Berlin (ots) -
Es gibt weltweit nur eine Handvoll wirklich großer Player im Bereich der Atomkraft. Dass sie trotzdem wieder eine nennenswerte Rolle in den energiepolitischen Überlegungen vieler Staaten spielt, hat mit einer mächtigen Lobby zu tun. Besonders Frankreich, das Land mit der höchsten Atomquote im Strommix, spielt eine unselige Rolle. Hier ist die Verquickung wirtschaftlicher und politischer Interessen ganz besonders krass: AKW-Betreiber, Reaktorbauer und Rohstoffförderer sind staatlich oder teilstaatlich. Obwohl man selbst weiß, wie störanfällig die eigenen Anlagen sind, veranstaltet man Treffen mit anderen Staatenvertretern und beeinflusst massiv die EU-Politik.
Dabei ist die Kernkraft die teuerste Art der Stromerzeugung, selbst wenn man die Ewigkeitskosten durch den Atommüll außen vor lässt. Gepunktet wird nur mit einer Erzählung: Wer nicht auf Kernkraft setzt, verliert international den Anschluss, was in Zeiten zunehmender internationaler Konfrontation besonders zieht. Das ebenfalls angeführte Argument, dass Atomstrom weniger CO2-intensiv ist als etwa Kohle, dient nur dazu, den Erneuerbaren als einzig sinnvoller Zukunftstechnologie Paroli zu bieten.
Als neues Propagandamittel gelten den AKW-Verkäufern die kleinen modularen Reaktoren. Sie sollen neue Staaten anlocken, die mit herkömmlichen Atomprogrammen finanziell wie regulatorisch überfordert wären. Dabei befinden sich die Minireaktoren erst in der Erprobung und stehen schon gar nicht kurz vor der kostensenkenden Massenfertigung.
40 Jahre nach Tschernobyl und 15 Jahre nach Fukushima spricht praktisch alles gegen eine Renaissance der Atomkraft. Dass sie trotzdem droht, ist allein den Verkaufsshows ihrer Lobby zu verdanken.
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Es gibt weltweit nur eine Handvoll wirklich großer Player im Bereich der Atomkraft. Dass sie trotzdem wieder eine nennenswerte Rolle in den energiepolitischen Überlegungen vieler Staaten spielt, hat mit einer mächtigen Lobby zu tun. Besonders Frankreich, das Land mit der höchsten Atomquote im Strommix, spielt eine unselige Rolle. Hier ist die Verquickung wirtschaftlicher und politischer Interessen ganz besonders krass: AKW-Betreiber, Reaktorbauer und Rohstoffförderer sind staatlich oder teilstaatlich. Obwohl man selbst weiß, wie störanfällig die eigenen Anlagen sind, veranstaltet man Treffen mit anderen Staatenvertretern und beeinflusst massiv die EU-Politik.
Dabei ist die Kernkraft die teuerste Art der Stromerzeugung, selbst wenn man die Ewigkeitskosten durch den Atommüll außen vor lässt. Gepunktet wird nur mit einer Erzählung: Wer nicht auf Kernkraft setzt, verliert international den Anschluss, was in Zeiten zunehmender internationaler Konfrontation besonders zieht. Das ebenfalls angeführte Argument, dass Atomstrom weniger CO2-intensiv ist als etwa Kohle, dient nur dazu, den Erneuerbaren als einzig sinnvoller Zukunftstechnologie Paroli zu bieten.
Als neues Propagandamittel gelten den AKW-Verkäufern die kleinen modularen Reaktoren. Sie sollen neue Staaten anlocken, die mit herkömmlichen Atomprogrammen finanziell wie regulatorisch überfordert wären. Dabei befinden sich die Minireaktoren erst in der Erprobung und stehen schon gar nicht kurz vor der kostensenkenden Massenfertigung.
40 Jahre nach Tschernobyl und 15 Jahre nach Fukushima spricht praktisch alles gegen eine Renaissance der Atomkraft. Dass sie trotzdem droht, ist allein den Verkaufsshows ihrer Lobby zu verdanken.
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