Bonn (ots) -
Künstliche Intelligenz verändert den Journalismus schneller und grundlegender, als viele Redaktionen bislang wahrhaben wollen. Während sich die öffentliche Debatte häufig auf Tools, Automatisierung und Effizienz konzentriert, rückt ein neues Whitepaper einen anderen Aspekt in den Mittelpunkt: die Frage nach der Resilienz des Journalismus im KI-Zeitalter.
Das nun veröffentlichte Whitepaper "KI-Resilienz im Journalismus - Ein Framework und Handlungsempfehlungen für mehr Vertrauen, Verantwortung und digitale Souveränität im Mediensektor" wurde von den Medienwissenschaftlern Dr. Leif Kramp und Dr. Stephan Weichert erarbeitet. Es versteht sich als praxisnaher Orientierungsrahmen für Redaktionen, Medienpolitik und Zivilgesellschaft.
Im Zentrum steht ein KI-Resilienz-Framework, das zeigt, wie Redaktionen den Einsatz von KI strategisch, ethisch und organisatorisch gestalten können - ohne zentrale journalistische Werte wie Transparenz, Verantwortung und Quellenprüfung zu gefährden. "Die KI-Debatte im Journalismus ist bislang erstaunlich verkürzt", sagt der Medienforscher Leif Kramp. "KI wird häufig entweder als Effizienzmaschine oder als Bedrohungsszenario diskutiert. Unser Ansatz setzt früher an: Wir fragen, wie Redaktionen ihre professionelle Handlungsfähigkeit und ihre Glaubwürdigkeit in einer zunehmend synthetischen Medienumgebung sichern können."
Das Whitepaper argumentiert, dass KI nicht nur Produktionsprozesse verändert, sondern die Grundlagen digitaler Öffentlichkeit verschiebt. Plattformen, Sprachmodelle und automatisierte Informationssysteme greifen immer stärker in Sichtbarkeit, Verbreitung und Deutung von Informationen ein. Für den Journalismus entsteht dadurch ein doppelter Druck: technologischer Anpassungsdruck und eine wachsende Vertrauenskrise. "Wir erleben eine stille Verschiebung der Informationsordnung", sagt der Medienwissenschaftler Stephan Weichert. "Wenn KI-Systeme Inhalte aggregieren, umformulieren oder direkt beantworten, wird journalistische Arbeit für das Publikum zunehmend unsichtbar. KI-Resilienz bedeutet deshalb vor allem, neue Formen von Transparenz, Verantwortung und Beziehung zwischen Medien und Publikum zu entwickeln."
Das Whitepaper entwickelt dazu einen umfassenden Orientierungsrahmen mit Empfehlungen für redaktionelle Praxis, Governance-Strukturen und Kompetenzaufbau. Zugleich formulieren die Autoren politische und gesellschaftliche Anforderungen: KI-Resilienz sei nicht allein Aufgabe einzelner Redaktionen, sondern eine öffentliche Infrastrukturfrage für demokratische Gesellschaften.
Der journalist dokumentiert das neue Whitepaper exklusiv auf seiner Website unter: https://www.journalist.de/ki-resilienz-im-journalismus/
Über die Autoren
Dr. Leif Kramp ist Kommunikationswissenschaftler und Forschungskoordinator des ZeMKI, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung der Universität Bremen sowie Mitgründer des Think & Do Tanks VOCER.
Dr. Stephan Weichert ist Medienwissenschaftler, Resilienz-Coach für Führungskräfte sowie Gründer des VOCER-Instituts für Digitale Resilienz in Hamburg.
Pressekontakt:
Matthias Daniel
Chefredakteur und Publisher
journalist
Magazin für Journalismus
journalist@journalist.de
daniel@journalist.de
Tel. 0228/20172-24
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Original-Content von: journalist - Magazin für Journalist*innen, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/20126/6235955
Künstliche Intelligenz verändert den Journalismus schneller und grundlegender, als viele Redaktionen bislang wahrhaben wollen. Während sich die öffentliche Debatte häufig auf Tools, Automatisierung und Effizienz konzentriert, rückt ein neues Whitepaper einen anderen Aspekt in den Mittelpunkt: die Frage nach der Resilienz des Journalismus im KI-Zeitalter.
Das nun veröffentlichte Whitepaper "KI-Resilienz im Journalismus - Ein Framework und Handlungsempfehlungen für mehr Vertrauen, Verantwortung und digitale Souveränität im Mediensektor" wurde von den Medienwissenschaftlern Dr. Leif Kramp und Dr. Stephan Weichert erarbeitet. Es versteht sich als praxisnaher Orientierungsrahmen für Redaktionen, Medienpolitik und Zivilgesellschaft.
Im Zentrum steht ein KI-Resilienz-Framework, das zeigt, wie Redaktionen den Einsatz von KI strategisch, ethisch und organisatorisch gestalten können - ohne zentrale journalistische Werte wie Transparenz, Verantwortung und Quellenprüfung zu gefährden. "Die KI-Debatte im Journalismus ist bislang erstaunlich verkürzt", sagt der Medienforscher Leif Kramp. "KI wird häufig entweder als Effizienzmaschine oder als Bedrohungsszenario diskutiert. Unser Ansatz setzt früher an: Wir fragen, wie Redaktionen ihre professionelle Handlungsfähigkeit und ihre Glaubwürdigkeit in einer zunehmend synthetischen Medienumgebung sichern können."
Das Whitepaper argumentiert, dass KI nicht nur Produktionsprozesse verändert, sondern die Grundlagen digitaler Öffentlichkeit verschiebt. Plattformen, Sprachmodelle und automatisierte Informationssysteme greifen immer stärker in Sichtbarkeit, Verbreitung und Deutung von Informationen ein. Für den Journalismus entsteht dadurch ein doppelter Druck: technologischer Anpassungsdruck und eine wachsende Vertrauenskrise. "Wir erleben eine stille Verschiebung der Informationsordnung", sagt der Medienwissenschaftler Stephan Weichert. "Wenn KI-Systeme Inhalte aggregieren, umformulieren oder direkt beantworten, wird journalistische Arbeit für das Publikum zunehmend unsichtbar. KI-Resilienz bedeutet deshalb vor allem, neue Formen von Transparenz, Verantwortung und Beziehung zwischen Medien und Publikum zu entwickeln."
Das Whitepaper entwickelt dazu einen umfassenden Orientierungsrahmen mit Empfehlungen für redaktionelle Praxis, Governance-Strukturen und Kompetenzaufbau. Zugleich formulieren die Autoren politische und gesellschaftliche Anforderungen: KI-Resilienz sei nicht allein Aufgabe einzelner Redaktionen, sondern eine öffentliche Infrastrukturfrage für demokratische Gesellschaften.
Der journalist dokumentiert das neue Whitepaper exklusiv auf seiner Website unter: https://www.journalist.de/ki-resilienz-im-journalismus/
Über die Autoren
Dr. Leif Kramp ist Kommunikationswissenschaftler und Forschungskoordinator des ZeMKI, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung der Universität Bremen sowie Mitgründer des Think & Do Tanks VOCER.
Dr. Stephan Weichert ist Medienwissenschaftler, Resilienz-Coach für Führungskräfte sowie Gründer des VOCER-Instituts für Digitale Resilienz in Hamburg.
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