
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (Midjourney).
Der Lebensmittelhersteller General Mills hat am Mittwoch ein schwaches Quartalsergebnis vorgelegt. Die Aktie fällt auf ein neues Mehrjahrestief.
General Mills: Ein US-Dividendenwert in der Wachstumskrise
US-Lebensmittelhersteller befinden sich in der Krise. Die Lebenshaltungskostenkrise in den USA treibt immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher in die Arme von günstigeren Handelsmarken, steigende Rohstoffpreise (zuletzt für Energie- und Agrarrohstoffe) schmälern die Margen und fehlende Produktinnovationen sorgen für fehlendes Wachstum.
Das hat die Anteile selbst gut aufgestellter Unternehmen wie General Mills, das in Deutschland vor allem mit "Knack-und-Back"-Produkten sowie der Eiscreme-Marke Häagen-Dazs bekannt ist, unter Druck gesetzt. Der Abwärtstrend der Aktie hält inzwischen seit fast 3 Jahren an. Am Mittwoch wurde die Krise durch Quartalszahlen, welche die Erwartungen der Analystinnen und Analysten verfehlt haben, noch verschärft.

Umsatz und Gewinn unter den ohnehin niedrigen Erwartungen
Im Vergleich zum Vorjahresquartal fielen die Erlöse um 8,0 Prozent auf 4,4 Milliarden US-Dollar, was um 30 Millionen US-Dollar unter den Schätzungen der Wall Street lag. Verantwortlich hierfür ist vor allem ein schwaches US-Geschäft, wo der Umsatz um 13,7 Prozent einbrach, während international sogar ein Wachstum von 6,9 Prozent gelang.
Auch der Betriebsgewinn fiel schmaler aus als gedacht. Statt 0,73 US-Dollar legte General Mills auf bereinigter Basis pro Aktie nur 0,64 US-Dollar vor. Das beweist den anhaltend hohen Margendruck. Der Nettogewinn fiel mit 303,1 Millionen US-Dollar um mehr als die Hälfte niedriger aus als noch vor einem Jahr (625,6 Millionen US-Dollar).
Weiterer Rückgang der Geschäftszahlen zu befürchten
Mit einer raschen Erholung rechnet das Management im aktuell herausfordernden Umfeld nicht. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Unternehmen seinen Ausblick auf 2026 gesenkt. Nun wurde die herabgesetzte Prognose bestätigt: General Mills rechnet mit einem Rückgang der organischen Erlöse um 1,5 bis 2 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn soll um bis zu 20 Prozent sinken. Das ist eine Erosion der Ertragsbasis.
Ärgerlich für Anlegerinnen und Anleger: Selbst in zwischenzeitlich aussichtsreichen Geschäftszweigen wie dem Tiernahrungssegment ist das Wachstum zum Erliegen gekommen. Was viele Investoren noch bei der Stange hält, ist die Dividendenrendite von 6,3 Prozent - die aber auch ein Ergebnis des anhaltenden Kursverfalls ist.

Aktie bereits überverkauft, trotzdem neues Mehrjahrestief
Unter dem Eindruck der erneut schwachen Quartalszahlen fällt die Aktie am Mittwoch in einem von höheren US-Erzeugerpreisen als erwartet erschütterten Gesamtmarktumfeld um rund 1,5 Prozent. Damit steht ein weiteres Mehrjahrestief und somit gleichzeitig ein technisches Verkaufssignal in den Büchern von General Mills. Die Verluste seit dem Jahreswechsel belaufen sich inzwischen auf rund 18 Prozent.
Über nennenswerte Unterstützungen verfügt die Aktie praktisch keine mehr. Hält der Abverkauf an, könnte auch das im November 2018 erzielte Tief bei 36,43 US-Dollar unterboten werden, was ein weiteres signifikantes Verkaufssignal darstellen würde. Allerdings ist der Abwärtstrend inzwischen sehr weit fortgeschritten, wie der Blick auf die technischen Indikatoren zeigt. Selbst auf Wochen- und Monatsbasis liegt der RSI inzwischen unter der Schwelle von 30 Punkten, die einen überverkauften Zustand der Aktie anzeigt.
Fazit: Dividende mit Risiken, Alternativen zu bevorzugen!
Mit Blick auf die Bewertung steht für das laufende Geschäftsjahr ein KGV von 11,1 zu Buche. Das liegt sowohl deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 15,1 als auch unter dem 5-Jahres-Mittel von 16,0. Angesichts des Schrumpfkurses des Unternehmens und des fehlenden Gewinnwachstums gehen die Abschläge gegenwärtig jedoch in Ordnung.
Viel zu bieten hat General Mills beim Cashflow, wo die Rendite inzwischen mehr als 11 Prozent beträgt, sowie bei der Dividendenrendite von 6,3 Prozent. Für die wird das Eis aber zunehmend dünner, denn die Ausschüttungsquote liegt bereits bei 6,3 Prozent, während die Nettoverschuldung des Unternehmens bei 13,1 Milliarden US-Dollar liegt.
Ohne operative Verbesserungen könnte daher mittelfristig eine Dividendenkürzung anstehen. Wer als Anleger, als Anlegerin auf der Suche nach einer aussichtsreichen Aktie mit einer Dividendenrendite jenseits der 6-Prozent-Marke ist, sollte sich lieber bei Pfizer (6,3 Prozent) oder beim US-REIT EPR Properties (6,6 Prozent) umsehen.
Gastautor: Max Gross
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