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Noch immer nehmen Anlegerinnen und Anleger Beiersdorf die Prognose unter den Erwartungen übel, doch der Abverkauf der Aktie wirkt inzwischen überzogen.
Beiersdorf-Aktie crasht einfach immer weiter!
Ein angesichts der anhaltend schwachen Verbraucherstimmung mauer Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr hat beim defensiven Konsumgüterwert Beiersdorf für einen crashartigen Abverkauf der Anteile gesorgt, der durch den Ausbruch des Iran-Krieges noch verstärkt wurde, da die Hamburger nun mit höheren Produktionskosten und steigendem Margendruck rechnen müssen.
Zum Wochenauftakt hielt der Verkaufsdruck an, nachdem sich gleich zwei Analystenstimmen negativ zur Aktie und den Aussichten des Unternehmens geäußert haben. David Hayes von Jefferies bekräftigte zwar seine Empfehlung zum Halten der Aktie, senkte aber sein Kursziel von 92 auf 88 Euro, während bei Morgan Stanley nur endgültig der Daumen gesenkt wurde.
Analystin Tilly Eno sieht trotz der hohen Kursverluste der vergangenen Wochen noch immer ein negatives Chance-Risiko-Profil und stufte Beiersdorf auf "Untergewichten" ab. Den fairen Wert der Aktie sieht sie nun bei 77 Euro. Hayes und Eno gelten laut dem Vergleichsportal für Analystinnen und Analysten TipRanks als überdurchschnittlich zuverlässige Experten.

Analystenstimmen belasten, neues Mehrjahrestief
Am Markt wurden die negativen Einschätzungen mit Verlusten von mehr als 2 Prozent quittiert, wodurch die Beiersdorf-Aktie einmal mehr am Ende des deutschen Leitindex DAX landete, der am Montag um eine Erholung bemüht ist.
Inzwischen stehen beim Hersteller von Nivea, Eucerin und Tesa Verluste von fast 20 Prozent seit dem Jahreswechsel zu Buche. Mit einem Tagestiefkurs von 76,42 Euro ist Beiersdorf inzwischen sogar unter das Corona-Tief und damit auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2016 gefallen.
Aus charttechnischer Perspektive sind solche markanten Mehrjahrestiefs klare technische Verkaufssignale, zumal auch der Unterstützungsbereich um 80 Euro deutlich unterschritten wurde. Das lässt ein Anhalten der Kursverluste befürchten. Andererseits signalisieren die Indikatoren inzwischen einen überverkauften Zustand der Aktie. Der RSI liegt auf Tageskursbasis mit 21 Punkten klar unter der Schwelle von 30 Zählern. Damit wird eine Gegenbewegung von Tag zu Tag wahrscheinlicher.
Fazit: Baldige Gegenbewegung zu erwarten
Auch mit Blick auf die Bewertung wirkt der Abverkauf inzwischen überzogen. Für 2026 ist Beiersdorf mit dem 17,7-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet, das liegt zwar etwas über dem Branchendurchschnitt von 15,1, aber deutlich unter dem (zugegeben zu hohen) 5-Jahres-Mittel von 31,8. Einen deutlichen Nachlass gegenüber den Mitbewerbern bietet die Aktie dagegen beim EV/EBITDA, wo 7,6 einem Durchschnitt von 9,4 gegenüber stehen.
Mit 6,5 Prozent bietet Beiersdorf außerdem eine überdurchschnittlich hohe Cashflow-Rendite, während die Dividendenrendite jedoch unterdurchschnittlich ist. Die Lücke sollen in diesem Jahr Aktienrückkäufe schließen, was zu einer Stabilisierung des Kursgeschehens beitragen könnte. Mutige Anlegerinnen und Anleger drücken beide Augen zu, ignorieren den schwachen Chart und starten eine erste Position!
Gastautor: Max Gross
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