DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen bleiben unter Druck - IEA gibt strategische Ölreserve frei
DOW JONES--Europas Börsen bleiben auch am Mittwochmittag unter Druck. Viele Fragen über Fortgang oder Ende des Iran-Krieges seien offen und damit blieben die weiteren Auswirkungen auf die Energiepreise unklar, heißt es von CMC Markets. Erneute Kursrückgänge seien mit Meldungen über Raketen auf Ölraffinerien oder Tanker in der Straße von Hormus jederzeit wieder möglich, hatten die Experten bereits vorbörslich gewarnt. Auf die Stimmung drücken wieder merklich steigende Ölpreise. Brent-Öl verteuert sich um 3,8 Prozent auf 91,18 Dollar je Fass. Und das, obwohl die Internationale Energieagentur (IEA) die größte Freigabe von Ölreserven in ihrer Geschichte beschlossen hat, um die Rohölpreise zu senken.
Die Freigabe beträgt 400 Millionen Barrel Öl und übersteigt damit die 182 Millionen Barrel, die 2022 in zwei Tranchen an den Markt kamen, als Russland seine Invasion in der Ukraine startete. Die Freigabe der Reserven könnte die Rohölpreise um 7 Dollar pro Barrel senken, je nachdem, wie viel Öl in die Lager aufgenommen werde, so die Analysten von Goldman Sachs.
Der DAX verliert 1,4 Prozent auf 23.644 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt um 1,0 Prozent auf 5.777 Punkte nach. Am Devisenmarkt erhält der Dollar mit den anziehenden Ölpreisen wieder Zulauf, der Euro sinkt auf 1,1595 Dollar. An den Anleihemärkten geht es mit den Renditen wegen der Inflationssorgen als Folge des Ölpreisanstiegs nach oben. Dazu passen Stimmen aus Kreisen der Europäischen Zentralbank (EZB).
Die EZB könnte nach Aussage von Ratsmitglied Peter Kazimir ihre Geldpolitik früher als bisher angenommen straffen. "Der Iran-Krieg und seine Auswirkungen auf die Inflation bergen das Risiko, dass die EZB die Leitzinsen früher als erwartet anheben muss", sagte er. Und EZB-Chefin Christine Lagarde sagte, die EZB werde alles Nötige tun, um die Inflation in Schach zu halten. Die EZB werde sicherstellen, dass die Franzosen und die Europäer keine Inflationsanstiege wie 2022 und 2023 erlebten, sagte sie im französischen Fernsehen.
Akzente könnte noch die Bekanntgabe der US-Verbraucherpreise im weiteren Verlauf setzen. Für Februar wird im Konsens ein Anstieg von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat bzw 0,2 Prozent in der Kernrate erwartet. Der jüngste Preisanstieg infolge des Iran-Kriegs dürfte für die Inflation noch keine Rolle gespielt haben.
Berichtssaison nimmt wieder Fahrt auf
Rheinmetall fallen nach dem Zahlenausweis um 5,8 Prozent zurück. Die hohe Wehrtechnik-Nachfrage hat dem Unternehmen vergangenes Jahr ein hohes Umsatzplus von 29 Prozent beschert, was dennoch die Erwartung nicht ganz erfüllte. Das operative Ergebnis kletterte überproportional zu den Erlösen, die Gewinnrendite stieg zwar auf 18,5 Prozent, Analysten hatten mit 19,0 Prozent aber etwas mehr erwartet. Die Aktionäre sollen dessen ungeachtet eine deutlich höhere Dividende erhalten. Auch andere Rüstungsaktien werden verkauft. In Mailand verlieren Leonardo 3,9 Prozent.
Auch die Henkel-Aktie steht unter Druck und verliert 4,0 Prozent. Der Konsumgüterhersteller hat im vergangenen Jahr trotz eines starken Schlussquartals ein nur verhaltenes Wachstum erzielt und die eigene Prognose sowie die Markterwartung verfehlt. Für das laufende Jahr stellt der Konzern wieder ein stärkeres Wachstum in Aussicht.
Die Aktie der Porsche AG gewinnt 0,8 Prozent nach endgültigen Zahlen für 2025. Sie werden als unter den Erwartungen liegend bezeichnet. Auch der Ausblick überzeuge nicht. Der Automobilkonzern strebt Umsätze zwischen 35 und 36 Milliarden Euro an, dem steht laut Baader eine Konsenserwartung von 36,6 Milliarden gegenüber. In der Telefonkonferenz zu den Zahlen bekräftigte Porsche die mittelfristigen Ziele und will weiter Rentabilität den Vorrang vor Volumen geben.
In Madrid reagieren Inditex auf gute Quartalszahlen mit Aufschlägen von 2,7 Prozent. Das operative Ergebnis ist laut Jefferies 2 Prozent über den Konsensschätzungen ausgefallen. Der Modekonzern sei solide ins neue Jahr gestartet. Der Ausblick bewege sich im Rahmen der Markterwartungen.
Wacker Chemie machen einen Satz um 4,4 Prozent. Das Unternehmen sieht keinen Marktumschwung und streicht die Dividende. Zugleich wird ein Sparprogramm mit über 300 Millionen Euro jährlich aufgesetzt, das offenbar gut bei den Anlegern ankommt. Dennoch überrascht der starke Kursanstieg.
Mit neuen Streikankündigungen büßt die Lufthansa-Aktie 2,9 Prozent ein. Gerresheimer geben um 5,1 Prozent ein, im Tief ging es noch um fast 20 Prozent nach unten. Der Hersteller von Verpackungen aus Glas, Spezialglas und Kunststoffen hat mitgeteilt, die Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschluss 2025 verschieben zu müssen. Die Verzögerung der Abschlüsse dürfte zudem voraussichtlich zu einem Ausschluss der Aktie aus dem SDAX führen.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.777,40 -1,0 -59,77 5.837,17 16,8 Stoxx-50 5.015,45 -0,9 -46,40 5.061,85 11,9 DAX 23.643,85 -1,4 -324,78 23.968,63 19,9 MDAX 29.426,52 -1,0 -296,56 27.039,42 15,3 TecDAX 3.592,69 -0,9 -33,33 3.091,28 4,8 SDAX 17.152,46 -1,0 -163,65 13.062,07 22,4 CAC 7.995,77 -0,8 -61,59 8.057,36 10,0 SMI 12.956,57 -0,8 -108,62 13.065,19 11,4 ATX 5.408,58 -0,8 -43,91 5.452,49 38,3 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 18:52 EUR/USD 1,1595 -0,1 -0,0015 1,1610 1,1645 EUR/JPY 183,76 +0,2 0,2700 183,49 183,5400 EUR/CHF 0,903 -0,1 -0,0006 0,9036 0,9046 EUR/GBP 0,8632 -0,2 -0,0020 0,8652 0,8651 USD/JPY 158,47 +0,3 0,4300 158,04 157,5900 GBP/USD 1,3429 +0,1 0,0013 1,3416 1,3460 USD/CNY 6,8655 -0,2 -0,0111 6,8766 6,8766 USD/CNH 6,874 -0,1 -0,0058 6,8798 6,8680 AUS/USD 0,7159 +0,6 0,0040 0,7119 0,7156 Bitcoin/USD 69.171,22 -1,5 -1.079,69 70.250,91 70.909,87 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 86,88 +4,1 3,43 83,45 Brent/ICE 91,13 +3,8 3,33 87,80 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 5.185,30 -0,1 -6,01 5.191,31 Silber 86,10 -2,6 -2,30 88,40 Platin 2.172,71 -1,3 -27,74 2.200,45 ===
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March 11, 2026 08:14 ET (12:14 GMT)
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