DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
TAGESTHEMA I
Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank wird voraussichtlich mehrheitlich für eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus stimmen. Analysten gehen davon aus, dass die Zielspanne bei 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben wird. Auf der einen Seite zeigen sich am US-Arbeitsmarkt inzwischen klarere Abkühlungstendenzen; auf der anderen Seite erweist sich die Inflation als hartnäckig, um der von US-Präsident Donald Trump geforderten Zinssenkung einfach nachzukommen. Das makroökonomische Umfeld für die Fed - Preisstabilität und Vollbeschäftigung zu gewährleisten - hat sich angesichts des Krieges gegen den Iran zuletzt spürbar eingetrübt. Der jüngste Energiepreisschock dürfte zwar nicht ausreichen, um Zinserhöhungen wieder auf die Agenda zu setzen, er zwingt die Notenbanker jedoch an die Seitenlinie. Neben den reinen Rohölpreisen blicken Analysten besorgt auf mögliche Zweitrundeneffekte durch Störungen auf den Schifffahrtswegen, die die Kosten für Düngemittel, Chemikalien und andere Industriegüter in die Höhe treiben könnten. Erschwerend kommt hinzu, dass das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß PCE sich der 3-Prozentmarke näherte - weit entfernt vom Fed-Zielwert von 2 Prozent.
TAGESTHEMA II
Thyssenkrupp Nucera hat die Umsatz- und EBIT-Prognose für den Konzern und das Segment Grüner Wasserstoff für das Geschäftsjahr 2025/26 aufgrund höherer Projektkosten gesenkt. Es wird im Segment Grüner Wasserstoff nunmehr mit einem EBIT zwischen -125 und -90 Millionen Euro gerechnet. Zuvor war das Unternehmen von einem EBIT zwischen -80 und -55 Millionen Euro ausgegangen. Das EBIT für den Konzern wird auf -80 bis -30 Millionen Euro angepasst. Zuvor war der Konzern von einem EBIT zwischen -30 Millionen Euro und null ausgegangen. Auf Konzernebene reduziert sich die Umsatzprognose auf 450 bis 550 Millionen Euro nach zuvor 500 bis 600 Millionen Euro. Grund für die Anpassung waren höher als erwartet ausgefallene Aufwendungen für spezifische Optimierungsmaßnahmen an bereits ausgelieferten Modulen der ersten Elektrolyseur-Anlagen sowie die Vertragsauflösung bei einer 20-MW-Pilotanlage. Daraus ergibt sich ein technischer, negativer Umsatzeffekt in niedriger zweistelliger Millionen-Euro-Höhe, der im zweiten Quartal 2025/26 gebucht wird. Dies führt voraussichtlich dazu, dass das Segment Grüner Wasserstoff im zweiten Quartal 2025/26 einen Umsatz rund um 0 ausweist. Die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr 2025/26 reduziert sich in der Folge auf 120 bis 170 Millionen Euro. Zuvor war Thyssenkrupp Nucera von Erlösen von 150 bis 220 Millionen Euro ausgegangen.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
07:00 DE/Hellofresh SE, ausführliches Jahresergebnis (08:30 Analystenkonferenz)
07:45 IT/Eni SpA, ausführliches Jahresergebnis und Geschäftsbericht
08:00 AT/Verbund AG, Jahresergebnis
09:00 IT/Unicredit SpA, CEO Orcel spricht bei Morgan Stanley European Financials Conference
Im Laufe des Tages:
DE/Munich Re, Geschäftsbericht
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
All for One Steeb 1,20 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
- EU
11:00 Verbraucherpreise Februar
Eurozone
PROGNOSE: +0,7% gg Vm/+1,9% gg Vj
Vorabschätzung: +0,7% gg Vm/+1,9% gg Vj
zuvor: -0,6% gg Vm/+1,7% gg Vj
Kernrate (ohne Energie, Nahrung, Alkohol, Tabak)
PROGNOSE: +0,8% gg Vm/+2,4% gg Vj
Vorabschätzung: +0,8% gg Vm/+2,4% gg Vj
zuvor: -1,1% gg Vm/+2,2% gg Vj
- US
13:30 Erzeugerpreise Februar
PROGNOSE: +0,3% gg Vm
zuvor: +0,5% gg Vm
Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie)
PROGNOSE: +0,3% gg Vm
zuvor: +0,8% gg Vm
15:00 Auftragseingang Industrie Januar
PROGNOSE: +0,2% gg Vm
zuvor: -0,7% gg Vm
15:30 Rohöllagerbestandsdaten (Woche) der staatlichen
Energy Information Administration (EIA) Vorwoche
19:00 Fed, Ergebnis der FOMC-Sitzung (19:30 PK Powell)
Fed-Funds-Zielsatz
PROGNOSE: 3,50% bis 3,75%
zuvor: 3,50% bis 3,75%
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 23.917,00 +0,8 E-Mini-Future S&P-500 6.761,50 +0,6 E-Mini-Future Nasdaq-100 24.988,00 +0,8 Topix (Tokio) 3.716,73 +2,5 Hang-Seng (Hongk.) 26.050,88 +0,7 Shanghai-Comp. 4.047,71 -0,1 Dienstag: INDEX zuletzt +/- % DAX 23.730,92 +0,7 DAX-Future 23.691,00 +0,5 XDAX 23.687,97 -0,2 MDAX 29.481,75 +1,8 TecDAX 3.599,19 +1,1 SDAX 16.917,52 +0,9 Euro-Stoxx-50 5.769,25 +0,5 Stoxx-50 5.024,06 +0,6 Dow-Jones 46.993,26 +0,1 S&P-500 6.716,09 +0,3 Nasdaq Composite 22.479,53 +0,5
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Die Börsen dürften mit Aufschlägen in den Handel starten. US-Präsident Donald Trump hat erklärt, Washington sei noch nicht bereit, den Krieg im Iran zu beenden, man werde sich aber "in der nahen Zukunft" zurückziehen. Derweil nehmen die innerparteilichen Widerstände gegen den Krieg im Nahen Osten in den USA zu. Der Ölpreis scheint sich zunehmend um 100 Dollar einzupendeln - ein Niveau, mit dem die Märkte zumindest aktuell offenbar gut leben können. Eine Unterstützung für die Börsen macht CMC auch in dem Großen Verfall am Freitag aus. Der DAX präsentiere sich wegen der immer noch hohen Absicherungsniveaus der Investoren weiter stabil. Höhepunkt des Tages ist die geldpolitische Entscheidung der Fed - diese erfolgt allerdings nach Börsenschluss in Europa.
Rückblick: Etwas fester - Die Börsen haben ihre Erholungsbewegung fortgesetzt. Ein neuerlicher Anstieg der Ölpreise belastete nicht nachhaltig, zumal diese von ihren Tageshochs etwas zurückkamen. Praktisch keine Reaktion zeigten die Börsen auch auf den unerwartet drastischen Einbruch der ZEW-Konjunkturerwartungen. An den Börsen überwiege weiterhin die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Irankrieges, wie es hieß. Zunehmend rückten aber die Zentralbanken in den Fokus. Im weiteren Wochenverlauf entscheiden noch die japanische Notenbank, die Bank of England, die US-Notenbank sowie die EZB über ihre Geldpolitik. In allen Fällen wird eine Bestätigung des aktuellen Zinsniveaus erwartet. Im Blick steht daher der jeweilige geldpolitische Ausblick. Wie es in den kommenden Monaten weiter geht, dürfte in entscheidendem Maße von der Dauer des Irankriegs und der damit verbundenen Inflationsentwicklung abhängen.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Freundlich - Angeführt wurde der DAX von eher defensiven Titeln wie Eon (+3,2%). Gefragt waren ferner Hannover Rück (+4%) und Munich Re (+2,5%). Merck KGaA verzeichneten ein Plus von 2,5 Prozent. Sartorius gewannen am Kapitalmarkttag 7,9 Prozent. Die ausgegebenen Mittelfristziele kamen gut an, wie Analysten anmerkten. Der Aktie dürfte auch zugutegekommen sein, dass sie zuletzt einen schwachen Lauf gehabt hatte. Fraport (+5,9%) hatte im vergangenen Jahr bei einer soliden Geschäftsentwicklung weniger verdient. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet Fraport einen weiteren Anstieg des operativen Ergebnisses. Die Aktie legte um 5,9 Prozent zu. Nach überzeugenden Geschäftszahlen verteuerten sich Springer Nature um 12,8 Prozent. Thyssenkrupp gewannen 5,5 Prozent. Der finnische Aufzugshersteller Kone (+2,1%) führt laut Berichten mit den Eigentümern des Wettbewerbers TK Elevator, an dem Thyssenkrupp eine Minderheitsbeteiligung hält, Gespräche über dessen Übernahme.
XETRA-NACHBÖRSE
Thyssenkrupp Nucera verloren bei Lang & Schwarz 7 Prozent - belastet von der gesenkten Prognose.
USA - AKTIEN
Etwas fester - Die Erholung an der Wall Street hat sich mit moderatem Tempo fortgesetzt. Die Indizes gaben einen Großteil ihrer Gewinne im Verlauf wieder ab. Grund waren die erneut deutlicher gestiegenen Ölpreise. Auch zeichnet sich weiterhin kein Ende der Kriegshandlungen im Nahen Osten ab. Dem Iran gelingt es vielmehr, kritische Energie-Infrastruktur im Persischen Golf anzugreifen. Zudem herrschte Zurückhaltung vor der Bekanntgabe des Zinsentscheids der Fed am Mittwochabend. Für Uber ging es um 4,2 Prozent nach oben. Uber und Nvidia bauen ihre Partnerschaft im Bereich selbstfahrende Fahrzeuge aus. Delta Air Lines stiegen um 6,5 Prozent. Die Fluggesellschaft bekräftigte ihre Gewinnprognose und hob ihre Umsatzprognose an. Nebius verloren 10,4 Prozent. Grund waren Pläne, durch eine Privatplatzierung von Wandelanleihen 3,75 Milliarden US-Dollar zu erlösen, um den KI-Ausbau weiter voranzutreiben. Mastercard (-0.3%) kauft das Stablecoin-Startup BVNK für bis zu 1,8 Milliarden US-Dollar.
USA - ANLEIHEN
Die Renditen gaben erneut nach. Am Vortag hatten sie die jüngste Aufwärtstendenz beendet und waren deutlicher gesunken. Die Zehnjahresrendite fiel um 2,0 Basispunkte auf 4,20 Prozent.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
March 18, 2026 02:34 ET (06:34 GMT)
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