DJ Aktien Schweiz mit steigenden Ölpreisen sehr schwach
DOW JONES--Kräftig abwärts ging es am Donnerstag am schweizerischen Aktienmarkt. Belastend wirkte der immer weiter eskalierende Iran-Krieg, was die Ölpreise erneut nach oben trieb. Diese reduzierten im späten europäischen Handel aber ihre Aufschläge etwas, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent erklärt hatte, die USA könnten die Sanktionen gegen iranisches Öl auf See aufheben und mehr Öl aus ihren strategischen Reserven freigeben, um die Preise zu dämpfen.
Belastend wirkte zudem die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank. Diese hatte zwar wie erwartet das aktuelle Zinsniveau bestätigt. In seiner Pressekonferenz erklärte Fed-Chairman Jerome Powell allerdings, die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten seien ungewiss. "Die höheren Energiepreise werden die Inflation antreiben, aber es ist noch zu früh, um das Ausmaß abzuschätzen", sagte Powell. "Wir wissen es einfach nicht, wie sich der Ölschock auswirken wird", so Powell. Die Raiffeisen-Analysten sprachen von ausgebliebenen Signalen für baldige Zinssenkungen.
Der SMI verlor 2,4 Prozent auf 12.460 Punkte und schloss damit auf Tagestief. Bei den 20 SMI-Werten verzeichneten 19 Aktien Kursverluste, eine Aktie schloss unverändert. Umgesetzt wurden 27,68 (zuvor: 23,32) Millionen Aktien.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre Geldpolitik wie erwartet unverändert gelassen, aber eine erhöhte Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen ausgedrückt. Zudem wurde die Inflationsprognose für 2026 etwas angehoben - bei unveränderter Wachstumsprognose. Wie sie mitteilte, bleibt der Leitzins bei 0 Prozent, wo er seit Juni vergangenen Jahres steht. "Es bestand kein Handlungsdruck für die Währungshüter, den Leitzins in den negativen Bereich zu senken. Die Inflation liegt derzeit im Wohlfühlbereich der Notenbank. Die Unsicherheit ist aktuell groß, ob der durch den Nahost-Konflikt ausgelöste Energiepreisanstieg dauerhaft sein wird", sagte Katja Müller, Senior Economist im LBBW Research.
Auch die Bank of England (BoE) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben die Leitzinsen auf dem aktuellen Niveau belassen. Die BoE signalisierte Bereitschaft zu Zinserhöhungen, die EZB sieht kurzfristig deutlichen Einfluss auf die Inflation durch den Nahostkrieg.
Die Online-Apotheke Docmorris sieht sich trotz Ausweitung der Verluste im vergangenen Jahr auf Kurs für einen Breakeven beim EBITDA in diesem und beim Free Cashflow im kommenden Jahr. Allerdings hat der Konzern seine mittelfristigen Ambitionen bei Umsatzwachstum und Investitionen gesenkt und bei der Marge bestätigt. Die Aktie fiel um 2.6 Prozent.
Logitech schlossen den Handel unverändert. Das Technologie-Unternehmen hat ein neues auf drei Jahre angelegtes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar genehmigt. Die neue Rückkaufgenehmigung kommt zu einer bereits im März vergangenen Jahres genehmigten Summe von 600 Millionen Dollar hinzu.
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