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MÄRKTE EUROPA/Leichter - Neuerlicher Ölpreisanstieg dämpft Kauflaune

DJ MÄRKTE EUROPA/Leichter - Neuerlicher Ölpreisanstieg dämpft Kauflaune

DOW JONES--Wieder steigende Ölpreise haben die Stimmung an den europäischen Börsen am Mittwoch gedämpft und der jüngsten Erholungsbewegung an den Märkten ein vorläufiges Ende gesetzt. Nach Medienberichten, wonach das South-Pars-Gasfeld, das sich der Iran mit Katar teilt, von israelischen Projektilen getroffen wurde und daraufhin den Betrieb eingestellt haben soll, zogen die Ölpreise an, zumal der Iran mit weiteren Gegenschlägen gegen Energie-Infrastruktureinrichtungen im Nahen Osten drohte. Die Aktienmärkte gaben anfängliche Gewinne ab und drehten ins Minus.

Kaum gemildert wurde der Verkaufsdruck von einer Vereinbarung zwischen dem Irak und der Türkei, die die Wiederaufnahme irakischer Ölexporte über das türkische Kurdengebiet vorsieht. Damit kann der Irak die faktisch blockierte Straße von Hormus umgehen, was wiederum die Furcht vor Versorgungsengpässen linderte, wie Händler sagten.

Weil viele Akteure davon ausgingen, dass der Druck auf den Iran auch zu einer Entspannung in der Straße von Hormus führen werde, verliere der Krieg etwas an Brisanz - zumindest für die täglichen Bewegungen an den Börsen, hieß es an anderer Stelle. US-Präsident Donald Trump hat zwar erklärt, Washington sei noch nicht bereit, den Krieg im Iran zu beenden. Man werde sich aber "in der nahen Zukunft" zurückziehen.

Der DAX fiel um 1 Prozent auf 23.502 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verlor 0,6 Prozent auf 5.737 Punkte. Am Devisenmarkt präsentierte sich der Euro etwas leichter bei rund 1,1510 Dollar. An den Anleihemärkten zogen die Renditen leicht an.

Zur Zurückhaltung der Anleger dürfte auch die US-Notenbanksitzung beigetragen haben, deren Ergebnis nach Börsenschluss in Europa veröffentlicht wird. Ökonomen gehen davon aus, dass die Zinszielspanne bei 3,50 bis 3,75 Prozent bestätigt wird. Die Federal Reserve gerät zunehmend in ein Dilemma: Auf der einen Seite zeigen sich am US-Arbeitsmarkt zwar klarere Abkühlungstendenzen, auf der anderen Seite ist die Inflation hartnäckig hoch, wie die am Mittwoch veröffentlichten, überraschend stark gestiegenen US-Erzeugerpreise aus dem Februar unterstrichen, und dürfte vom Ölpreisschock noch weiter nach oben getrieben werden. Der Fokus wird auf dem geldpolitischen Ausblick liegen, der nach Meinung von Beobachtern "falkenhaft" ausfallen wird.

Nach dem jüngsten Tauschangebot an die Commerzbank-Aktionäre hat sich Unicredit-CEO Orcel zu Wort gemeldet und versucht offenbar eine Annäherung angesichts des Widerstands der Commerzbank-Führung, aber auch der Politik in Deutschland. Laut Orcel soll sich nichts an der Beteiligung um etwa 30 Prozent ändern, zugleich solle man in einen Dialog treten. Er schließt aber auch nicht aus, bei einer deutlichen Kontrollmehrheit eine Fusion mit der Commerzbank zu erwägen. Unicredit ermäßigten sich um 0,4 Prozent, Commerzbank legten um 1,5 Prozent zu.

Für Heidelberg Materials ging es nach einer Hochstufung durch Morgan Stanley um 2,5 Prozent nach oben. Thyssenkrupp Nucera gaben dagegen um 4,3 Prozent nach. Der Konzern hat die Prognosen für Umsatz und operatives Ergebnis gesenkt. Unabhängig davon führe ein Auftrag in Spanien dazu, dass das Unternehmen die Prognose für den Auftragseingang zur Mitte der Spanne um 12 Prozent angehoben habe, merkten die Citi-Analysten an.

Der von Continental ausgegliederte Autozulieferer Aumovio hat trotz rückläufiger Erlöse vergangenes Jahr den operativen Gewinn deutlich gesteigert. Der Kurs legte um 3,5 Prozent zu. Die Geschäftszahlen bewegten sich im Rahmen der Erwartungen. Positiv hob JP Morgan aber den bereinigten freien Cashflow hervor.

TAG Immobilien rückten um 2,5 Prozent vor - der Immobilienkonzern hat im vergangenen Jahr von höheren Mieteinnahmen profitiert und sowohl die eigenen Ziele als auch die Markterwartungen übertroffen.

Bei Hellofresh kam der Ausblick im Rahmen der finalen Geschäftszahlen nicht gut an - der Kurs sauste um 14,9 Prozent nach unten. Der Kochboxenversender rechnet auch für 2026 mit Umsatzrückgängen sowie anders als im Vorjahr mit einem sinkenden operativem Gewinn.

Medienberichte über Pläne hinsichtlich einer möglichen Ausgliederung der Lebensmittelsparte von Unilever waren keine große Sache. Wie JP Morgan anmerkte, wird am Markt seit Langem eine Diskussion zu diesem Thema geführt. Die Analysten können einem Spin-off positive wie auch negative Seiten abgewinnen. Wichtiger sei, dass Unilever das organische Wachstum der Sparten Beauty und Personal Care durch Innovation und Wachstum weiter voranbringe. Unilever verloren 3,4 Prozent.

Bollore sprangen um 11,1 Prozent, nachdem das Unternehmen eine Sonderdividende angekündigt hatte. Die im Vergleich zum Vorjahr rückläufigen Geschäftszahlen des Konglomerats traten darüber in den Hintergrund. Mit Enttäuschung wurden die Geschäftszahlen von Swatch (-4,5%) aufgenommen. Eine Abstufung auf "Neutral" von "Buy" durch die UBS drückte die Aktien von Logitech um 6,1 Prozent.

=== 
Index        Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     5.737       -0,56         -0,38 
Stoxx-50       4.971       -1,06          2,16 
Stoxx-600        598       -0,75          1,73 
DAX         23.502       -0,96         -3,10 
FTSE-100 London   10.404       -0,94          4,75 
CAC-40 Paris     7.974       -0,06         -2,15 
AEX Amsterdam     1.013       -1,27          6,47 
ATHEX-20 Athen    5.435       -0,67          1,57 
BEL-20 Br ssel    5.167       -0,73          1,74 
BUX Budapest    122.537       -0,23         10,36 
OMXH-25 Helsinki   6.095       -0,35          6,87 
OMXC-20 Kopenhagen  1.423       -1,35         -11,54 
PSI 20 Lissabon    9.175       -0,44         11,03 
IBEX-35 Madrid    17.249       0,29         -0,34 
FTSE-MIB Mailand   44.888       -0,33         -0,13 
OBX Oslo       1.924       0,63         20,41 
PX Prag        2.583       0,51         -3,82 
OMXS-30 Stockholm   3.024       -0,28          4,88 
WIG-20 Warschau   122.701       -0,72          5,42 
ATX Wien       5.343       1,54          0,32 
SMI Z rich      12.962       -1,52         -2,30 
 
DEVISEN    zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:15 
EUR/USD     1,1511  -0,2  -0,0027     1,1538   1,1524 
EUR/JPY     183,58  +0,1   0,1200     183,46  183,2600 
EUR/CHF     0,9084  +0,3   0,0031     0,9053   0,9052 
EUR/GBP     0,863  -0,1  -0,0008     0,8638   0,8638 
USD/JPY     159,45  +0,3   0,4700     158,98  159,0000 
GBP/USD     1,3335  -0,1  -0,0019     1,3354   1,3339 
USD/CNY     6,8726  -0,2  -0,0137     6,8863   6,8863 
USD/CNH     6,8868  +0,1   0,0061     6,8807   6,8840 
AUS/USD     0,7081  -0,3  -0,0021     0,7102   0,7099 
Bitcoin/USD 71.370,83  -4,3 -3.184,02    74.554,85 73.998,38 
 
ROHÖL     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    98,17  +2,0    1,96      96,21 
Brent/ICE    108,16  +4,6    4,74     103,42 
 
Metalle    zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     4.887,20  -2,3  -117,18    5.004,38 
Silber      77,11  -2,7   -2,18      79,29 
Platin    2.061,03  -3,0   -63,41    2.124,44 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/ros

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March 18, 2026 13:07 ET (17:07 GMT)

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