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MÄRKTE EUROPA/Börsen erholen sich - alles dreht sich um den Ölpreis

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen erholen sich - alles dreht sich um den Ölpreis

DOW JONES--Die Kurse an den europäischen Börsen erholen sich bis Donnerstagmittag. Hintergrund sind vom Tageshochs zurückkommende Ölpreise. Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent war am Morgen um rund 10 Prozent auf über 100 Dollar nach oben geschossen. Aktuell liegt er bei knapp 98 Dollar. Das ändert nichts daran, dass der unvermindert tobende Krieg im Nahen Osten weiter auf die Stimmung drückt.

Die Straße von Hormus gilt bereits seit mehreren Tagen als unpassierbar, inzwischen hat Iran offenbar auch damit begonnen, sie zu verminen. Dazu droht Teheran nun auch mit einer Sperre der Passage durch das Rote Meer mit Unterstützung der Huthi-Miliz im Jemen und anderer "Widerstandsgruppen". Sollten die hohen Energiepreise die Inflation nachhaltig ansteigen lassen, drohe der Wirtschaft eine zusätzliche Belastung, so Thomas Altmann von QC Partners.

Der DAX verliert 0,1 Prozent auf 23.622 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,6 Prozent auf 5.762 Punkte nach unten. Am Devisenmarkt notiert der Euro praktisch unverändert bei 1,1554 Dollar auf einem weiter niedrigen Niveau. An den Anleihemärkten ist es ruhig, nachdem die Renditen am Morgen wegen der höheren Inflationsgefahren noch gestiegen waren.

Wie Bloomberg berichtet, soll EU-Handelskommissar Dombrovskis gewarnt haben, dass ein dauerhafter Brent-Preis von 100 Dollar die Inflation in der Eurozone auf 3 Prozent treiben und das Wirtschaftswachstum um 0,4 Punkte senken würde. An den Märkten werden nun zunehmend zwei Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) im laufenden Jahr eingepreist.

Zalando-Aktie kräftig erholt

Unternehmensseitig gibt es eine Flut von Geschäftszahlen zu verarbeiten. Von ordentlichen Zahlen ist im Handel mit Blick auf Zalando die Rede. Während sich der Umsatz im Rahmen der Erwartungen bewege, lägen die anderen Kennziffern darüber. Positiv wird vor allem das angekündigte Aktienrückkaufprogramm aufgenommen. Zalando will bis Mitte Juli Aktien für 300 Millionen Euro zurückkaufen. Die schwer gebeutelte Aktie haussiert um 12,2 Prozent und ist DAX-Spitzenreiter.

Nach der Bekanntgabe endgültiger Geschäftszahlen ziehen Hannover Rück um 2,9 Prozent an. Highlight ist die Dividendenankündigung. Mit 12,50 Euro je Anteilsschein liegt diese laut Analysten 5 Prozent über der Marktschätzung.

RWE (+3%) hat nach Einschätzung aus dem Handel gute Zahlen vorgelegt. Sie lägen durch die Bank über den Markterwartungen, der Dividendenvorschlag von 1,20 Euro je Aktie entspreche der Markterwartung und signalisiere zugleich Zuversicht, wie auch der langfristige Ausblick des Versorgers.

BMW rücken um 0,3 Prozent vor. Belastet von einem schwierigen Marktumfeld in China setzte der Autobauer vergangenes Jahr weniger um und verdiente auch weniger. Besonders im vierten Quartal verspürten die Münchener Gegenwind - der Konzernumsatz und die Marge im Autogeschäft fielen teils deutlich unter den Markterwartungen aus. Der Ausblick entspricht indes den Erwartungen.

Ebenfalls nach Geschäftszahlen liegen Daimler Truck 3,0 Prozent vorne. Der Lkw-Bauer hat im vierten Quartal deutlich mehr neue Aufträge an Land ziehen können und zeigt sich auch für das Gesamtjahr optimistisch.

Der Chemikalienhändler Brenntag weitet derweil sein Kostensenkungsprogramm aus. Die Aktie verteuert sich um 2,2 Prozent. Die Viertquartalszahlen sowie der Ausblick von K+S sind besser als prognostiziert ausgefallen. Für die Aktie des Düngemittelkonzerns geht es 8,3 Prozent nach oben.

RTL legen um 1,7 Prozent zu. Der schwache Werbemarkt bescherte dem Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz- und operativen Gewinnrückgang. Unter dem Strich verdiente die Bertelsmann-Tochter hingegen wegen des Verkaufs des Niederlande-Geschäfts deutlich mehr, was sich für die Aktionäre in Form einer deutlich höheren Dividende auszahlt.

Angeführt von Leonardo liegen Rüstungsaktien europaweit sehr fest im Markt. Der italienische Rüstungskonzern will Umsatz und Ergebnis in diesem Jahr und bis zum Ende des Jahrzehnts steigern. Leonardo will außerdem eine 21 Prozent höhere Dividende von 0,63 Euro pro Aktie zahlen. Leonardo schießen um 7,4 Prozent nach oben, Rheinmetall gewinnen 3,2 und Thales 4,2 Prozent.

Der italienische Versicherer Generali hat 2025 dank der guten Entwicklung aller seiner Geschäftsbereiche einen Gewinnanstieg um 12 Prozent auf 4,17 Milliarden Euro verzeichnet. Der Konzern kündigte an, in diesem Jahr einen Aktienrückkauf im Wert von 500 Millionen Euro zu starten. Der Kurs steigt um 2,2 Prozent.

=== 
INDEX      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50  5.762,49 -0,56   -32,19    5.794,68    16,8 
Stoxx-50    5.003,28 -0,61   -30,72    5.034,00    11,9 
DAX      23.621,83 -0,08   -18,20    23.640,03    19,9 
MDAX      29.413,21 -0,01   -1,63    27.039,42    15,3 
TecDAX     3.590,43 -0,25   -9,02    3.091,28    4,8 
SDAX      17.028,20 -0,34   -58,07    13.062,07    22,4 
CAC       8.008,94 -0,41   -32,87    8.041,81    10,0 
SMI      12.872,09 -0,67   -86,50    12.958,59    11,4 
ATX       5.374,18 -1,11   -60,22    5.434,40    38,3 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:08 
EUR/USD      1,1554 -0,10  -0,0012     1,1566   1,1565 
EUR/JPY      183,39 -0,25  -0,4600     183,85  183,7000 
EUR/CHF      0,9024 -0,02  -0,0002     0,9026   0,9029 
EUR/GBP      0,8624  0,00   0,0000     0,8624   0,8630 
USD/JPY      158,7 -0,15  -0,2400     158,94  158,8400 
GBP/USD      1,3393 -0,13  -0,0018     1,3411   1,3396 
USD/CNY      6,8701  0,07   0,0046     6,8655   6,8655 
USD/CNH      6,8658 -0,14  -0,0097     6,8755   6,8771 
AUS/USD      0,7133 -0,25  -0,0018     0,7151   0,7147 
Bitcoin/USD  70.428,71 -0,31  -217,88    70.646,59 70.360,95 
 
ROHÖL      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex     92,68  6,22    5,43      87,25 
Brent/ICE     97,96  6,50    5,98      91,98 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      5.177,59  0,04    2,14    5.175,45 
Silber       87,00  1,42    1,22      85,79 
Platin     2.191,79  1,05   22,78    2.169,01 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/ros

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March 12, 2026 08:11 ET (12:11 GMT)

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Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Die Stimmung an den Märkten hat sich grundlegend gedreht. Während Tech- und KI-Werte zunehmend mit Volatilität und Bewertungsrisiken kämpfen, erleben klassische Versorger ein unerwartetes Comeback. Laut IEA und EIA steigt der globale Strombedarf strukturell weiter, nicht nur wegen E-Mobilität und Wärmepumpen, sondern vor allem durch energiehungrige KI-Rechenzentren. Energie wird damit zur zentralen Infrastruktur des digitalen Zeitalters.

Gleichzeitig rücken in unsicheren Marktphasen stabile Cashflows, solide Bilanzen und regulierte Renditen wieder stärker in den Fokus. Genau hier spielen Versorger ihre Stärken aus: berechenbare Erträge, robuste Nachfrage und hohe Dividenden – Qualitäten, die vielen Wachstumswerten aktuell fehlen.

Nach Jahren im Schatten der Tech-Rallye steigt nun das Interesse an Unternehmen, die Stabilität mit langfristigen Wachstumsthemen wie Netzausbau, Dekarbonisierung und erneuerbaren Energien verbinden.

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