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MÄRKTE EUROPA/Sehr schwach - Nahostkrieg und Inflationssorgen belasten

DJ MÄRKTE EUROPA/Sehr schwach - Nahostkrieg und Inflationssorgen belasten

DOW JONES--Starker Abgabedruck hat am Donnerstag den Handel an den europäischen Börsen geprägt. Der DAX stürzte um 2,8 Prozent auf 22.840 Punkte ab, der Euro-Stoxx-50 verlor 2,1 Prozent. Belastend wirkte der eskalierende Irankrieg. Nachdem Israel am Vortag das wichtigste persische Gasfeld, South Pars, angeriffen hat, hat der Iran nun die weltgrößte LNG-Anlage, Ras Laffan, in Katar attackiert und soll dabei erhebliche Schäden verursacht haben. Brent-Öl näherte sich zeitweise dem Hoch von rund 120 Dollar seit Ausbruch des Konflikts. Die Ölpreise verringerten aber ihre Gewinne, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent erklärt hatte, die USA könnten die Sanktionen gegen iranisches Öl auf See aufheben und mehr Öl aus ihren strategischen Reserven freigeben, um die Preise zu dämpfen. Der europäische Gaspreis schoss um fast 20 Prozent nach oben. Der Energiesektor im Stoxx-600 stieg um 2,1 Prozent. Die Aktien von BP, Eni und Totalenergies verteuerten sich um bis zu 4,9 Prozent. Die Verlierer wurden von den Sektoren Basic Materials (-4,1%) und Immobilien (-3,9%) angeführt.

Belastend wirkte zudem die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank vom Mittwoch. Diese hat zwar wie erwartet das aktuelle Zinsniveau bestätigt. In seiner Pressekonferenz erklärte Fed-Chairman Jerome Powell jedoch, die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten seien ungewiss. "Die höheren Energiepreise werden die Inflation antreiben, aber es ist noch zu früh, um das Ausmaß abzuschätzen", sagte Powell. "Wir wissen es einfach nicht, wie sich der Ölschock auswirken wird", so Powell. Raiffeisen-Analysten sprachen von ausgebliebenen Signalen für baldige Zinssenkungen.

Auch die Bank of England (BoE) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben ihre jeweiligen Leitzinsen auf dem aktuellen Niveau belassen haben. Die BoE signalisierte vor dem Hintergrund des Kriegs im Nahen Osten Bereitschaft zu Zinserhöhungen, um dem Anstieg der Inflation entgegenzuwirken. Die EZB sieht kurzfristig deutlichen Einfluss auf die Inflation durch den Krieg und hat ihre Inflationsprognosen angehoben. EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe einen weiterhin vorsichtigen, aber tendenziell möglicherweise restriktiveren geldpolitischen Kurs signalisiert, kommentierte Bayerninvest. Eine Zinserhöhung bei einer der kommenden Sitzungen sei nicht kategorisch ausgeschlossen worden, bleibe aber datenabhängig. Zudem sei deutlich geworden, dass der nächste Zinsschritt derzeit eher eine Erhöhung als eine Senkung sein könnte.

Pfund und Euro werteten jeweils auf. Der Euro erholte sich auf rund 1,1540 Dollar. Am Rentenmarkt fielen die Kurse, die Renditen stiegen also. Gold gab weiter nach auf etwa 4.590 Dollar die Feinunze, das Edelmetall hatte am Vortag stark korrigiert und war unter das Niveau von 5.000 Dollar gestürzt. Hier belasteten die gestiegenen Zinsen, die das zinslos gehaltene Edelmetall unattraktiv machten.

Viele Anleger hätten auch vor dem Großen Verfall am Freitag die Reißleine gezogen, hieß es von CMC Markets. Der Rutsch des DAX unter die 23.000er Marke habe ein weiteres charttechnisches Verkaufssignal gesendet und den Abverkauf beschleunigt.

Im Blick standen einige Unternehmensergebnisse. Vonovia legte solide Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Diese bewegten sich auf der Ergebnisseite teilweise über den Marktschätzungen, der Dividendenvorschlag entsprach den Erwartungen. Der Ausblick auf das laufende Jahr enthielt keine Überraschungen. Dennoch brach die Aktie um 12,1 Prozent ein. JP Morgan verwies auf die Inflationsrisiken, die die Anleiherenditen steigen ließen. Dies sei eine Kombination, die deutschen Wohnimmobilienwerten in der Regel zu schaffen machten. Im Sektor verloren TAG Immobilien 7 und Aroundtown 6,8 Prozent.

Als durchwachsen wurden die Viertquartalszahlen von Lanxess im Handel bezeichnet. Laut Jefferies lag das bereinigte EBITDA 2 Prozent über der Schätzung. Specialty Additives habe sich besser entwickelt, Intermediates und Consumer Protection dagegen schwächer. Der Ausblick 2026 für das bereinigte EBITDA bewege sich 3 Prozent unter der Schätzung. Für das Lanxess-Papier ging es um 11,5 Prozent nach unten.

Kontron brachen bei hohen Volumina um 7,4 Prozent ein. Im Handel konnte man sich die extreme Bewegung zunächst nicht erklären. Fundamentale Nachrichten gebe es keine. "Jeder fragt sich, was los ist", so ein Teilnehmer. Kontron erwägt indessen, den Kurssturz für einen Aktienrückkauf zu nutzen. Die Kursverwerfungen vom Donnerstag hätten keine Grundlage in der operativen Entwicklung. Geprüft würden jetzt Maßnahmen, um vom attraktiven Kursniveau der Kontron-Aktie zu profitieren, insbesondere werde ein kurzfristiges Aktienrückkaufprogramm evaluiert.

Nach Geschäftsausweis lagen United Internet gegen den allgemeinen Markttrend 2,8 Prozent vorn. Die Umsätze im abgelaufenen Jahr haben sich etwas besser als erwartet entwickelt und auch die Umsatzprognose für das laufende Jahr lag leicht über dem Marktkonsens. Die United-Internet-Tochter 1&1 (+2,7%) hatte zwar bei leicht höheren Umsätzen weniger verdient als im Vorjahr, aber für die kommenden Jahre eine deutliche Ergebnissteigerung in Aussicht gestellt. Gut kamen auch die Zahlen von Ionos an; die Aktie sprang um 11 Prozent nach oben.

=== 
Index        Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     5.614       -2,14         -0,94 
Stoxx-50       4.873       -1,96          1,07 
Stoxx-600        584       -2,39          0,97 
DAX         22.840       -2,82         -4,03 
FTSE-100 London   10.305       -2,35          3,76 
CAC-40 Paris     7.970       -2,03         -2,20 
AEX Amsterdam     1.000       -2,24          5,12 
ATHEX-20 Athen    5.399       -2,51          0,89 
BEL-20 Brüssel    5.129       -2,42          1,00 
BUX Budapest    122.256       -0,38         10,11 
OMXH-25 Helsinki   6.074       -2,51          6,50 
OMXC-20 Kopenhagen  1.403       -2,24         -12,74 
PSI 20 Lissabon    9.135       -2,06         10,54 
IBEX-35 Madrid    17.299       -2,27         -0,05 
FTSE-MIB Mailand   44.741       -2,32         -0,45 
OBX Oslo       1.936       0,93         21,17 
PX Prag        2.596       -1,67         -3,33 
OMXS-30 Stockholm   3.015       -3,53          4,59 
WIG-20 Warschau   120.588       -1,72          4,66 
ATX Wien       5.425       -2,99          1,86 
SMI Zürich      12.765       -2,40         -3,78 
 
DEVISEN    zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:20 
EUR/USD     1,1535  +0,7   0,0085     1,1450   1,1514 
EUR/JPY     182,31  -0,4  -0,7900      183,1  183,6300 
EUR/CHF     0,9133  +0,6   0,0050     0,9083   0,9083 
EUR/GBP     0,8628  -0,1  -0,0009     0,8637   0,8637 
USD/JPY     158,05  -1,1  -1,8100     159,86  159,4600 
GBP/USD     1,3366  +0,9   0,0112     1,3254   1,3330 
USD/CNY     6,8998  +0,4   0,0272     6,8726   6,8726 
USD/CNH     6,8919  -0,1  -0,0088     6,9007   6,8861 
AUS/USD     0,7046  +0,3   0,0024     0,7022   0,7080 
Bitcoin/USD 69.454,91  -2,5 -1.781,96    71.236,8 
 
ROHÖL     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    98,12  +1,9    1,80      96,32 
Brent/ICE    110,36  +2,8    2,98     107,38 
 
Metalle    zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     4.586,34  -4,8  -231,29    4.817,63 
Silber      70,05  -7,0   -5,31      75,36 
Platin    1.939,32  -4,1   -83,78    2.023,10 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/ros

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March 19, 2026 13:15 ET (17:15 GMT)

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