Die Anleger rund um den Globus befinden sich weiter im Bann der Nachrichten aus dem Krieg im Iran und dessen Auswirkungen auf die Energiepreise. Die Flucht in die sicheren Häfen hält an und lastet auch auf dem Euro. Das verstärkt die Inflationsthematik in der Eurozone, da die ohnehin schon teuren Rohstoffe in US-Dollar abgerechnet und durch den schwachen Euro noch teurer werden. Die heute publizierten Großhandelspreise für Deutschland lagen in der Teuerungsrate bereits über der Erwartung und lassen erahnen, was noch auf die Konsumenten zukommen kann.
Der DAX versucht sich weiter auf dem Kursniveau um 23 500 Punkten zu stabilisieren. Helfen könnte dabei auch wieder etwas mehr Zinssenkungsfantasie in den USA. So fielen die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter im Februar genau wie das Wirtschaftswachstum weit hinter die Erwartungen zurück. Das deutet auf eine bereits beginnende, erkennbare Konjunkturverlangsamung hin und gibt der US-Notenbank mehr Spielraum. Der Krieg im Nahen Osten könnte diese Abkühlungstrends noch beschleunigen.
Nach einer ersten positiven Reaktion auf die Zahlen konnten der S&P 500 und der Technologieindex Nasdaq 100 die Gewinne allerdings nicht halten und würgten so auch die Erholung im DAX wieder ab. Die Nachrichtenlage in der Geopolitik ändert sich zu schnell, als dass Anleger bereit wären, größere spekulative Positionen ins Wochenende mitzunehmen. Das grundsätzliche Motto an den Finanzmärkten lautet weiterhin Risk-off und wird von den Anlegern konsequent umgesetzt.
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