Hamburg (ots) -
Der Schutz von Wäldern, eine nachhaltige Waldnutzung und die sogenannte Wiederbewaldung - diese Ziele stehen im Mittelpunkt des Tags des Waldes am 21. März, der vor 55 Jahren von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ausgerufen wurde. Aufgrund des Klimawandels steht der Wald sowohl international als auch in Deutschland vor großen Herausforderungen. Um sie zu bewältigen, spielen sogenannte Pionierbaumarten eine wichtige Rolle. Diese Baumarten sind die ersten, die nach einer Auflichtung des Waldes, zum Beispiel nach Windwurf oder Kahlschlag, den Waldboden besiedeln.
Eine dieser Arten ist die Zitterpappel (Populus tremula), auch Espe oder Aspe genannt. Ihren Namen verdankt sie ihren rundlichen Blättern, die bei der leichtesten Brise zu zittern beginnen. Wegen ihrer Bedeutung für viele Tier- und Pflanzenarten hat die Dr. Silvius Wodarz Stiftung den Baum mit der grün-grauen Rinde zum Baum des Jahres 2026 gekürt. "Zitterpappeln gedeihen auf nahezu jedem Standort, und ihre Samen, von denen sie jährlich mehrere Millionen produzieren können, werden durch den Wind über viele hundert Meter verbreitet", sagt Marie Geisler, Forstwissenschaftlerin bei der Deutschen Wildtier Stiftung. "Gerade auf Waldflächen, die durch Stürme, Brand oder Insektenfraß kahl geworden sind, kann die Zitterpappel so innerhalb kurzer Zeit eine neue Baumgeneration bilden."
Die Zitterpappel ist ein wahres Multitalent: Weil sie sich so schnell auf Kahlflächen ausbreitet, verhindert sie Erosion und Austrocknung. Außerdem verbessert sie die Bodenqualität: Ihr Laub ist für Bakterien, Pilze und Algen leicht abbaubar - wertvolle Mineralien und Spurenelemente kehren zügig in den Kreislauf des Waldes zurück. Langfristig erhöht sich dadurch der pH-Wert des Untergrunds. Durch ihr schnelles Wachstum - etwa 25 Meter in 20 bis 30 Jahren - bindet die Zitterpappel außerdem deutlich früher größere Mengen Kohlendioxid als langsam wachsende Baumarten.
Doch die Zitterpappel ist nicht nur gut für das Klima: Für mehr als 90 Schmetterlingsarten ist sie eine wichtige Nahrungspflanze. Die grün-weiß gefärbten Raupen des Großen Eisvogels fressen gar ausschließlich die Blätter der Zitterpappel und überwintern in kleinen, aus deren Laub gesponnenen Gehäusen an ihren Zweigen. Die dicken grünen Raupen des Abendpfauenauges und die hellgrauen Raupen des Blauen Ordensbands ernähren sich fast ausschließlich von Pappelblättern. Die organische Verbindung Salicin, die in der Rinde von Weichlaubhölzern wie Pappeln und Weiden vorkommt, dient zudem manchen Insekten als Abwehrstoff gegen Fressfeinde. Und auch die Größten wissen die Zitterpappel zu schätzen: Die Winternahrung von Rothirschen besteht in naturnahen Lebensräumen fast zur Hälfte aus jungen Pappeltrieben - wo sie wachsen, verbeißen die Tiere also weniger jene Baumarten, die forstwirtschaftlich wertvoller sind.
Da das Holz der Zitterpappel wirtschaftlich wenig Nutzen bringt und andere, forstwirtschaftlich interessantere Baumarten unter ihrem dichten Wuchs leiden können, wurde die Zitterpappel in den vergangenen 150 Jahren mehr und mehr aus unseren Wäldern verdrängt. Laut Bundeswaldinventur ist nur noch einer von hundert Bäumen in Deutschland eine Zitterpappel. Das will die Deutsche Wildtier Stiftung ändern und pflanzt auf ihren Liegenschaften gezielt Zitterpappeln an - als Schutz für den Boden und Nahrung für die unterschiedlichsten Tierarten und damit zur Steigerung der Biodiversität.
Einen Einblick in den Waldumbau der Deutschen Wildtier Stiftung gibt dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=Ojqnoe1UFoY.
Pressekontakt:
Jenifer Calvi
Pressereferentin Deutsche Wildtier Stiftung
Telefon 040-970 78 69 - 14
J.Calvi@DeutscheWildtierStiftung.de
www.DeutscheWildtierStiftung.de
Original-Content von: Deutsche Wildtier Stiftung, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/37587/6239186
Der Schutz von Wäldern, eine nachhaltige Waldnutzung und die sogenannte Wiederbewaldung - diese Ziele stehen im Mittelpunkt des Tags des Waldes am 21. März, der vor 55 Jahren von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ausgerufen wurde. Aufgrund des Klimawandels steht der Wald sowohl international als auch in Deutschland vor großen Herausforderungen. Um sie zu bewältigen, spielen sogenannte Pionierbaumarten eine wichtige Rolle. Diese Baumarten sind die ersten, die nach einer Auflichtung des Waldes, zum Beispiel nach Windwurf oder Kahlschlag, den Waldboden besiedeln.
Eine dieser Arten ist die Zitterpappel (Populus tremula), auch Espe oder Aspe genannt. Ihren Namen verdankt sie ihren rundlichen Blättern, die bei der leichtesten Brise zu zittern beginnen. Wegen ihrer Bedeutung für viele Tier- und Pflanzenarten hat die Dr. Silvius Wodarz Stiftung den Baum mit der grün-grauen Rinde zum Baum des Jahres 2026 gekürt. "Zitterpappeln gedeihen auf nahezu jedem Standort, und ihre Samen, von denen sie jährlich mehrere Millionen produzieren können, werden durch den Wind über viele hundert Meter verbreitet", sagt Marie Geisler, Forstwissenschaftlerin bei der Deutschen Wildtier Stiftung. "Gerade auf Waldflächen, die durch Stürme, Brand oder Insektenfraß kahl geworden sind, kann die Zitterpappel so innerhalb kurzer Zeit eine neue Baumgeneration bilden."
Die Zitterpappel ist ein wahres Multitalent: Weil sie sich so schnell auf Kahlflächen ausbreitet, verhindert sie Erosion und Austrocknung. Außerdem verbessert sie die Bodenqualität: Ihr Laub ist für Bakterien, Pilze und Algen leicht abbaubar - wertvolle Mineralien und Spurenelemente kehren zügig in den Kreislauf des Waldes zurück. Langfristig erhöht sich dadurch der pH-Wert des Untergrunds. Durch ihr schnelles Wachstum - etwa 25 Meter in 20 bis 30 Jahren - bindet die Zitterpappel außerdem deutlich früher größere Mengen Kohlendioxid als langsam wachsende Baumarten.
Doch die Zitterpappel ist nicht nur gut für das Klima: Für mehr als 90 Schmetterlingsarten ist sie eine wichtige Nahrungspflanze. Die grün-weiß gefärbten Raupen des Großen Eisvogels fressen gar ausschließlich die Blätter der Zitterpappel und überwintern in kleinen, aus deren Laub gesponnenen Gehäusen an ihren Zweigen. Die dicken grünen Raupen des Abendpfauenauges und die hellgrauen Raupen des Blauen Ordensbands ernähren sich fast ausschließlich von Pappelblättern. Die organische Verbindung Salicin, die in der Rinde von Weichlaubhölzern wie Pappeln und Weiden vorkommt, dient zudem manchen Insekten als Abwehrstoff gegen Fressfeinde. Und auch die Größten wissen die Zitterpappel zu schätzen: Die Winternahrung von Rothirschen besteht in naturnahen Lebensräumen fast zur Hälfte aus jungen Pappeltrieben - wo sie wachsen, verbeißen die Tiere also weniger jene Baumarten, die forstwirtschaftlich wertvoller sind.
Da das Holz der Zitterpappel wirtschaftlich wenig Nutzen bringt und andere, forstwirtschaftlich interessantere Baumarten unter ihrem dichten Wuchs leiden können, wurde die Zitterpappel in den vergangenen 150 Jahren mehr und mehr aus unseren Wäldern verdrängt. Laut Bundeswaldinventur ist nur noch einer von hundert Bäumen in Deutschland eine Zitterpappel. Das will die Deutsche Wildtier Stiftung ändern und pflanzt auf ihren Liegenschaften gezielt Zitterpappeln an - als Schutz für den Boden und Nahrung für die unterschiedlichsten Tierarten und damit zur Steigerung der Biodiversität.
Einen Einblick in den Waldumbau der Deutschen Wildtier Stiftung gibt dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=Ojqnoe1UFoY.
Pressekontakt:
Jenifer Calvi
Pressereferentin Deutsche Wildtier Stiftung
Telefon 040-970 78 69 - 14
J.Calvi@DeutscheWildtierStiftung.de
www.DeutscheWildtierStiftung.de
Original-Content von: Deutsche Wildtier Stiftung, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/37587/6239186
© 2026 news aktuell
