FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hoffnung auf ein kurz bevorstehendes Ende des Iran-Kriegs hat am Dienstag für einen Erholungsschub in der europäischen Autobranche gesorgt. Der Brent-Ölpreis, der tags zuvor zeitweise bis knapp unter 120 US-Dollar gestiegen war, bevor er wieder spürbar nachgegeben hatte, sank weiter. Davon profitierten im Dax auch die Vorzugsaktien von Volkswagen, die am Vortag noch auf ein Tief seit Juni 2025 abgesackt waren. Das Zahlenwerk und der Ausblick des Autobauers fielen Analysten zufolge eher durchwachsen aus.
Gegen Mittag legten die VW-Papiere mit plus drei Prozent auf 90,50 Euro nur geringfügig stärker zu als die Titel von Mercedes-Benz, BMW oder der Porsche AG . Für die VW-Beteiligungsgesellschaft Porsche SE ging es um 2,8 Prozent aufwärts. Der deutsche Leitindex Dax erholte sich zugleich mit plus 2,4 Prozent.
Analyst Christian Frenes von Goldman Sachs sah in den wichtigsten Kennziffern zum Schlussquartal 2025 von VW Licht und Schatten. Zwar sei das Kerngeschäft, die Entwicklung der Markengruppe, stark gewesen. Doch operativ habe die Konzerngruppe die Erwartungen verfehlt - vor allem wegen der Sparte Financial Services, die von einem Rückstellungseffekt belastet worden sei. Obendrein dürfte nach dem schwächer als erwarteten Ausblick auf 2026 nun die durchschnittliche Analystenschätzung (Konsens) für das Ergebnis je Aktie etwas sinken.
RBC-Analyst Tom Narayan verwies darauf, dass der Mittelpunkt der vom Management ausgegebenen Zielspanne für das operative Ergebnis (Ebit) des Gesamtkonzerns nur 15,5 Milliarden Euro hoch sei, während der Konsens für 2026 bei 17,1 Milliarden Euro liege. Zudem habe VW mit den Aussagen zum freien Barmittelzufluss im Autogeschäft enttäuscht, denn auch hier liege die Mitte der Spanne deutlich unter der Konsensschätzung.
Positiv hielt Narayan jedoch fest, dass die Wolfsburger mit Blick auf die US-Zölle besser als die europäische Konkurrenz aufgestellt seien und sich die Lage für die Kernmarke VW in China zu verbessern scheine./ck/tih/stk




