DJ MÄRKTE EUROPA/Ölpreisabsturz sorgt für kräftiges Plus an Börsen
DOW JONES--Ein starker Rückgang der Ölpreise hat am Dienstag an Europas Aktienmärkten für deutlich steigende Kurse gesorgt. US-Präsident Donald Trump hatte am Vorabend erklärt, der Iran-Krieg werde "sehr bald" zu Ende sein. Trump hatte damit auf den massiven Anstieg der Ölpreise seit Kriegsbeginn reagiert und dies verfehlte seine Wirkung nicht. Außerdem haben die G7-Staaten die Internationale Energieagentur aufgefordert, eine mögliche Freigabe von Ölreserven zur Stabilisierung der globalen Märkte zu prüfen. Brent rutschte um 12,5 Prozent ab auf 86,63 Dollar nach kurzzeitig knapp 120 Dollar am Vortag.
Der DAX gewann 2,4 Prozent auf 23.969 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 2,7 Prozent nach oben auf 5.837 Zähler. Am Devisenmarkt schlug sich die Entspannung am Ölmarkt in einem wieder anziehenden Euro nieder, er kostete 1,1654 Dollar verglichen mit den jüngsten Tiefs knapp über 1,15 Dollar.
An den Finanzmärkten dürfte es aber weiterhin volatil zugehen, warnten Marktteilnehmer. Mitglieder der iranischen Revolutionären Garden haben erklärt, der Iran werde selbst entscheiden, wann der Krieg zu Ende sei. Und Israel hat mitgeteilt, man halte an dem Ziel eines Regimewechsels im Iran fest.
Die VW-Aktie gewann 2,6 Prozent. JP Morgan sprach von einem starken vierten Quartal, getragen von den Marken VW, Skoda und Audi. Laut den Analysten der DZ Bank ist die operative Marge leicht oberhalb der Erwartungen ausgefallen, was primär auf die bessere Entwicklung der Markengruppe Progressive (Audi) zurückzuführen sein dürfte. Derweil übertraf laut beiden Analysehäusern der Dividendenvorschlag die Erwartungen. Dessen ungeachtet berichtete VW für das vierte Quartal einen um 45 Prozent auf 3,46 Milliarden Euro gesunkenen operativen Gewinn, im Gesamtjahr brach er um über 50 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro ein.
Hugo Boss (+1,8%) hat das Jahr 2025 dank eines robusten vierten Quartal mit spürbaren Profitabilitäsverbesserungen abgeschlossen und die Erwartungen übertroffen. Der Ausblick für das laufende Jahr, das der Konzern als Übergangsjahr deklariert hatte, wurde bestätigt. Bereits am Montag hatte der Konzern mitgeteilt, für 2025 lediglich die Mindestdividende von 0,04 Euro zu zahlen nach 1,40 Euro im Vorjahr. Gleichzeitig kündigte Hugo Boss aber einen Aktienrückkauf an, was laut den Analysten der DZ Bank die Überraschung bei der Dividende ausgleicht.
Die Airbus-Aktie stieg um 1,4 Prozent nach Bekanntgabe von Auslieferungszahlen. Mit einem Auslieferungsminus von 17 Prozent im Jahresvergleich nach zwei Monaten im Vergleich zur angestrebten Steigerung der Auslieferungen um rund 10 Prozent auf dann 870 Flugzeuge liege Airbus derzeit klar unter der notwendigen Produktions- bzw. Auslieferungsrate, so die DZ Bank. Dennoch sei das Ergebnis vom Februar eine Steigerung von 84 Prozent oder 16 Auslieferungen gegenüber dem Vormonat, in dem Airbus nur 19 Auslieferungen geschafft habe.
Evotec brachen nach 2025er-Zahlen um 10,7 Prozent ein. Das Biotechnologieunternehmen schnitt mit Umsatz und operativem Ergebnis innerhalb der Prognosespannen ab. Zugleich will Evotec mit dem Abbau von Stellen und der weiteren Reduzierung von Standorten die laufenden Kosten bis Ende 2027 um rund 75 Millionen Euro senken.
Einen Satz um 8,5 Prozent auf 41,40 Euro machten Dermapharm. Treiber war ein Aktienrückkaufprogramm des Herstellers von Markenarzneimitteln und Gesundheitsprodukten über bis zu 4,3 Millionen Aktien. Sie sollen für je 42,00 Euro zurückerworben und vernichtet werden.
In Paris ging es für das Renault-Papier um 0,4 Prozent nach oben, nachdem der Autobauer einen Strategieplan vorgelegt hat. Bernstein sah darin allerdings keine großen Überraschungen. Der Autokonzern habe seine Mittelfristziele bereits am 19. Februar bekannt gegeben.
Der schweizerische Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli hat seine Wachstumsprognose für 2026 vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheiten gesenkt. Das organische Umsatzwachstum sieht der Konzern in diesem Jahr nur noch bei 4 bis 6 Prozent, nachdem er zuvor mittel- bis langfristig 6 bis 8 Prozent in Aussicht gestellt hatte. Für die Aktie ging es um 8,5 Prozent nach unten.
=== Index Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 5.837 2,67 -1,83 Stoxx-50 5.062 1,79 1,12 Stoxx-600 606 1,88 0,46 DAX 23.969 2,39 -4,41 FTSE-100 London 10.250 1,59 3,20 CAC-40 Paris 7.915 1,79 -2,87 AEX Amsterdam 983 1,98 3,33 ATHEX-20 Athen 5.336 3,88 -0,29 BEL-20 Brüssel 5.153 1,83 1,47 BUX Budapest 120.443 3,43 8,48 OMXH-25 Helsinki 5.865 1,56 2,84 OMXC-20 Kopenhagen 1.415 0,21 -11,99 PSI 20 Lissabon 8.876 1,67 7,41 IBEX-35 Madrid 16.928 3,05 -2,19 FTSE-MIB Mailand 44.025 2,67 -2,05 OBX Oslo 1.851 -0,58 15,83 PX Prag 2.553 1,97 -4,95 OMXS-30 Stockholm 2.993 3,00 3,81 WIG-20 Warschau 122.602 1,89 2,63 ATX Wien 5.308 2,71 -0,34 SMI Zürich 13.000 0,50 -2,02 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:43 EUR/USD 1.1654 +0.2 0.0018 1.1636 1.1584 EUR/JPY 183.58 +0.1 0.1500 183.43 183.3800 EUR/CHF 0.9038 -0.1 -0.0005 0.9043 0.9032 EUR/GBP 0.8652 -0.1 -0.0004 0.8656 0.8652 USD/JPY 157.5 -0.1 -0.1400 157.64 158.2700 GBP/USD 1.3468 +0.3 0.0033 1.3435 1.3385 USD/CNY 6.8766 -0.4 -0.0300 6.9066 6.9066 USD/CNH 6.8656 -0.3 -0.0194 6.8850 6.9113 AUS/USD 0.7152 +1.1 0.0079 0.7073 0.7035 Bitcoin/USD 71,193.30 +3.2 2,192.83 69,000.47 68,405.38 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 80.36 -15.2 -14.41 94.77 Brent/ICE 86.63 -12.5 -12.33 98.96 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 5.228,99 +1,8 92,08 5.136,91 Silber 89,34 +2,7 2,33 87,01 Platin 2.225,68 +2,0 43.54 2.182,14 ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/flf
(END) Dow Jones Newswires
March 10, 2026 13:16 ET (17:16 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
