FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Montag angesichts verschärfter Inflationsgefahren stark unter Druck geraten. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank um 0,96 Prozent auf 126,92 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 2,87 Prozent.
Es gibt weiterhin keine Anzeichen für ein schnelles Ende des Krieges im Nahen Osten und den damit verbundenen Beeinträchtigungen der Lieferung von Energierohstoffen aus der Region am Persischen Golf. So geht der Krieg zwischen der Islamischen Republik auf der einen sowie Israel und der USA auf der anderen Seite auch nach der Ernennung von Modschtaba Chamenei zum neuen obersten Führer im Iran mit unverminderter Härte weiter. Israel und auch US-Präsident Donald Trump haben dem 56-jährigen neuen Staatschef bereits gedroht, auch er sei seines Lebens nicht sicher.
Die Öl- und Erdgaspreise sind daher über das Wochenende deutlich gestiegen, was die Inflation antreiben könnte, sollten sie länger höher bleiben. Dies könnte die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck setzen die Leitzinsen zu erhöhen, was dann die ohnehin schon schwächelnde Konjunktur belasten könnte.
Enttäuschende Zahlen aus der deutschen Industrie bewegten den Anleihemarkt kaum. So sind die Auftragseingänge in der deutschen Industrie Januar deutlich stärker gefallen als erwartet, ebenso die Gesamtproduktion.
"Alles in allem lassen die heutigen Zahlen nicht erwarten, dass die Industrie im ersten Quartal das Wachstum der deutschen Wirtschaft unterstützen wird", kommentierte Commerzbank-Experte Ralph Solveen. "Zwar machen die gerade auch für die Industrie zuletzt besseren Stimmungsindikatoren Hoffnung auf eine Wende zum Besseren, aber es bleibt abzuwarten, ob diese Hoffnungszeichen auch nach der Eskalation im Nahen Osten und den deshalb stark gestiegenen Ölpreisen bestehen bleiben."/jsl//mis
