DJ MARKT USA/Steigende Ölpreise dürften Wall Street ins Minus drücken
Die wieder kräftig zulegenden Ölpreise dürften am Donnerstag an der Wall Street für eine negative Tendenz sorgen. Brent war im Verlauf kurzzeitig wieder über die Marke von 100 Dollar je Barrel geklettert - trotz der Entscheidung der Internationalen Energieagentur (IEA), eine Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Öl aus den Notreserven freizugeben, um die Preise zu senken.
Der Iran-Krieg hält zudem unvermindert an. Die Straße von Hormus gilt bereits seit mehreren Tagen als unpassierbar, inzwischen hat der Iran offenbar auch damit begonnen, sie zu verminen. Dazu droht Teheran nun auch mit einer Sperre der Passage durch das Rote Meer mit Unterstützung der Huthi-Miliz im Jemen und anderer "Widerstandsgruppen". Vor diesem Hintergrund geht es für den Future auf den S&P-500 um 0,5 Prozent nach unten.
Der Preis für die Ölsorte Brent klettert um 4,5 Prozent auf 96,16 Dollar. Das Marktgeschehen bleibe bisher allerdings ruhiger als während des panischen Handels am Montag, so Norbert Rucker von Julius Bär. Der Leiter für Volkswirtschaft und Next Generation Research weist darauf hin, dass die Angriffe auf im Persischen Golf ankernde Schiffe teilweise zugenommen hätten. Der Preis spiegele weitgehend die Unsicherheit der Lage wider und preise eine große Risikoprämie ein, die zu den in den Preisen enthaltenen teureren Logistikkosten hinzukomme.
Die Renditen am US-Anleihemarkt legen weiter zu. Für zehnjährige Papiere steigt diese um 2,0 Basispunkte auf 4,22 Prozent. Die anhaltend hohen Energiepreise schmälern die Erwartungen baldiger Zinssenkungen, heißt es. Auch für den "sicheren Hafen" Dollar geht es weiter nach oben - der Dollar-Index gewinnt 0,1 Prozent. Der Goldpreis legt zwar leicht zu, steht übergeordnet aber weiter unter Druck durch den festeren Dollar und weiter steigende Marktzinsen. Die Feinunze verteuert sich um 0,1 Prozent auf 5.181 Dollar.
Ob vor diesem Hintergrund die anstehenden US-Konjunkturdaten Impulse setzen können, bleibt fraglich. Bereits am Vortag hatten die im Rahmen der Erwartungen ausgefallenen Verbraucherpreise für Februar kaum Beachtung am Markt gefunden. Am Berichtstag stehen die wöchentlichen Erstanträge, die Baubeginne und -genehmigungen für Januar und die Handelsbilanz für den Januar an.
Bei den Einzelwerten fallen die Aktien von Adobe vorbörslich um 0,3 Prozent. Das Softwareunternehmen wird nach der Schlussglocke die Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal vorlegen. Nvidia reduzieren sich um 0,6 Prozent. Einer der Hauptkunden des Chipherstellers, Meta Platforms, hat vier neue Generationen seiner maßgeschneiderten Chips für künstliche Intelligenz (KI) angekündigt. Die Meta-Aktie verliert 0,5 Prozent.
UiPath büßen 5,3 Prozent ein. Das Automatisierungssoftware-Unternehmen hat für das vierte Geschäftsquartal Zuwächse bei Umsatz und Gewinn gemeldet, aber für das Gesamtjahr eine Verlangsamung des Umsatzwachstums in Aussicht gestellt.
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