NEU-DELHI (dpa-AFX) - Der Iran hat zwei unter indischer Flagge fahrenden Flüssiggastankern die sichere Fahrt durch die Straße von Hormus gewährt. Die beiden Schiffe der Staatsreederei Shipping Corporation of India (SCI) hätten die Meerenge unter Aufsicht der indischen Marine passiert, berichtete die Zeitung "The Times of India". Ein in die Region entsandtes Schiff der Marine beobachte vor der Küste Omans die Situation weiterer Handelsschiffe, die Indien als Ziel hätten. Der indische Außenminister Subramanyam Jaishankar führte die sichere Durchfahrt der Tanker auf diplomatische Bemühungen zurück.
Der Tanker "Shivalik" erreichte inzwischen den Hafen Mundra an der indischen Westküste, wie der Sender NDTV und andere indische Medien berichteten. Der LPG-Tanker "Nanda Devi" werde am Dienstag erwartet. Zudem sei der Öltanker "Jag Laadgi", der in den Vereinigten Arabischen Emiraten beladen worden sei, auf dem Weg nach Indien.
Noch 22 Schiffe mit indischer Flagge im Persischen Golf
Nach Angaben der Regierung in Neu-Delhi befinden sich derzeit noch 22 indisch beflaggte Schiffe, die westlich der Straße von Hormus im Persischen Golf auf eine sichere Durchfahrt warten. Alle indischen Seeleute in der Region seien derzeit sicher, hieß es.
Der Schiffsverkehr in der Meerenge, die wichtig ist für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas, ist wegen des Kriegs und drohender iranischer Angriffe praktisch zum Erliegen gekommen.
Minister: Entscheidung von Fall zu Fall
"Ich bin im Moment mit ihnen (Iran) im Gespräch, und meine Gespräche brachten einige Resultate hervor", sagte Jaishankar der "Financial Times". Indien halte weiter Beziehungen zum Iran aufrecht. Der Minister betonte, es gebe keine "Pauschalvereinbarung" mit Teheran, wonach der Iran für die Durchfahrt der Schiffe etwas im Austausch erhalte. Bei den Bewegungen der Schiffe müsse von Fall zu Fall entschieden werden. Er würde sich freuen, seine diesbezüglichen Erfahrungen mit den Regierungen der EU-Länder teilen zu können, sagte Jaishankar, der sich am Montag zu einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel aufhielt./dg/DP/stw
