NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat am Mittwoch im Zuge der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed nachgegeben. Zunächst wurde die Gemeinschaftswährung von erneut gestiegenen Ölpreisen belastet. Die Begleitaussagen der Fed, die ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert belassen hat, drückten den Kurs dann unter 1,15 US-Dollar auf ein Tagestief. Zuletzt wurde der Euro dann in New York zu 1,1479 US-Dollar gehandelt.
Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs vor dem Zinsentscheid auf 1,1500 (Dienstag: 1,1531) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8695 Euro.
Zum Thema am Ölmarkt wurde, dass der Iran nach Angriffen auf seine Gasindustrie seinerseits damit droht, Gasfelder und Raffinerien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar zu attackieren. Die Rohölpreise, von denen neben Konjunktur- auch Inflationssorgen ausgehen, legten deutlich zu. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete zeitweise wieder fast 110 Dollar und damit sechs Prozent mehr als am Dienstag.
Wegen des Kriegs und seiner Auswirkungen hatten Investoren vor allem die Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell im Blick. "Die Eskalation der Lage in Nahost macht es sehr unwahrscheinlich, dass die Fed in 2026 die Leitzinsen senken wird", sagte Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust in einer ersten Reaktion. Noch vor Kriegsbeginn war am Markt mit zwei Senkungen im späteren Jahresverlauf gerechnet worden.
Die US-Notenbank befindet sich nach Einschätzung des Metzler-Analysten Leon Ferdinand Bost in einer Zwickmühle. "Einerseits sind die Energiepreise im Zuge des Iran-Kriegs deutlich angestiegen, wodurch neuer Inflationsdruck droht, andererseits zeigte der US-Arbeitsmarkt jüngst Schwäche", schrieb der Experte. Sollte der Krieg länger andauern und die Energiepreise weiter steigen, sieht auch er die Bereitschaft der Fed zu weiteren Lockerungen im Wanken./tih/zb
