PEKING (dpa-AFX) - China setzt für seine Wirtschaft weiter stark auf neue Technologien. Der Volkskongress hat in Peking den neuen Fünfjahresplan für die Jahre 2026 bis 2030 verabschiedet. Die Führung will damit den Ausbau von Schlüsseltechnologien weiter beschleunigen. Im Mittelpunkt stehen Halbleiter, künstliche Intelligenz sowie andere wichtige Industrien wie Robotik und Biotechnologie.
Der Fünfjahresplan gilt als wichtigstes wirtschaftspolitisches Programm der chinesischen Regierung. Er legt fest, welche Branchen besonders gefördert werden sollen und welche Ziele das Land in den kommenden fünf Jahren erreichen will.
Jedes Jahr sieben Prozent mehr für Forschung
Als konkrete Marke nennt der Plan weiter steigende Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die jährlich um mehr als sieben Prozent wachsen sollen. Zudem soll der Anteil der Digitalwirtschaft bis 2030 auf 12,5 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Zuletzt lag er bei rund 10,5 Prozent.
Der Plan nennt auch eine Reihe von Industrien und Technologien mit sehr langfristiger Perspektive. Dazu gehören etwa Kernfusion, Quanten-Technologien, Raumfahrt sowie sogenannte Brain-Computer-Interfaces. Das sind Schnittstellen, die es ermöglichen sollen, Signale aus dem Gehirn direkt an Maschinen oder Computer zu übertragen.
Auch Konsum soll gefördert werden
Das Dokument enthält zudem Ziele zur Stärkung des Konsums und zur Verbesserung der Lebensqualität. Die chinesische Führung reagiert damit auch auf strukturelle Probleme wie eine alternde Bevölkerung und eine schwächere Binnennachfrage.
Peking versucht seit Jahren, seine Abhängigkeit von ausländischer Technologie zu verringern. Hintergrund sind unter anderem Exportbeschränkungen der USA. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb zwischen China und den USA in Bereichen wie künstlicher Intelligenz und Halbleitern.
Drohen weitere Überkapazitäten?
Beobachter sehen in dem Programm vor allem eine Fortsetzung der bisherigen Industriepolitik. Einige Ökonomen warnen jedoch, dass die starke staatliche Förderung zu neuen Überkapazitäten führen könnte. Das wiederum könnte den Wettbewerb auf den Weltmärkten verschärfen und Handelskonflikte befeuern.
Der Nationale Volkskongress ist Chinas Parlament und tritt einmal im Jahr in Peking zusammen. Die fast 2.800 Delegierten werden nicht in freien Wahlen bestimmt. Die politischen Entscheidungen gelten meist als zuvor innerhalb der Kommunistischen Partei abgestimmt./jpt/DP/stk
