DJ HWWI: Irankrieg bremst Erholung der deutschen Wirtschaft
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Der Irankrieg hat aus Sicht des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) die wirtschaftliche Erholung in Deutschland vorerst ausgebremst. Noch zum Jahreswechsel 2025/2026 hätten sich viele Konjunkturindikatoren positiv entwickelt, nicht zuletzt getragen von den fiskalpolitischen Ausgabenprogrammen der Koalitionsregierung. Mit dem Irankrieg und den dadurch ausgelösten Preisschocks bei Öl und Gas hätten sich die Perspektiven für Inflation und Wachstum - nicht nur in Deutschland, sondern weltweit - jedoch verschlechtert, erklärte das Institut. Es senkte daher die Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2026 deutlich.
Die weitere Entwicklung im Irankrieg sei unklar. Das HWWI gehe davon aus, dass sich das Kriegsgeschehen bis spätestens Jahresmitte allenfalls auf das Gebiet des Iran beschränkt und die Straße von Hormus wieder frei passierbar ist. Öl- und Gaspreise würden sich dann wieder in Richtung des Vorkriegsniveaus bewegen. Die für 2026/2027 angelegte Erholung der deutschen Wirtschaft könnte dann in der zweiten Hälfte dieses Jahres neue Fahrt aufnehmen. Unter diesen Bedingungen erwartet das HWWI für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 0,8 (vor Kriegsausbruch: 1,5) Prozent und für 2027 von 1,5 (1,5) Prozent.
Begleitet wird diese gedämpfte Entwicklung von einem deutlichen Inflationsschub, der die Teuerungsrate bis Mitte 2026 auf 3 Prozent treiben könnte, bevor sie sich im Jahresdurchschnitt bei 2,5 Prozent einpendelt. "Die geopolitischen und geoökonomischen Rahmenbedingungen bergen erhebliche Risiken für diese Prognose. Die weitere Entwicklung im US-Iran-Konflikt ist unklar. Bei Eskalation, wie größeren Zerstörungen von Öl- und Gasanlagen auch in den anderen Golfstaaten oder längerer Blockierung der Straße von Hormus, müssten die Inflationsprognose nach oben und die Wachstumsprognose nach unten angepasst werden", erklärte das HWWI.
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March 11, 2026 07:00 ET (11:00 GMT)
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