WIESBADEN (ots) -
- Güterempfang aus dem Ausland wächst im Vorjahresvergleich kräftig um 5,3 %, Güterversand ins Ausland steigt dagegen nur leicht um 0,5 %
- Empfang von Erdgas aus den USA steigt um 51,8 % gegenüber dem Vorjahr, Empfang von Erdöl aus den USA sinkt dagegen um 23,6 %
- Güterumschlag mit Staaten am Persischen Golf macht 1,4 % des gesamten Umschlags im Jahr 2025 aus
Der Güterumschlag in den deutschen Seehäfen ist im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 3,8 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden in den Häfen insgesamt 284,4 Millionen Tonnen Güter verladen (2024: 273,9 Millionen Tonnen). Während der Güterempfang aus dem Ausland im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 5,3 % auf 171,1 Millionen Tonnen wuchs, stieg der Güterversand ins Ausland lediglich um 0,5 % auf 103,7 Millionen Tonnen. Der innerdeutsche Verkehr machte trotz eines Zuwachses von 15,7 % mit 9,6 Millionen Tonnen nur einen geringen Teil des gesamten Güterumschlags aus.
Der umschlagstärkste deutsche Seehafen war auch im Jahr 2025 Hamburg mit einem Umschlag von 99,8 Millionen Tonnen (+2,9 % zum Vorjahr), gefolgt von Bremerhaven (46,9 Millionen Tonnen; +10,4 %), Wilhelmshaven (35,5 Millionen Tonnen; +2,7 %), Rostock (24,9 Millionen Tonnen; +7,2 %) und Lübeck (15,8 Millionen Tonnen; -0,4 %).
Containerverkehr und fossile Energieträger prägen den Seehandel
Im Jahr 2025 stellten mit 87,9 Millionen Tonnen die sogenannten nicht identifizierbaren Güter - überwiegend Containerladungen ohne detaillierte Warenangabe - die mit Abstand größte Güterabteilung im deutschen Seeverkehr dar. Ihr hoher Anteil von 30,9 % unterstreicht die zentrale Bedeutung des Containerumschlags für den gesamten Güterverkehr über See. An zweiter Stelle folgten die fossilen Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas mit 40,5 Millionen Tonnen oder 14,2 % des gesamten Güterumschlags. Dahinter folgten Erze, Steine und Erden mit 31,1 Millionen Tonnen (10,9 %) sowie chemische Erzeugnisse mit 20,2 Millionen Tonnen (7,1 %).
USA dominieren bei Lieferungen fossiler Energieträger über See
Fossile Energieträger prägten auch den Güterempfang im Seeverkehr: Der Empfang von Kohle, Erdöl und Erdgas belief sich im Jahr 2025 auf insgesamt 39,8 Millionen Tonnen und war damit auf einem geringfügig niedrigeren Niveau als im Jahr 2024 (-1,2 %). Dabei zeigten sich auch 2025 wieder unterschiedliche Entwicklungen bei den einzelnen Energieträgern und Lieferländern: Der Empfang von Erdöl ging gegenüber dem Vorjahr um 10,8 % auf 25,4 Millionen Tonnen zurück. Dagegen stieg der Empfang von Kohle um 2,6 % auf 7,0 Millionen Tonnen und von Erdgas um 49,1 % auf 7,4 Millionen Tonnen.
Das mit Abstand wichtigste Lieferland für Erdgas auf dem Seeweg waren im Jahr 2025 die USA mit 6,5 Millionen Tonnen, das waren 51,8 % mehr Erdgaslieferungen von dort als im Vorjahr. Obwohl die Erdöllieferungen aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland 2025 im Vorjahresvergleich deutlich um 23,6 % auf gut 5,6 Millionen Tonnen zurückgingen, waren die USA auch beim Erdöl das wichtigste Lieferland im Seeverkehr. Die USA lösten damit Norwegen auf dem Spitzenrang ab. Der Grund dafür ist, dass die von norwegischen in deutsche Seehäfen verschiffte Erdöl-Menge im Jahr 2025 um 27,7 % auf nur noch knapp 5,6 Millionen Tonnen sank. Damit war der Rückgang der Erdöllieferungen im Seeverkehr aus Norwegen noch stärker als der Rückgang der Lieferungen aus den USA. Auch bei Kohle waren die USA im Jahr 2025 mit 2,0 Millionen Tonnen (+0,1 %) das wichtigste Lieferland im Seeverkehr. Damit stiegen die Lieferungen fossiler Energieträger auf dem Seeweg aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland bereits ohne das bislang nicht ratifizierte Zollabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union (EU), das höhere Energieimporte aus den USA vorsieht.
USA, Norwegen und Schweden wichtigste Handelspartner im Seeverkehr insgesamt
Insgesamt ging der Güterverkehr zwischen deutschen und US-amerikanischen Seehäfen im Jahr 2025 um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr auf 28,7 Millionen Tonnen zurück. Trotz dieses Rückgangs blieben die USA das wichtigste Partnerland Deutschlands im Seeverkehr. Auch auf den folgenden Rängen blieb die Reihenfolge unverändert: Auf Rang 2 lag Norwegen mit einem Gesamtverkehr von 26,3 Millionen Tonnen (+1,8 %), gefolgt von Schweden mit 24,6 Millionen Tonnen (+3,6 %) auf Rang 3. Die Volksrepublik China lag mit 19,7 Millionen Tonnen (+3,1 %) auf Rang 4. Diese vier Staaten stellten zusammen rund etwas mehr als ein Drittel des gesamten Güterumschlags. Der Güterverkehr mit den EU-Mitgliedstaaten betrug 99,4 Millionen Tonnen (+3,3 %).
China bedeutendster Handelspartner im Containerverkehr
Der Containerumschlag erreichte im Jahr 2025 insgesamt 15,0 Millionen TEU (Twenty-Foot Equivalent Unit) und lag damit 12,4 % über dem Vorjahreswert. Rund ein Fünftel (3,0 Millionen TEU) des deutschen Containerumschlags entfiel 2025 auf China, gefolgt von den USA mit 8,7 % (1,3 Millionen TEU). Der Containerverkehr mit China wuchs dabei um 12,1 %, während er mit den Vereinigten Staaten rückläufig war (-2,4 %). Der Containerverkehr mit den EU-Mitgliedstaaten (4,1 Millionen TEU) wuchs dagegen mit 13,1 % deutlich gegenüber 2024 (3,6 Millionen TEU) und machte etwas mehr als ein Viertel des Containerumschlags der deutschen Seehäfen im Jahr 2025 aus.
Seeverkehr mit den Golfstaaten: Güterumschlag vergleichsweise gering
Der Güterumschlag der deutschen Seehäfen im direkten Verkehr mit den Staaten am Persischen Golf fällt vergleichsweise gering aus. Rund 4,0 Millionen Tonnen oder 1,4 % des gesamten Güterumschlags im Jahr 2025 entfielen auf die Anrainerstaaten Bahrain, Irak, Iran, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.
Im Jahr 2025 wurden im Seeverkehr mit dem Oman insgesamt 1,4 Millionen Tonnen Güter transportiert, mit den Vereinigten Arabischen Emiraten waren es 1,2 Millionen Tonnen und mit Saudi-Arabien 0,9 Millionen Tonnen. Mit dem Iran fand im Jahr 2025 hingegen kein Güterverkehr auf dem Seeweg statt.
Im Seeverkehr mit dem Oman überwog der Versand von Gütern dorthin mit 1,1 Millionen Tonnen, darunter waren nicht näher identifizierbare Güter in Containern oder Wechselbehältern die größte Gütergruppe (0,9 Millionen Tonnen). Auch im Verkehr mit den Vereinigten Arabischen Emiraten überwog der Versand dorthin deutlich: Unter den 1,0 Millionen dorthin verschifften Tonnen waren 0,2 Millionen Tonnen Möbel.
Im Seeverkehr mit Saudi-Arabien überwogen dagegen die empfangenen Güter von dort mit 0,5 Millionen Tonnen. Über den Seeweg wurden fast ausschließlich flüssige Mineralölerzeugnisse (Motorentreibstoffe, Heizöle und andere Mineralöle) in deutsche Seehäfen transportiert (0,5 Millionen Tonnen). Auch aus Kuwait (0,3 Millionen Tonnen) und Katar (0,2 Millionen Tonnen) kamen fast ausschließlich flüssige Mineralölerzeugnisse auf dem Seeweg nach Deutschland.
Viele Güter aus den Golfstaaten gelangen jedoch zunächst über große ausländische Hafenstandorte (unter anderem in den Niederlanden, Frankreich, Italien und Belgien) nach Europa und werden von dort weitertransportiert. Daher können sich Seeblockaden im Nahen Osten auch indirekt auf die Versorgung Deutschlands auswirken.
Methodische Hinweise:
In der Statistik erfasst werden Schiffe mit einem Raumgehalt von mindestens 100 Bruttoraumzahl (BRZ). Unberücksichtigt bleiben dabei Fischereifahrzeuge und Fischverarbeitungsschiffe, Bohr- und Explorationsschiffe, Schlepper, Schubschiffe, Schwimmbagger, Forschungs-/Vermessungsschiffe, Kriegsschiffe und Schiffe, die ausschließlich zu nichtkommerziellen Zwecken verwendet werden sowie zu Bunker-, Versorgungs-, Reparaturfahrten und Ähnliches.
Die Daten zur Volksrepublik China umfassen nicht Taiwan und Hongkong.
Güter, die auf ihrem Transportweg in einem Zwischenhafen umgeladen werden (zum Beispiel auf kleinere Schiffe), sind in der Seeverkehrsstatistik dem Partnerhafen zugeordnet, in dem es zu der Umladung kam.
TEU - Twenty-Foot Equivalent Unit: Eine statistische Hilfsgröße auf der Basis eines 20-Fuß-ISO-Containers (Länge 6,10 Meter), die als Standardmaß zur Beschreibung des Containerumschlags und der Kapazität von Containerschiffen oder Terminals verwendet wird.
- Ein 20-Fuß-ISO-Container entspricht 1 TEU.
- Ein 40 Fuß-ISO-Container entspricht 2 TEU.
- Ein Container mit einer Länge zwischen 20 und 40 Fuß entspricht 1,50 TEU.
- Ein Container mit einer Länge von über 40 Fuß wird mit 2,25 TEU berechnet.
Weitere Informationen:
Detaillierte Daten zur Seeverkehrsstatistik sind in der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 46331) und im Statistischen Bericht "Seeverkehrsstatistik" abrufbar.
Daten zum Krieg im Nahen Osten und den Folgen bietet die Sonderseite www.destatis.de/nahost. Sie enthält unter anderem Informationen zur Energieversorgung und Entwicklung der Energiepreise, zum Flug- und Seeverkehr sowie zum Außenhandel mit der Region.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Güterverkehr, Luftverkehr
Telefon: +49 611 75-4852
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44
Original-Content von: Statistisches Bundesamt, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/32102/6232261
- Güterempfang aus dem Ausland wächst im Vorjahresvergleich kräftig um 5,3 %, Güterversand ins Ausland steigt dagegen nur leicht um 0,5 %
- Empfang von Erdgas aus den USA steigt um 51,8 % gegenüber dem Vorjahr, Empfang von Erdöl aus den USA sinkt dagegen um 23,6 %
- Güterumschlag mit Staaten am Persischen Golf macht 1,4 % des gesamten Umschlags im Jahr 2025 aus
Der Güterumschlag in den deutschen Seehäfen ist im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 3,8 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden in den Häfen insgesamt 284,4 Millionen Tonnen Güter verladen (2024: 273,9 Millionen Tonnen). Während der Güterempfang aus dem Ausland im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 5,3 % auf 171,1 Millionen Tonnen wuchs, stieg der Güterversand ins Ausland lediglich um 0,5 % auf 103,7 Millionen Tonnen. Der innerdeutsche Verkehr machte trotz eines Zuwachses von 15,7 % mit 9,6 Millionen Tonnen nur einen geringen Teil des gesamten Güterumschlags aus.
Der umschlagstärkste deutsche Seehafen war auch im Jahr 2025 Hamburg mit einem Umschlag von 99,8 Millionen Tonnen (+2,9 % zum Vorjahr), gefolgt von Bremerhaven (46,9 Millionen Tonnen; +10,4 %), Wilhelmshaven (35,5 Millionen Tonnen; +2,7 %), Rostock (24,9 Millionen Tonnen; +7,2 %) und Lübeck (15,8 Millionen Tonnen; -0,4 %).
Containerverkehr und fossile Energieträger prägen den Seehandel
Im Jahr 2025 stellten mit 87,9 Millionen Tonnen die sogenannten nicht identifizierbaren Güter - überwiegend Containerladungen ohne detaillierte Warenangabe - die mit Abstand größte Güterabteilung im deutschen Seeverkehr dar. Ihr hoher Anteil von 30,9 % unterstreicht die zentrale Bedeutung des Containerumschlags für den gesamten Güterverkehr über See. An zweiter Stelle folgten die fossilen Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas mit 40,5 Millionen Tonnen oder 14,2 % des gesamten Güterumschlags. Dahinter folgten Erze, Steine und Erden mit 31,1 Millionen Tonnen (10,9 %) sowie chemische Erzeugnisse mit 20,2 Millionen Tonnen (7,1 %).
USA dominieren bei Lieferungen fossiler Energieträger über See
Fossile Energieträger prägten auch den Güterempfang im Seeverkehr: Der Empfang von Kohle, Erdöl und Erdgas belief sich im Jahr 2025 auf insgesamt 39,8 Millionen Tonnen und war damit auf einem geringfügig niedrigeren Niveau als im Jahr 2024 (-1,2 %). Dabei zeigten sich auch 2025 wieder unterschiedliche Entwicklungen bei den einzelnen Energieträgern und Lieferländern: Der Empfang von Erdöl ging gegenüber dem Vorjahr um 10,8 % auf 25,4 Millionen Tonnen zurück. Dagegen stieg der Empfang von Kohle um 2,6 % auf 7,0 Millionen Tonnen und von Erdgas um 49,1 % auf 7,4 Millionen Tonnen.
Das mit Abstand wichtigste Lieferland für Erdgas auf dem Seeweg waren im Jahr 2025 die USA mit 6,5 Millionen Tonnen, das waren 51,8 % mehr Erdgaslieferungen von dort als im Vorjahr. Obwohl die Erdöllieferungen aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland 2025 im Vorjahresvergleich deutlich um 23,6 % auf gut 5,6 Millionen Tonnen zurückgingen, waren die USA auch beim Erdöl das wichtigste Lieferland im Seeverkehr. Die USA lösten damit Norwegen auf dem Spitzenrang ab. Der Grund dafür ist, dass die von norwegischen in deutsche Seehäfen verschiffte Erdöl-Menge im Jahr 2025 um 27,7 % auf nur noch knapp 5,6 Millionen Tonnen sank. Damit war der Rückgang der Erdöllieferungen im Seeverkehr aus Norwegen noch stärker als der Rückgang der Lieferungen aus den USA. Auch bei Kohle waren die USA im Jahr 2025 mit 2,0 Millionen Tonnen (+0,1 %) das wichtigste Lieferland im Seeverkehr. Damit stiegen die Lieferungen fossiler Energieträger auf dem Seeweg aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland bereits ohne das bislang nicht ratifizierte Zollabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union (EU), das höhere Energieimporte aus den USA vorsieht.
USA, Norwegen und Schweden wichtigste Handelspartner im Seeverkehr insgesamt
Insgesamt ging der Güterverkehr zwischen deutschen und US-amerikanischen Seehäfen im Jahr 2025 um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr auf 28,7 Millionen Tonnen zurück. Trotz dieses Rückgangs blieben die USA das wichtigste Partnerland Deutschlands im Seeverkehr. Auch auf den folgenden Rängen blieb die Reihenfolge unverändert: Auf Rang 2 lag Norwegen mit einem Gesamtverkehr von 26,3 Millionen Tonnen (+1,8 %), gefolgt von Schweden mit 24,6 Millionen Tonnen (+3,6 %) auf Rang 3. Die Volksrepublik China lag mit 19,7 Millionen Tonnen (+3,1 %) auf Rang 4. Diese vier Staaten stellten zusammen rund etwas mehr als ein Drittel des gesamten Güterumschlags. Der Güterverkehr mit den EU-Mitgliedstaaten betrug 99,4 Millionen Tonnen (+3,3 %).
China bedeutendster Handelspartner im Containerverkehr
Der Containerumschlag erreichte im Jahr 2025 insgesamt 15,0 Millionen TEU (Twenty-Foot Equivalent Unit) und lag damit 12,4 % über dem Vorjahreswert. Rund ein Fünftel (3,0 Millionen TEU) des deutschen Containerumschlags entfiel 2025 auf China, gefolgt von den USA mit 8,7 % (1,3 Millionen TEU). Der Containerverkehr mit China wuchs dabei um 12,1 %, während er mit den Vereinigten Staaten rückläufig war (-2,4 %). Der Containerverkehr mit den EU-Mitgliedstaaten (4,1 Millionen TEU) wuchs dagegen mit 13,1 % deutlich gegenüber 2024 (3,6 Millionen TEU) und machte etwas mehr als ein Viertel des Containerumschlags der deutschen Seehäfen im Jahr 2025 aus.
Seeverkehr mit den Golfstaaten: Güterumschlag vergleichsweise gering
Der Güterumschlag der deutschen Seehäfen im direkten Verkehr mit den Staaten am Persischen Golf fällt vergleichsweise gering aus. Rund 4,0 Millionen Tonnen oder 1,4 % des gesamten Güterumschlags im Jahr 2025 entfielen auf die Anrainerstaaten Bahrain, Irak, Iran, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.
Im Jahr 2025 wurden im Seeverkehr mit dem Oman insgesamt 1,4 Millionen Tonnen Güter transportiert, mit den Vereinigten Arabischen Emiraten waren es 1,2 Millionen Tonnen und mit Saudi-Arabien 0,9 Millionen Tonnen. Mit dem Iran fand im Jahr 2025 hingegen kein Güterverkehr auf dem Seeweg statt.
Im Seeverkehr mit dem Oman überwog der Versand von Gütern dorthin mit 1,1 Millionen Tonnen, darunter waren nicht näher identifizierbare Güter in Containern oder Wechselbehältern die größte Gütergruppe (0,9 Millionen Tonnen). Auch im Verkehr mit den Vereinigten Arabischen Emiraten überwog der Versand dorthin deutlich: Unter den 1,0 Millionen dorthin verschifften Tonnen waren 0,2 Millionen Tonnen Möbel.
Im Seeverkehr mit Saudi-Arabien überwogen dagegen die empfangenen Güter von dort mit 0,5 Millionen Tonnen. Über den Seeweg wurden fast ausschließlich flüssige Mineralölerzeugnisse (Motorentreibstoffe, Heizöle und andere Mineralöle) in deutsche Seehäfen transportiert (0,5 Millionen Tonnen). Auch aus Kuwait (0,3 Millionen Tonnen) und Katar (0,2 Millionen Tonnen) kamen fast ausschließlich flüssige Mineralölerzeugnisse auf dem Seeweg nach Deutschland.
Viele Güter aus den Golfstaaten gelangen jedoch zunächst über große ausländische Hafenstandorte (unter anderem in den Niederlanden, Frankreich, Italien und Belgien) nach Europa und werden von dort weitertransportiert. Daher können sich Seeblockaden im Nahen Osten auch indirekt auf die Versorgung Deutschlands auswirken.
Methodische Hinweise:
In der Statistik erfasst werden Schiffe mit einem Raumgehalt von mindestens 100 Bruttoraumzahl (BRZ). Unberücksichtigt bleiben dabei Fischereifahrzeuge und Fischverarbeitungsschiffe, Bohr- und Explorationsschiffe, Schlepper, Schubschiffe, Schwimmbagger, Forschungs-/Vermessungsschiffe, Kriegsschiffe und Schiffe, die ausschließlich zu nichtkommerziellen Zwecken verwendet werden sowie zu Bunker-, Versorgungs-, Reparaturfahrten und Ähnliches.
Die Daten zur Volksrepublik China umfassen nicht Taiwan und Hongkong.
Güter, die auf ihrem Transportweg in einem Zwischenhafen umgeladen werden (zum Beispiel auf kleinere Schiffe), sind in der Seeverkehrsstatistik dem Partnerhafen zugeordnet, in dem es zu der Umladung kam.
TEU - Twenty-Foot Equivalent Unit: Eine statistische Hilfsgröße auf der Basis eines 20-Fuß-ISO-Containers (Länge 6,10 Meter), die als Standardmaß zur Beschreibung des Containerumschlags und der Kapazität von Containerschiffen oder Terminals verwendet wird.
- Ein 20-Fuß-ISO-Container entspricht 1 TEU.
- Ein 40 Fuß-ISO-Container entspricht 2 TEU.
- Ein Container mit einer Länge zwischen 20 und 40 Fuß entspricht 1,50 TEU.
- Ein Container mit einer Länge von über 40 Fuß wird mit 2,25 TEU berechnet.
Weitere Informationen:
Detaillierte Daten zur Seeverkehrsstatistik sind in der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 46331) und im Statistischen Bericht "Seeverkehrsstatistik" abrufbar.
Daten zum Krieg im Nahen Osten und den Folgen bietet die Sonderseite www.destatis.de/nahost. Sie enthält unter anderem Informationen zur Energieversorgung und Entwicklung der Energiepreise, zum Flug- und Seeverkehr sowie zum Außenhandel mit der Region.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.
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