BERLIN (dpa-AFX) - Die Landwirte erwarten keine großen Entlastungen von den stark gestiegenen Dieselpreisen durch geplante Neuregelungen an den Tankstellen. "Das würde den Bauern nicht wirklich helfen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur. Die Betriebe hätten in der Regel Hoflagerstätten und kauften dann 2.000, 3.000 oder 5.000 Liter auf einmal ein.
Die schwarz-rote Koalition plant angesichts von Preissprüngen bei Diesel und Benzin infolge des Iran-Kriegs, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen sollen immer möglich sein. Die Gesetzespläne sollen in dieser Woche im Bundestag beschlossen werden.
Rukwied sagte, was den Bauern wirklich helfen würde, sei ein Aussetzen der CO2-Steuer. Dies würde rund 17 Cent pro Liter ausmachen. "Das brauchen nicht nur wir in der Landwirtschaft." Das bräuchten auch das Transportgewerbe und andere Wirtschaftsbereiche. "Das ist unabdingbar", forderte er.
Betriebe kaufen momentan nur wenig Diesel zu
Der Bauernpräsident erläuterte, die Landwirte beobachteten den Markt und kauften im Moment nur kleinere Mengen zu, um die Kosten ein Stück weit in Grenzen zu halten. Die Betriebe stünden aber mitten in der Bestellung der Felder im Frühjahr, bald kämen erste Futterernten. "Da brauchen wir einfach Diesel, sonst können wir unsere Arbeit nicht machen." Dies treibe bei jedem Landwirt und jeder Landwirtin gerade wirklich Sorgen in die Höhe.
Zu Jahresbeginn waren für die Agrarbranche Millionen-Entlastungen beim Agrardiesel und bei den Stromkosten in Kraft getreten./sam/DP/zb
