DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Die Ölpreise steigen wieder kräftig, nachdem sie zuvor nach dem panikartigen Anstieg am Montag zwischenzeitlich deutlich zurückgekommen waren. Die Nordseesorte Brent macht einen Satz um 9 Prozent auf 100 Dollar je Barrel, WTI verteuert sich um fast 8 Prozent. Schon am Vortag hatten die Preise deutlich zugelegt mit Meldungen über eine komplette Blockade - auch durch Verminung - der wichtigen Ölpassage der Straße von Hormus durch den Iran. Dass die International Energieagentur (IEA) in vorher nie gesehenem Ausmaß strategische Ölreserven freigibt, kam dagegen nicht an. Nun treiben zusätzlich Meldungen die Preise nach oben, dass Iran auch mit der Sperre der Passage durch das Rote Meer droht. Die Huthi-Miliz im Jemen und andere "Widerstandsgruppen" könnten sich nach Darstellung der halb-offiziellen iranischen Nachrichtenagentur Fars dem Kampf Teherans gegen die USA und deren Partner anschließen und die Meeresstraße Bab al-Mandab. Dabei handelt es sich um eine schmale Passage an der Südspitze der Arabischen Halbinsel, durch die der Schiffsverkehr über das Rote Meer zum Suezkanal geht."Unsere Finger liegen am Abzug, wenn es um militärische Eskalation und Maßnahmen geht, wann immer es die Entwicklungen erfordern" sagte Huthi-Anführer Abdul Malik al-Huthi.
Der Plan der IEA, 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven freizugeben, um Lieferunterbrechungen abzumildern, könnte derweil Wochen oder Monate dauern, bis er die Käufer erreicht, sagt Marktexpertin Priyanka Sachdeva von Phillip Nova. Die Menge könne kaum die durch das Chaos in der Straße von Hormus verursachten Lieferausfälle von 30 Tagen decken. Die Kriegsrisikoprämien für Öl stiegen daher, was Öl trotz der fortgesetzten physischen Versorgung effektiv verteuere. Außerdem seien zwei Öltanker in einem irakischen Hafen getroffen worden.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
RTL (8:00)
Nachfolgend die Konsensschätzungen für das Gesamtjahr 2025 (in Millionen Euro, Ergebnis und Dividende je Aktie in Euro, Bilanzierung nach IFRS):
PROG PROG PROG GESAMTJAHR Gj25 ggVj Zahl Gj24 Umsatz 6.075 -3% 7 6.254 EBITA bereinigt 652 -10% 7 721 Ergebnis je Aktie 7,03 +227% 6 2,15 Dividende je Aktie 5,54 +122% 7 2,50
Weitere Termine:
07:00 DE/Fraport AG, Verkehrszahlen Februar
07:00 DE/Grenke AG, Jahresergebnis (11:30 BI-PK)
07:00 DE/Siltronic AG, ausführliches Jahresergebnis (10:00 Telefonkonferenz)
07:30 DE/Hannover Rück SE, ausführliches Jahresergebnis (10:00 BI-PK)
07:35 DE/MLP SE, Jahresergebnis (10:00 BI-PK; 14:00 Analystenkonferenz)
18:00 FR/Vivendi SE, Jahresergebnis
21:05 US/Adobe Inc, Ergebnis 1Q
Im Tagesverlauf:
- DE/Deutsche Bank AG, Geschäftsbericht
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US
13:30 Baubeginne/-genehmigungen Januar
Baubeginne
PROGNOSE: -3,8% gg Vm
zuvor: +6,2% gg Vm
Baugenehmigungen
PROGNOSE: -2,6% gg Vm
zuvor: +4,3% gg Vm
Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
PROGNOSE: 215.000
zuvor: 213.000
Handelsbilanz Januar
PROGNOSE: -67,0 Mrd USD
zuvor: -70,3 Mrd USD
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell:
zuletzt +/- %
DAX Futures 23.392,00 -0,9
E-Mini-Future S&P-500 6.724,00 -0,8
E-Mini-Future Nasdaq-100 24.785,00 -0,8
Topix (Tokio) 3.649,85 -1,3
Hang-Seng (Hongk.) 25.610,92 -1,1
Shanghai-Comp. 4.126,84 -0,2
Mittwoch:
INDEX zuletzt +/- %
DAX 23.640,03 -1,4
DAX-Future 23.679,00 -1,1
XDAX 23.667,45 +0,1
MDAX 29.414,84 -1,0
TecDAX 3.599,45 -0,7
SDAX 17.086,27 -1,3
Euro-Stoxx-50 5.794,68 -0,7
Stoxx-50 5.034,00 -0,6
Dow-Jones 47.417,27 -0,6
S&P-500 6.775,80 -0,1
Nasdaq Composite 22.716,14 +0,1
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Europas Börsen dürften an die Verluste vom Vortag anknüpfen und schwächer in den Handel am Donnerstag starten. Der andauernde Krieg im Nahen Osten drückt auf die Stimmung und treibt die Ölpreise wieder stark nach oben. Die Straße von Hormus gilt bereits seit mehreren Tagen als unpassierbar, inzwischen hat Iran offenbar auch damit begonnen, sie zu verminen. Die Sorge an den Finanzmärkten ist, dass als Folge des massiven Anstiegs der Energiepreise eine Stagflation droht. Längst wird deswegen beispielsweise von der EZB keine Zinssenkung sondern eine Zinserhöhung als nächster Schritt erwartet.
Rückblick: Schwächer - Vor allem wieder steigende Ölpreise drückten auf die Stimmung. Daran änderte auch nichts, dass die Internationale Energieagentur (IEA) als Gegenmaßnahme eine Rekordmenge an Ölreserven freigibt - zumal zugleich Nachrichten über eine komplette Blockade der Straße von Hormus inklusive Verminungn durch Iran Schlagzeilen machten. Die US-Verbraucherpreise für Februar setzten vor diesem Hintergrund keinen Impuls. Die Daten entsprachen ohnehin den Erwartungen. In Madrid gewannen Inditex nach guten Quartalszahlen 0,5 Prozent. Das operative Ergebnis ist laut Jefferies 2 Prozent über den Konsensschätzungen ausgefallen.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Schwach - Rheinmetall fielen nach dem Zahlenausweis um 8,0 Prozent. Die starke Wehrtechniknachfrage hat dem Unternehmen vergangenes Jahr ein Umsatzplus von 29 Prozent beschert, was dennoch die Erwartung nicht ganz erfüllte. Das operative Ergebnis kletterte überproportional zu den Erlösen, die Gewinnrendite verfehlt dennoch den Konsens. Henkel gaben um 2,8 Prozent nach. Das Unternehmen erzielte 2025 trotz eines starken Schlussquartals nur ein verhaltenes Wachstum und verfehlte die eigene Prognose sowie die Markterwartung. Porsche AG gewannen 6,1 Prozent nach endgültigen Geschäftszahlen für 2025. Sie wurden als unter den Erwartungen liegend bezeichnet. Auch der Ausblick überzeugte nicht. Wacker Chemie stiegen um 6,6 Prozent, nachdem das Chemieunternehmen für dieses Jahr höhere Gewinne prognostiziert hatte, mit Unterstützung geplanter Kostensenkungen. Mit neuen Streikankündigungen büßte die Lufthansa-Aktie 1,6 Prozent ein. Gerresheimer fielen um 5,8 Prozent, im Tief war es um fast 20 Prozent nach unten gegangen. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, die Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschluss 2025 verschieben zu müssen. Die Verzögerung der Abschlüsse dürfte zudem voraussichtlich zu einem Ausschluss der Aktie aus dem SDAX führen.
XETRA-NACHBÖRSE
Auffälligkeiten bei Einzelwerten gab es nicht.
USA - AKTIEN
Knapp behauptet - Wieder anziehende Ölpreise und die Ungewissheit über die Dauer des Iran-Krieges bremsten. Einerseits wiederholte US-Präsident Donald Trump seine Einschätzung eines möglicherweise baldigen Kriegsendes. Andererseits hatte der Iran in den vergangenen Tagen nach Angaben von US-Vertretern Minen in der Straße von Hormus verlegt. Weitgehend unbeachtet blieben wie erwartet ausgefallene US-Verbraucherpreise für Februar. Ohnehin dürften die März-Inflationszahlen viel spannender werden, weil erst sie Folgen des Ölpreisanstiegs zeigen dürften. Oracle machten einen Satz um 9,2 Prozent nach oben. Geschäftszahlen und Ausblick waren stärker als erwartet ausgefallen. UniFirst stiegen um 6,6 Prozent, nachdem das Unternehmen einer Übernahme durch seinen Konkurrenten Cintas (+1,1%) zugestimmt hatte. Campbell's büßten 7,1 Prozent ein. Der Lebensmittelkonzern meldete Umsätze und Gewinne unter Markterwartungen - ebenso der Ausblick enttäuschte. Eine Kooperation mit der KI-Ikone Nvidia schob Nebius um 16,2 Prozent nach oben. Eine Kapitalerhöhung ließ die Papiere von Kosmos Energy um über 17 Prozent einbrechen.
USA - ANLEIHEN
Befeuert von gestiegenen Ölpreisen, die auch höhere Inflationsraten zur Folge haben dürften, erhöhte sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 8 Basispunkte auf 4,22 Prozent. Teure Engiepreise schmälerten die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen, hieß es. Zudem wurden die Notierungen von einer schwachen Auktion am Primärmarkt belastet.
DEVISENMARKT
zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:08 EUR/USD 1,1546 -0,2 -0,0020 1,1566 1,1565 EUR/JPY 183,58 -0,2 -0,2700 183,8500 183,7000 EUR/CHF 0,9022 -0,0 -0,0004 0,9026 0,9029 EUR/GBP 0,8632 +0,1 0,0008 0,8624 0,8630 USD/JPY 158,98 +0,0 0,0400 158,9400 158,8400 GBP/USD 1,3372 -0,3 -0,0039 1,3411 1,3396 USD/CNY 6,8785 +0,2 0,0130 6,8655 6,8655 USD/CNH 6,88 +0,1 0,0045 6,8755 6,8771 AUS/USD 0,7122 -0,4 -0,0029 0,7151 0,7147 Bitcoin/USD 69.526,98 -1,6 -1.119,61 70.646,59 70.360,95
Die deutlich gestiegenen Marktzinsen und die schwindente Aussicht auf Zinssenkungen stützten den Dollar, der Dollarindex legte um 0,4 Prozent zu, der Euro kam auf 1,1540 Dollar zurück.
ROHSTOFFE
METALLE
zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 5.156,34 -0,4 -19,11 5.175,45 Silber 85,40 -0,4 -0,39 85,79 Platin 2.166,39 -0,1 -2,62 2.169,01
Der Goldpreis verlor 0,2 Prozent auf 5.175 Dollar - gedrückt von höheren Marktzinsen und dem festerem Dollar.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
March 12, 2026 02:35 ET (06:35 GMT)
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