FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Donnerstag nach der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) gestiegen. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1510 US-Dollar gehandelt und damit etwa einen halben Cent höher als am Morgen. Zeitweise erreichte der Euro ein Tageshoch bei 1,1539 Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1489 (Mittwoch: 1,1500) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8703 (0,8695) Euro.
Die EZB hat die Leitzinsen trotz Sorgen vor einer neuen Inflationswelle wegen des Iran-Kriegs wie erwartet unverändert belassen. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent. Allerdings erwartet die Notenbank wegen des Ölpreisschocks und steigender Energiekosten einen Inflationsschub im Euroraum. Sie hat ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr deutlich angehoben: "Der Krieg im Nahen Osten hat zu deutlich unsichereren Aussichten geführt", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Er drohe die Inflation anzuheizen und die Wirtschaft zu bremsen.
Einige Experten wie Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank LBBW, vermuten, dass die EZB im Ernstfall reagieren wird: "Bleibt die Straße von Hormus zu, wird ein deutlicher Zinsanstieg die Konsequenz sein." Die Aussicht auf steigende Zinsen stützte den Euro.
Aufwärts ging es auch mit dem britischen Pfund, nachdem die Notenbank des Landes ihren Leitzins wie erwartet stabil gehalten hatte. Angesichts der wachsenden Inflationsgefahren durch die Folgen des Iran-Kriegs signalisierte die Bank of England Handlungsbereitschaft.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86388 (0,86393) britische Pfund, 182,46 (183,49) japanische Yen und 0,9121 (0,9073) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.585 Dollar. Das waren etwa 233 Dollar weniger als am Vortag./jkr/jha/

