FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei deutlich gestiegenen Ölpreisen und sehr schwachen US-Vorgaben dürfte der Dax am Donnerstag nochmals einen klaren Rückschlag erleben. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex für den vierzehnten Handelstag seit Kriegsausbruch im Iran zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Start 1,6 Prozent tiefer auf 23.124 Punkte. Damit rutscht der Dax wieder in Richtung 23.000-Punkte-Marke. Am Montag der vergangenen Woche war er im Zuge des Schocks am Energiemarkt kurz sogar bis auf 22.927 Punkte abgetaucht, hatte sich letztlich aber noch über 23.000 Punkte gerettet.
Nun kommt erneut Druck vom Ölpreis, dessen Anstieg Konjunktur- und Inflationssorgen schürt. Aktuell kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent wieder rund 112 Dollar. Der bisherige Höchststand im Zuge des Iran-Kriegs hatte an besagtem Montag mit fast 120 Dollar auf dem höchsten Stand seit 2022 gelegen. Ein iranischer Offizieller sprach in der Nacht auf X von einer neuen Eskalationsstufe. Damit reagiert das Regime auf zunehmende Angriffe auf seine Energieinfrastruktur. Der Iran sieht seinerseits Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar als legitime Ziele.
Am Vorabend hatten die wichtigsten US-Indizes ihre Verluste nach dem europäischen Handelsende massiv ausgeweitet. Die US-Notenbank Fed ließ in dem durch den Iran-Krieg verunsicherten Umfeld ihre Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert. Ein Commerzbank-Experte sprach von einem "falkenhaften Festhalten" am aktuellen Zins. Geldpolitisch setzen die sogenannten "Falken" restriktiv primär auf die Bekämpfung von Inflation durch steigende Zinsen.
Am Donnerstag gibt es gleich mehrere weitere Leitzinsentscheidungen, darunter die der Europäischen Zentralbank und der Bank of England. Auch die EZB dürfte zunächst stillhalten./ag/zb
