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Jörg Schulte
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Märkte unter Druck...: Wochenrückblick KW 11-2026: Albtraum der Notenbanken! Öl bei 100 USD, Inflation und Märkte im Risk-Off!

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Es war erneut eine negative Börsenwoche. Diesmal spürte man allerdings förmlich, wie sich die Märkte am Tropf des Ölpreises bewegten.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Wall Street bekam den härteren Schlag ab, Europa hielt sich vergleichsweise stabil, allerdings eher aus Mangel an Alternativen als aus Stärke. Der Grundton bleibt klar: Solange der Konflikt mit Iran eskaliert und die Straße von Hormus blockiert ist, bleibt der Ölmarkt angespannt und damit die große Frage: Wie lange können Notenbanken noch Zinssenkungen in Aussicht stellen, wenn steigende Energiepreise die Inflation erneut anfachen?

Marktgeschehen: "Risk-Off' mit kurzer Erleichterung am Freitag!

Zum Wochenschluss gab es immerhin ein kurzes Aufatmen. Die "Core-PCE'-Inflation, der Fed-Lieblingsindikator, kam mit +0,4% auf Monatsbasis im Rahmen der Erwartungen. Gleichzeitig überraschte der Konsum positiv: Personal Spending +0,4% statt +0,3% erwartet. Das ist grundsätzlich ein robustes Signal. Aber: Diese Zahlen spiegeln die Auswirkungen des Nahost-Schocks noch nicht wider. Sobald Energiepreise in dieser Höhe länger wirken, werden Wachstum und Inflation zeitversetzt reagieren und genau das beginnen die Märkte einzupreisen.

Die Konsequenz ist schon sichtbar: Für die kommenden Notenbanksitzungen gilt der Status quoals wahrscheinlichste Lösung. Aus zwei erwarteten Zinssenkungen in diesem Jahr wird am Markt zunehmend nur noch eine. Für die Fed ist das ein klassischer Zielkonflikt: Energieschock bedeutet weniger Wachstum und gleichzeitig mehr Inflation. Eine unangenehme Kombination.

Anleihen & Europa: Importabhängigkeit als Risiko!

Der Anleihemarkt reagierte scharf, besonders in Europa. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe kletterte nahe an die Hochs von 2023 bei 3,02%. Europa hängt deutlich stärker am Energieimport (Öl und Gas), weshalb steigende Energiepreise hier schneller auf Stimmungs- und Inflationsindikatoren durchschlagen. Der Markt erinnert damit: Europa ist bei Energieschocks verwundbarer als die USA.

Energie: Strategische Reserven helfen - aber lösen nichts!

Öl bleibt der Dreh- und Angelpunkt. Brent stieg fast 10% auf ~101 USD, WTI (weniger geopolitisch sensibel) um rund 6% auf ~95 USD. Der Kern ist die anhaltende Hormus-Blockade. Förderländer am Golf können nicht normal exportieren, Lager füllen sich und deshalb reduzieren mehrere Staaten bereits die Produktion: Irak, Kuwait, VAE und Saudi-Arabien.

Regierungen setzen auf Notfallmaßnahmen: Die IEA kündigte die Freigabe eines Rekordvolumens von 400 Mio. Barrel aus strategischen Reserven an. Parallel lockerten die USA Sanktionen gegen russisches Öl für 30 Tage (bis 11. April), um Angebot zu mobilisieren. Doch das ist nur kurzfristige Symptombehandlung. Der Markt kennt die einzige echte Lösung: Hormus muss wieder aufgehen. Solange das nicht passiert, bleibt der Ölpreis mit Risikoprämie "geimpft".

Metalle: Antimon explodiert - Gold und Kupfer vom Dollar gebremst!

Bei Rohstoffen zeigt sich ein klares Muster:

  • Antimon schießt nach oben und erreicht erreicht mit über 25.500,- USD.

  • Gold sollte eigentlich profitieren, tut sich aber schwer und pendelt um 5.060,- USD/oz. Der Grund ist der starke Dollar. Öl über 100,- schürt Inflationsängste, drückt Zinssenkungserwartungen, stärkt den Dollar. Und ein starker Dollar bremst Gold, weil es für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer wird.

Quelle: MinerDeck auf X

  • Kupfer leidet aus denselben Gründen (Dollarstärke) und zusätzlich dämpfen Rezessions- bzw. Wachstumsängste die Risikobereitschaft.

Fazit und Ausblick: Der Markt will Klarheit, bekommt aber Spannung! Notenbanken im Kreuzfeuer!

Nächste Woche wird zur Zentralbank-Woche. Die Fed, EZB, Bank of England, Bank of Japan und SNB tagen und alle sitzen in derselben Falle. Es gibt keine wirklich "gute" Lösung, nur Schadensbegrenzung.

Kurzfristig ist der Stillstand am wahrscheinlichsten, bis mehr Klarheit über das geopolitische Szenario und den Energiefluss besteht. Aber die Märkte werden jedes Wort sezieren: Wie groß ist der Inflationsschock? Wie lange bleibt Öl hoch? Und wie viel Wachstum opfert man für Preisstabilität?

Donald Trumps Satz der Woche: "Der Konflikt könnte sehr schnell enden, aber wir müssen ihn zu Ende führen" fasst die Unsicherheit perfekt zusammen. Die wirtschaftlichen Folgen dieses Energieschocks werden Wochen und Monate sichtbar bleiben und genau deshalb bleibt die Volatilität hoch. Kurzum: Solange die Straße von Hormus zu ist, bleibt Öl teuer. Solange Öl teuer, bleibt die Inflation heiß. Und solange die Inflation heiß bleibt, bleibt den Notenbanken nur eins: "Kopfweh".

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Viele Grüße und ein glückliches Händchen beim Handeln,

Ihr

Jörg Schulte

Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, MinerDeck, Intro Bild: stock.adobe.com,

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