DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
US-Notenbank hält Leitzins stabil nach Ölpreisschock
Die US-Notenbank hat die Zinsen unverändert gelassen und ihren Kurs für Zinssenkungen in diesem Jahr beibehalten, da die durch den Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise den seit Jahren andauernden Kampf gegen die Inflation zu verlängern drohen. Die Spanne liegt weiter zwischen 3,50 und 3,75 Prozent, wie die Fed mitteilte. Börsianer und Ökonomen hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Es gab eine Gegenstimme zu dem Beschluss, Ratsmitglied Stephen Miran votierte für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte. In den neuen Projektionen gingen zwölf von 19 Sitzungsteilnehmern von mindestens einer Zinssenkung in diesem Jahr aus, genau wie im Dezember. Ein Ratsmitglied rechnete mit einer Zinserhöhung für das nächste Jahr.
Nahost-Entwicklungen dürften Zinsausblick der Fed dieses Jahr dominieren
Der Zinsausblick der Federal Reserve für den Rest des Jahres wird wenig überraschend von den Entwicklungen im Nahen Osten dominiert werden, schreibt Max Stainton von Fidelity International in einer Research Note. Im Basisszenario von Fidelity, in dem die Ölpreise auf einem hohen Niveau, aber in einer Spanne von 90 bis 110 US-Dollar pro Barrel bleiben, "würden wir erwarten, dass die Federal Reserve länger abwartet, wobei die Hürde für eine baldige Lockerung steigt", sagte der leitende globale Makrostratege.
Nur eine Gegenstimme bei Fed-Sitzung leicht überraschend
Eine leichte Überraschung bei der Sitzung der Federal Reserve am Mittwoch, bei der die Zinsen wie erwartet stabil gehalten wurden, sei gewesen, dass zwei in der Vergangenheit abweichend stimmende Vertreter - Christopher Waller und Michelle Bowman - für das Halten der Zinsen gestimmt hätten und nur Stephen Miran dagegen votiert habe, schreibt Jay Woods von Freedom Capital Markets in einer Research Note. Die Sprache der Fed zeige praktisch keine Änderung, mit Ausnahme der "Unsicherheit" im Nahen Osten. "Es schien in der Erklärung kaum eine Vorstellung davon zu geben, dass die Ölpreise Auswirkungen haben werden", so der Chef-Marktstratege.
EZB dürfte stillhalten - Keine Überraschungen erwartet
Das Basisszenario von Royal London Asset Management sehe vor, dass die Europäische Zentralbank bis zum Jahresende stillhalten werde, was darauf hindeute, dass sich die jüngste Marktbewegung als etwas übertrieben erweisen könnte, schreibt Fondsmanager Wolfgang Bauer in einer Research Note. "Auch wenn ein klares Risiko besteht, dass sich strukturell höhere Rohstoffpreise in anhaltendem Preisdruck und höheren Inflationsraten niederschlagen, sind die breiteren makroökonomischen Auswirkungen nuancierter", meint der Fondsmanager.
Bank of Japan hält mit Geldpolitik Kurs
Die Bank of Japan (BoJ) hat am Donnerstag ihre Geldpolitik unverändert gelassen und hält damit vor dem unsicheren Hintergrund aus Konflikten im Nahen Osten und volatilen Energiemärkten Kurs. Sie beließ ihren Leitzins bei 0,75 Prozent und verlängerte damit die Pause, die seit der letzten Zinserhöhung im Dezember andauert. Die Geldpolitiker der Notenbank wägen die aktuell fragile Inlandserholung gegen die erheblichen geopolitischen Risiken ab.
Japans Finanzministerin beobachtet Yen-Bewegungen mit "erhöhter Dringlichkeit"
Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama hat ihre verbalen Warnungen an Yen-Spekulanten verschärft und erklärt, sie beobachte die Marktbewegungen an einem Tag mit wichtigen politischen Ereignissen sehr genau."Angesichts der Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf das tägliche Leben der Menschen sind wir bereit, unter allen Umständen alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen", sagte Katayama auf einer Pressekonferenz. "Ich glaube, heute ist genau so ein Tag", fügte sie hinzu.
Brasiliens Zentralbank senkt Zinsen erstmals seit zwei Jahren
Die Banco Central do Brasil (BCB) hat zum ersten Mal seit zwei Jahren ihre Leitzinsen gesenkt. Sie lässt künftige Zinsentscheidungen aber offen, da die Wirtschaft des Landes angesichts möglicher Negativeffekte durch den Konflikt im Nahen Osten vor erheblichen Unwägbarkeiten steht. Das geldpolitische Komitee der Zentralbank, das sogenannte Copom, senkte den Leitzins Selic wie erwartet von 15 Prozent auf 14,75 Prozent, nachdem dieser seit Juni auf diesem höheren Niveau verharrt hatte. Die Zentralbank hielt die Optionen für den nächsten Schritt allerdings offen.
Trump ruft Iran zum Stopp der Angriffe auf Energieinfrastruktur auf
Israel wird nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump keine weiteren Angriffe auf das große iranische Gasfeld Pars starten. Es sei denn, "Iran entscheidet sich unklugerweise dazu, ein sehr unschuldiges Land, in diesem Fall Katar, anzugreifen", machte Trump in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social klar. Der Iran hatte auf einen israelischen Angriff auf Pars reagiert, indem er ein bedeutendes Gaszentrum in Katar attackierte.
Weltgrößte Gas-to-Liquids-Anlage in Katar beschädigt
Laut dem katarischen Staatsunternehmen QatarEnergy ist durch einen iranischen Angriff am Mittwoch erheblicher Schaden an Pearl GTL, der weltweit größten Gas-Verflüssigungsanlage entstanden. Eine neue Welle von Raketenangriffen am frühen Donnerstag auf mehrere Flüssigerdgasanlagen (LNG) in Ras Laffan verursachte laut einer Erklärung von QatarEnergy zudem beträchtliche Brände und weitreichende weitere Schäden. Pearl GTL gehört dem Ölkonzern Shell.
Schiff vor der Küste der Emirate von Geschoss getroffen
Ein Schiff wurde von einem unbekannten Geschoss getroffen, wodurch an Bord ein Brand ausbrach. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe einer Küstenstadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wie eine britische Seebehörde mitteilte. Das britische Maritime Trade Operations Center gab an, dass sich der Vorfall 11 Seemeilen östlich von Khor Fakkan ereignete. Die Behörden würden den Vorfall untersuchen, fügte es hinzu.
+++ Konjunkturdaten +++
Schweiz Feb Handelsbilanz Überschuss 4,445 Mrd CHF
Schweiz Feb Exporte 22,206 Mrd CHF
Schweiz Feb Importe 17,761 Mrd CHF
Japan/Maschinenbauaufträge Kern Jan -5,5% (PROG: -10,0%) gg Vm
Japan/Maschinenbauaufträge Kern Jan +13,7% gg Vj
Neuseeland/BIP 4Q sb +0,2% (PROG: +0,5%) gg Vorquartal
Neuseeland/BIP 4Q +1,3% (PROG: +1,7%) gg Vorjahr
Malaysia Verbraucherpreise Feb +1,4% (PROG: +1,5%) gg Vorjahr
Malaysia Verbraucherpreise Feb +0,2% gg Vormonat
DJG/DJN/apo
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March 19, 2026 04:00 ET (08:00 GMT)
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