nach einem Verlustausweis sinken Beta Technologies um 3,1 Prozent.

=== 
INDEX      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA      47.066,43  -0,9  -435,12    47.501,55 
S&P-500     6.704,51  -0,5   -35,51    6.740,02 
NASDAQ Comp  22.350,18  -0,2   -37,50    22.387,68 
NASDAQ 100   24.603,14  -0,2   -39,87    24.643,02 
 
US-Treasuries  Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre       3,58 +0,03    3,64      3,58 
5 Jahre       3,73 +0,01    3,81      3,72 
10 Jahre      4,13 +0,00    4,22      4,13 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:30 
EUR/USD      1,1587  -0,3  -0,0031     1,1618   1,1595 
EUR/JPY      183,17  -0,1  -0,0900     183,26  182,9200 
EUR/CHF      0,9019  +0,0   0,0004     0,9015   0,9014 
EUR/GBP      0,8652  -0,1  -0,0006     0,8658   0,8660 
USD/JPY      158,07  +0,2   0,2800     157,79  157,7300 
GBP/USD      1,3389  -0,2  -0,0022     1,3411   1,3388 
USD/CNY      6,9066  +0,2   0,0101     6,8965   6,8965 
USD/CNH      6,908  +0,1   0,0033     6,9047   6,9004 
AUS/USD      0,7047  +0,2   0,0017      0,703   0,7014 
Bitcoin/USD  68.862,48  +2,4  1.643,15    67.219,33 68.244,64 
 
ROHÖL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     96,23  +5,9    5,33      90,9 
Brent/ICE     98,92  +6,7    6,23      92,69 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      5.096,96  -1,4   -72,96    5.169,92 
Silber       84,38  +0,1    0,05      84,33 
Platin     2.152,10  +0,8   16,75    2.135,35 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf

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March 09, 2026 12:08 ET (16:08 GMT)

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Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Die Eskalation im Iran-Konflikt hat die Energiepreise mit voller Wucht nach oben getrieben. Was zunächst nach einer kurzfristigen Reaktion aussah, entwickelt sich zunehmend zu einem strukturellen Problem: Die Straße von Hormus ist blockiert, wichtige LNG- und Ölanlagen stehen still oder werden gezielt angegriffen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht – im Gegenteil, die Lage spitzt sich weiter zu.

Für die Weltwirtschaft bedeutet dies wachsende Risiken. Steigende Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck, gefährden Zinssenkungen und bringen die ohnehin hoch bewerteten Aktienmärkte ins Wanken. Doch wo Risiken entstehen, ergeben sich auch Chancen.

Denn von einem dauerhaft höheren Energiepreisniveau profitieren nicht nur Öl- und Gasunternehmen. Auch Versorger, erneuerbare Energien sowie ausgewählte Rohstoff- und Agrarwerte rücken in den Fokus. In diesem Umfeld könnten gezielt ausgewählte Unternehmen überdurchschnittlich profitieren – unabhängig davon, ob die Krise anhält oder nicht.

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