DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
TAGESTHEMA
Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank wird voraussichtlich mehrheitlich für eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus von 3,50 bis 3,75 Prozent stimmen. Auf der einen Seite zeigen sich am US-Arbeitsmarkt inzwischen klarere Abkühlungstendenzen, auf der anderen Seite erweist sich die Inflation als hartnäckig und vor allem drohen durch den Energiepreisschock als Folge des Iran-Kriegs weitere preistreibende Effekte. Dazu hat sich ganz allgemein das makroökonomische Umfeld angesichts des Krieges spürbar eingetrübt. Der jüngste Energiepreisschock dürfte zwar nicht ausreichen, um Zinserhöhungen wieder auf die Agenda zu setzen, er zwingt die Notenbanker jedoch an die Seitenlinie. Neben den reinen Rohölpreisen blicken Analysten besorgt auf mögliche Zweitrundeneffekte durch Störungen auf den Schifffahrtswegen, die die Kosten für Düngemittel, Chemikalien und andere Industriegüter in die Höhe treiben könnten. Erschwerend kommt hinzu, dass das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß PCE sich der 3-Prozentmarke nähert - weit entfernt vom Fed-Zielwert von 2 Prozent.
AUSBLICK UNTERNEHMEN +
Es stehen keine wichtigen Veröffentlichungen an.
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US
13:30 Erzeugerpreise Februar
PROGNOSE: +0,3% gg Vm
zuvor: +0,5% gg Vm
Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie)
PROGNOSE: +0,3% gg Vm
zuvor: +0,8% gg Vm
15:00 Auftragseingang Industrie Januar
PROGNOSE: +0,2% gg Vm
zuvor: -0,7% gg Vm
19:00 Fed, Ergebnis der FOMC-Sitzung (19:30 PK Powell)
Fed-Funds-Zielsatz
PROGNOSE: 3,50% bis 3,75%
zuvor: 3,50% bis 3,75%
ÜBERSICHT INDIZES
zuletzt +/- % E-Mini-Future S&P-500 6.758,50 +0,6 E-Mini-Future Nasdaq-100 24.965,00 +0,7 S&P/ASX 200 (Sydney) 8.640,60 +0,3 Topix-500 (Tokio) 3.717,41 +2,5 Kospi (Seoul) 5.093,54 +5,0 Shanghai-Composite 4.062,14 +0,3 Hang-Seng-Index (Hongkong) 26.096,39 +0,9
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Uneinheitlich - Während es in Japan und Südkorea mit den Leitindizes kräftig nach oben geht und auch in Singapur, Indonesien und Malaysia deutlichere Gewinne gesehen werden, zeigen sich die chinesischen Börsen mit geringen Ausschlägen uneinheitlich. Dort, wo es nach oben geht, dürften die sinkenden Ölpreise unterstützend wirken. Sie fallen um 2,3 bis 3,3 Prozent, der Brent-Ölpreis liegt mit gut 101 Dollar aber weiter im dreistelligen Bereich. Im Handel wird über eine eher nur technische Gegenbewegung spekuliert nach dem vorangegangenen Anstieg, schließlich setze der Iran seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur im gesamten Nahen Osten fort. Favorisiert werden Technologieaktien. In Seoul gewinnen Samsung Electronics und SK Hynix bis zu 6 Prozent. Samsung Electronics prüft laut einem Bericht von Bloomberg eine Umstellung auf mehrjährige Verträge für Speicherchips und entfernt sich damit von den derzeitigen kurzfristigeren Vereinbarungen, um die Versorgung angesichts wachsender Engpässe zu stabilisieren. Auch in Tokio sind Halbleiteraktien wie Advantest (+6,1%) oder Renesas (+2,3%) gesucht. Der Kurs des Technologieinvestors Softbank verteuert sich um 6,0 Prozent. Weiter aufwärts geht es bei Autoaktien, nachdem einige Autohersteller jüngst Kooperationen mit dem KI-Flaggschiff Nvidia eingegangen sind zur Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge. In Seoul legen Hyundai um 3,3 und Kia um 4,4 Prozent zu, in Tokio Isuzu und Nissan je 1 Prozent. In Hongkong sind Autoaktien dagegen auf der Verliererseite zu finden. Hier kommen neue Geschäftszahlen von Geely nicht gut an, die Aktie verbilligt sich um 3,7 Prozent. BYD liegen 2,6 Prozent im Minus.
WALL STREET
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
DJIA 46.993,26 +0,1 +46,85 46.946,41
S&P-500 6.716,09 +0,3 +16,71 6.699,38
NASDAQ Comp 22.479,53 +0,5 +105,35 22.374,18
NASDAQ 100 24.780,42 +0,5 +125,08 24.655,34
Dienstag Montag
Umsatz NYSE (Aktien) 1,18 Mrd 1,21 Mrd
Gewinner 1.860 1.890
Verlierer 886 854
Unverändert 81 80
Etwas fester - Die jüngste Erholung setzte sich mit moderatem Tempo fort, nachdem die Indizes einen Großteil ihrer Gewinne im Verlauf wieder abgegeben hatten. Grund waren einmal mehr gestiegene Ölpreise, zumal sich weiterhin kein Ende der Kriegshandlungen im Nahen Osten abzeichnet. Dem Iran gelingt es vielmehr, kritische Energieinfrastruktur im Persischen Golf anzugreifen. Daneben herrschte Zurückhaltung vor dem Zinsentscheid und den Zinsprognosen der US-Notenbank am Mittwoch. Für Uber ging es um 4,2 Prozent nach oben mit der Nachricht, dass die Partnerschaft mit Nvidia im Bereich selbstfahrender Fahrzeuge ausgebaut wird. Delta Air Lines stiegen um 6,5 Prozent. Die Fluggesellschaft hatte ihre Gewinnprognose bekräftigt und die Umsatzprognose angehoben. Nebius verloren 10,4 Prozent. Grund waren Pläne, durch eine gewinnverwässernde Platzierung von Wandelanleihen 3,75 Milliarden Dollar zu erlösen, um den KI-Ausbau weiter voranzutreiben. Mastercard gaben um 0,3 Prozent nach mit der Mitteilung, das Stablecoin-Startup BVNK für bis zu 1,8 Milliarden Dollar zu kaufen.
US-ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,67 -0,01 3,70 3,66 5 Jahre 3,79 -0,01 3,83 3,77 10 Jahre 4,20 -0,02 4,25 4,19
Die Renditen gaben nach dem kräftigen Anstieg der jüngeren Vergangenheit in Reaktion auf den Energiepreisschock den zweiten Tag in Folge nach. Die Zehnjahresrendite fiel um 2,0 Basispunkte auf 4,20 Prozent.
DEVISEN
zuletzt +/- % 00:00 Di, 12:00 % YTD EUR/USD 1,1541 +0,0 1,1538 1,1505 -1,7 EUR/JPY 183,20 -0,1 183,46 183,07 -0,4 EUR/GBP 0,8632 -0,1 0,8638 0,8634 -1,0 USD/JPY 158,69 -0,2 158,98 159,11 1,3 USD/KRW 1.483,71 -0,3 1.487,61 1.491,25 3,0 USD/CNY 6,8744 -0,2 6,8863 6,8863 -1,7 USD/CNH 6,8752 -0,1 6,8807 6,8906 -1,4 USD/HKD 7,8376 +0,0 7,8361 7,8365 0,7 AUD/USD 0,7115 +0,2 0,7102 0,7084 6,6 NZD/USD 0,5866 +0,2 0,5857 0,5836 1,9 BTC/USD 74.051,60 -0,7 74.554,85 73.751,21 -15,6
Beim Dollar tat sich im US-Handel nach dessen jüngster Abschwächung unter dem Strich wenig. Der Euro kostete zuletzt 1,1537 Dollar.
++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 5.010,70 +0,1 6,32 5.004,38 Silber 79,72 +0,5 0,43 79,29 Platin 2.111,30 -0,6 -13,14 2.124,44
Der Goldpreis zeigte sich knapp behauptet leicht unter der Marke von 5.000 Dollar je Feinunze. So lange der Ölpreis hoch bleibe, dürften die Zentralbanken zögern, die Zinsen zu senken, und höhere Zinsen bedeuteten typischerweise Gegenwind für zinslose Anlagen wie Gold, sagte Aaron Hill von FP Markets.
ÖL
zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,83 -3,5 -3,38 96,21 Brent/ICE 100,89 -2,5 -2,53 103,42
Vor dem Hintergrund des weiter tobenden Kriegs im Nahen Osten verteuerte sich Brent-Öl um 3,2 Prozent auf 103,41 Dollar, WTI um 2,9 Prozent auf 96,17 Dollar je Fass. Das aktuell hohe Niveau dürfte nicht von Dauer sein, so Analyst Norbert Rücker von Julius Bär. Die sichere Durchfahrt von "irantreuen" Schiffen durch die Straße von Hormus bleibe eine Entwicklung, die es zu beobachten gelte. "Da größere Schäden an der Energieinfrastruktur ausbleiben, die militärische Bedrohung durch den Iran nachlässt und der Aktivismus zur Sicherung des Handels um Hormus zunimmt, gehen wir in unserem Basisszenario weiterhin von einem kurzlebigen, intensiven Energiepreisanstieg aus", ergänzte er. Im asiatisch dominierten Handel am Mittwoch kommen die Preise wieder etwas zurück, wobei einige Marktteilnehmer dahinter eher nur eine technische Gegenbewegung sehen.
MELDUNGEN SEIT DIENSTAG 20.00 UHR
JAPAN - Außenhandel
Japans Exporte sind im Februar um 4,2 Prozent zum Vorjahr gestiegebn, nachdem sie im Januar im Vorfeld des Mondneujahrsfestes noch um 16,8 Prozent geklettert waren. Ökonomen hatten einen Anstieg von lediglich 1,6 Prozent geschätzt. Während die Exporte nach Europa und Asien solide ausfielen, schrumpften Japans Ausfuhren in die USA um 8,0 Prozent. Die Importe stiegen um 10,2 Prozent zum Vorjahr.
NAHOST-KRIEG - Straße von Hormus
Der Irak führt Gespräche mit dem Iran, um die Durchfahrt einiger seiner Öltanker durch die Straße von Hormus zu sichern, wie der Ölminister des Landes sagte. Der Irak hat die Rohölproduktion von etwa 4,2 Millionen Barrel pro Tag auf knapp über 1 Million Barrel pro Tag gedrosselt, nachdem die Exporte durch die Straße von Hormus durch den Krieg im Nahen Osten faktisch gestoppt wurden.
NAHOST-KRIEG - Russland/Iran
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