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MÄRKTE EUROPA/Ölpreisanstieg drückt Börsen erneut ins Minus

DJ MÄRKTE EUROPA/Ölpreisanstieg drückt Börsen erneut ins Minus

DOW JONES--Die europäischen Börsen haben Freitag im späten Geschäft nach unten abgedreht und erneut mit Abgaben geschlossen. Als Taktgeber fungierte wieder einmal der Ölpreis. Als die europäische Erdölsorte Brent am Nachmittag über die Marke von 101 US-Dollar pro Fass sprang, bewegten sich die Aktienindizes in die entgegengesetzte Richtung nach unten. Die Stimmung wurde erneut als eingetrübt beschrieben. Zunehmend wich die Hoffnung auf ein schnelles Nahost-Kriegsende aus dem Markt. "Sind zu Wochenbeginn noch einige Marktteilnehmer von einem kurzfristigen, nur Tage dauernden Krieg ausgegangen, zeichnet sich mit jeder neuen Nachricht ein vollkommen anderes Bild ab", kommentierte CMC.

Gegen ein schnelles Kriegsende sprachen auch verschiedene Initiativen zur Ölpreisbegrenzung. Nach der Freigabe der strategischen Ölreserven durch die Internationale Energieagentur versuchen die USA nun durch eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland den Preisanstieg zu dämpfen. Zudem gab es Berichte, wonach einige Staaten mit dem Iran über eine sichere Passage durch die extrem unsichere Seestraße von Hormus verhandelten.

Der DAX reduzierte sich um 0,6 Prozent auf 23.447 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 notierte bei 5.717 Zählern ebenfalls 0,6 Prozent niedriger. Am Devisenmarkt steuerten Anleger weiter den sicheren Dollar-Hafen an. Der Euro verlor kräftig auf 1,1443 Dollar. An den Anleihemärkten, hin- und hergerissen zwischen Inflations- und Wachstumssorgen, stiegen die Renditen.

Unterdessen lassen die Sorgen vor einer neuen Inflationswelle und die Erwartung von Zinserhöhungen der großen Notenbanken die Zinsen weiter ansteigen. In Deutschland hatte die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen am Vortag mit einem Tageshoch von 2,96 Prozent ihren höchsten Stand seit Oktober 2023 erreicht - zum Wochenschluss kletterte diese auf 2,98 Prozent. "Damit werden höhere Finanzierungskosten neben den hohen Energiekosten zur zweiten großen Belastung für die Unternehmen - und damit zum zweiten großen Risiko für die Aktienkurse", erläuterte Vermögensverwalter Thomas Altmann von QC Partners.

Die EZB dürfte zwar in der kommenden Woche das aktuelle Leitzinsniveau bestätigen, an den Märkten wird in der Zwischenzeit aber bereits mehr als eine Zinserhöhung im laufenden Jahr für den Euroraum eingepreist. Ob es dazu kommt, oder es möglicherweise sogar noch mehr werden, hängt entscheidend von der weiteren Entwicklung des Ölpreises bzw. der Inflation ab.

Mit der schwindenden Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges im Iran gewannen Rüstungsaktien an Attraktivität. Wie Rabobank anmerkte, wird ein Kriegsende vor Monatsende an den Prognosemärkten nun nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 21 Prozent eingepreist - ein Minus von 5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vortag. Rheinmetall stiegen um 2,7 Prozent, Leonardo um 0,3 Prozent oder BAE Systems 0,4 Prozent.

Vivendi hat laut Baader schwache Geschäftszahlen veröffentlicht, mit einer enttäuschenden Gewinnentwicklung bei Gameloft. Der Konzern komme jedoch bei der Kostenkontrolle voran. Der Aktienkurs verlor 0,8 Prozent. Zalando setzten die Aufwärtsbewegung vom Vortag mit einem Plus von 6,9 Prozent fort. Bernstein hatte die Aktie hochgestuft.

Mit Abschlägen von 3,8 Prozent und 8,8 Prozent geben United Internet bzw 1&1 kräftig nach. Im Handel wurde auf einen Artikel der spanischen Zeitung "okdiario" verwiesen. Dort hieß es, Telefonica habe beschlossen, den möglichen Kauf des deutschen Mobilfunkbetreibers 1&1 vorerst auf Eis zu legen. Telefonica gewannen 1,1 Prozent.

=== 
Index        Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     5.717       -0,56         -0,73 
Stoxx-50       4.977       -0,32          1,52 
Stoxx-600        596       -0,50          1,13 
DAX         23.447       -0,60         -3,68 
FTSE-100 London   10.305       -0,43          3,76 
CAC-40 Paris     7.984       -0,91         -2,03 
AEX Amsterdam     1.001       0,10          5,19 
ATHEX-20 Athen    5.410       -0,02          1,11 
BEL-20 Brüssel    5.149       -0,77          1,39 
BUX Budapest    122.029       -0,22          9,90 
OMXH-25 Helsinki   6.049       -1,17          6,07 
OMXC-20 Kopenhagen  1.401       0,03         -12,88 
PSI 20 Lissabon    9.152       -0,09         10,75 
IBEX-35 Madrid    17.140       -0,47         -0,97 
FTSE-MIB Mailand   44.456       -0,31         -1,09 
OBX Oslo       1.883       0,57         17,82 
PX Prag        2.545       -1,14         -5,24 
OMXS-30 Stockholm   3.063       -1,45          6,25 
WIG-20 Warschau   120.444       -0,41          3,15 
ATX Wien       5.349       -1,61          0,43 
SMI Zürich      12.842       -0,02         -3,21 
 
DEVISEN    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:14 
EUR/USD     1,1437  -0,6  -0,0073     1,1510   1,1517 
EUR/JPY     182,6  -0,5  -0,8200     183,42  183,4200 
EUR/CHF     0,9032  -0,2  -0,0016     0,9048   0,9037 
EUR/GBP     0,8637  +0,1  0,0011     0,8626   0,8631 
USD/JPY     159,65  +0,2  0,3200     159,33  159,2800 
GBP/USD     1,3238  -0,8  -0,0103     1,3341   1,3341 
USD/CNY     6,8961  +0,4  0,0272     6,8689   6,8689 
USD/CNH     6,9044  +0,4  0,0243     6,8801   6,8807 
AUS/USD     0,7005  -1,0  -0,0069     0,7074   0,7079 
Bitcoin/USD 72.057,41  +2,7 1.864,07    70.193,34 70.094,98 
 
ROHÖL     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    96,70  +1,0   0,97      95,73 
Brent/ICE    101,41  +1,0   0,95     100,46 
 
Metalle    zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     5.048,88  -0,6  -30,01    5.078,89 
Silber      80,76  -3,6   -3,00      83,76 
Platin    2.048,26  -3,9  -83,74    2.132,00 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/flf/sha

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March 13, 2026 13:26 ET (17:26 GMT)

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Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Die Stimmung an den Märkten hat sich grundlegend gedreht. Während Tech- und KI-Werte zunehmend mit Volatilität und Bewertungsrisiken kämpfen, erleben klassische Versorger ein unerwartetes Comeback. Laut IEA und EIA steigt der globale Strombedarf strukturell weiter, nicht nur wegen E-Mobilität und Wärmepumpen, sondern vor allem durch energiehungrige KI-Rechenzentren. Energie wird damit zur zentralen Infrastruktur des digitalen Zeitalters.

Gleichzeitig rücken in unsicheren Marktphasen stabile Cashflows, solide Bilanzen und regulierte Renditen wieder stärker in den Fokus. Genau hier spielen Versorger ihre Stärken aus: berechenbare Erträge, robuste Nachfrage und hohe Dividenden – Qualitäten, die vielen Wachstumswerten aktuell fehlen.

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