DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
FEIERTAGSHINWEIS
FREITAG: In Tokio bleiben die Börsen wegen des Feiertages zum Frühlingsanfang geschlossen.
TAGESTHEMA
Chinas Zentralbank hat die maßgeblichen Kreditzinssätze am Freitag unverändert gelassen, wie offizielle Daten zeigen, da die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt das Jahr auf solider Grundlage begann und gleichzeitig ein niedrigeres Wachstumsziel festlegte. Der einjährige Leitzins für Kredite blieb bei 3,0 Prozent und der fünfjährige Satz bei 3,5 Prozent, teilte die People's Bank of China mit. Beide Zinssätze verharren seit Mai letzten Jahres auf diesem Niveau. Die Märkte hatten weithin erwartet, dass die Zinssätze unverändert bleiben würden, nachdem Peking Anfang März stärker als erwartete Wirtschaftsdaten gemeldet hatte. Damit war der Druck für weitere geldpolitische Lockerungen gesunken.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
07:30 DE/Bechtle AG, ausführliches Jahresergebnis (10:00 BI-PK; 13:00 Analystenkonferenz)
Im Laufe des Tages:
- DE/Krones AG, ausführliches Jahresergebnis und Geschäftsbericht (14:30 Earnings-Call)
- DE/Freenet AG, ausführliches Jahresergebnis und Geschäftsbericht
- DE/Vincorion SE, Erstnotiz
AUSBLICK KONJUNKTUR
- DE
08:00 Erzeugerpreise Februar
PROGNOSE: -0,3% gg Vm/-2,3% gg Vj
zuvor: -0,6% gg Vm/-3,0% gg Vj
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 23.012,00 +0,7 E-Mini-Future S&P-500 6.658,75 -0,0 E-Mini-Future Nasdaq-100 24.554,50 -0,1 Topix (Tokio) FEIERTAG Hang-Seng (Hongk.) 25.313,66 -0,7 Shanghai-Comp. 3.982,05 -0,6 Donnerstag: INDEX zuletzt +/- % DAX 22.839,56 -2,8 DAX-Future 23.012,00 -2,2 XDAX 23.011,30 +0,8 MDAX 28.423,08 -3,7 TecDAX 3.471,49 -2,5 SDAX 16.377,93 -2,9 Euro-Stoxx-50 5.613,83 -2,1 Stoxx-50 4.872,97 -2,0 Dow-Jones 46.021,43 -0,4 S&P-500 6.606,49 -0,3 Nasdaq Composite 22.090,69 -0,3
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Nach dem Abverkauf vom Vortag dürften Europas Börsen am Freitag mit Aufschlägen in den Handel starten. Derzeit zeichnet sich ein Test der 23.000 Punkte-Marke im DAX ab. Für etwas Entspannung sorgen Aussagen des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu: Die Militärschläge hätten Irans Fähigkeit zur Anreicherung von Uran zerstört, der Krieg werde sehr viel schneller enden als viele glaubten, berichtet die FT. Der Preis für Öl der Sorte Brent fällt daraufhin unter die Marke von 107 Dollar je Barrel. "Angesichts der entstandenen Schäden und der wahrscheinlich längere Zeit erhöhten Energiepreise wird ein Kriegsende sicherlich nicht zu einer sofortigen Aufholung aller Kursverluste führen. Aber ein Ende der Kampfhandlungen würde den Markt wieder ruhiger und berechenbarer machen", heißt es bei QC Partners. Gegen eine rasche Erholung der Börsen sprechen auch die erhöhten Inflationsrisiken. Akzente könnte am Berichtstag der Große Verfall von Futures und Optionen setzen.
Rückblick: Belastend wirkten der weiter eskalierende Nahost-Krieg und die damit steigenden Öl- und Gaspreise. Schwindende Zinssenkungserwartungen dämpften ebenfalls die Stimmung. Nach der US-Notenbank am Vorabend liegen nun auch die Bank of England (BoE) und die EZB ihre Leitzinsen unverändert und wiesen auf die Gefahr einer weiter steigenden Inflation aufgrund des Krieges und der hohen Ölpreise hin. Die BoE signalisierte Bereitschaft zu einer Zinserhöhung. Im Gefolge des Ölpreises stieg der Energiesektor im Stoxx-600 um 2,1 Prozent. Die Aktien von BP, Eni und Totalenergies verteuerten sich um bis zu 4,9 Prozent. Die Verlierer wurden von den Sektoren Basic Materials (-4,1%) und Immobilien (-3,9%) angeführt.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Sehr schwach - Vonovia legte solide Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Diese bewegten sich auf der Ergebnisseite teilweise über den Marktschätzungen, der Dividendenvorschlag entsprach den Erwartungen. Der Ausblick auf das laufende Jahr enthielt keine Überraschungen. Dennoch brach die Aktie um 12,1 Prozent ein. JP Morgan verwies auf die Inflationsrisiken, die die Anleiherenditen steigen ließen. Dies sei eine Kombination, die deutschen Wohnimmobilienwerten in der Regel zu schaffen machten. Im Sektor verloren TAG Immobilien 7 und Aroundtown 6,8 Prozent. Als durchwachsen wurden die Viertquartalszahlen von Lanxess (-11,5%) im Handel bezeichnet. Kontron brachen nachrichtenlos bei hohen Volumina um 7,4 Prozent ein. Kontron erwägt indessen, den Kurssturz für einen Aktienrückkauf zu nutzen. Nach Geschäftsausweis lagen United Internet 2,8 Prozent vorn. Die Umsätze im abgelaufenen Jahr haben sich etwas besser als erwartet entwickelt und auch die Umsatzprognose für das laufende Jahr lag leicht über dem Marktkonsens. Die United-Internet-Tochter 1&1 (+2,7%) hatte zwar bei leicht höheren Umsätzen weniger verdient als im Vorjahr, aber für die kommenden Jahre eine deutliche Ergebnissteigerung in Aussicht gestellt. Gut kamen auch die Zahlen von Ionos (+11%) an. Mit Bekanntgabe der endgültigen Geschäftszahlen stellte Rational (-1,7%) eine Dividende von 16 Euro je Anteilsschein für das abgelaufene Geschäftsjahr in Aussicht. Laut RBC lag die Konsenserwartung bei 15,29 Euro. Der Ausblick bewege sich im Rahmen der Erwartungen. Nemetschek (+3,7%) überzeugte derweil mit den Viertquartalszahlen und dem Ausblick.
XETRA-NACHBÖRSE
Von einem sehr lebhaften nachbörslichen Handel berichtete ein Händler von Lang & schwarz am Donnerstag. Der Markt sei mit der Erholung an der Wall Street nach oben gelaufen. Die Umsätze seien dabei "sehr, sehr hoch" gewesen, so der Teilnehmer. Wichtige Unternehmensnachrichten habe es nicht gegeben. Die Aktie der Deutschen Post reagierte nicht auf die Zahlen von Fedex. Der US-Konzern hat den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben, da der Umsatz und die Paketrenditen im dritten Geschäftsquartal gestiegen sind.
USA - AKTIEN
Etwas leichter - Die Ölpreise haben am Donnerstag die Richtung an der Wall Street vorgegeben. Der weiter eskalierende Krieg im Nahen Osten und die anhaltenden Angriffe auf Energie-Infrastruktur hatten den Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zunächst bis auf knapp 119 Dollar nach oben getrieben. Doch mit Aussagen von US-Finanzminister Scott Bessent gaben die Ölpreise ihre Gewinne wieder ab und drehten leicht ins Minus. Bessent hatte erklärt, die USA könnten die Sanktionen gegen iranisches Öl auf See aufheben und mehr Öl aus ihren strategischen Reserven freigeben, um die Preise zu dämpfen. Mit den nachgebenden Ölpreisen erholte sich der Aktienmarkt. Daneben wirkten auch die Aussagen der Fed nach. Diese hatte am Mittwoch die Zinsen wie erwartet unverändert belassen. US-Notenbankpräsident Jerome Powell sagte, dass Zinssenkungen vom Tisch seien, bis sich die Inflation abkühle. Micron (-3,8%) hatte mit dem Umsatz im zweiten Quartal die Erwartungen des Marktes übertroffen und den Ausblick angehoben. Beobachter verwiesen jedoch auf die geplanten höheren Investitionen, mit denen das Unternehmen die Produktion steigern will. Im Sog der fallenden Edelmetallpreise gerieten auch Branchenaktien unter Druck. Freeport-McMoRan, Newmont und Royal Gold verloren bis zu 7,1 Prozent. Walmart (-0,7%) stimmte einem Vergleich in Höhe von 100 Millionen US-Dollar zu und legt damit die Vorwürfe der Federal Trade Commission (FTC) und 11 Bundesstaaten bei.
USA - ANLEIHEN
Am US-Anleihemarkt gaben die Renditen zwischenzeitliche leichte Gewinne wieder ab. Die Zehnjahresrendite notierte kaum verändert bei 4,26 Prozent.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:09 EUR/USD 1,156 -0,2 -0,0028 1,1588 1,1522 EUR/JPY 183,10 +0,2 0,3500 182,7500 182,1900 EUR/CHF 0,9122 -0,1 -0,0011 0,9133 0,9120 EUR/GBP 0,862 -0,1 -0,0006 0,8626 0,8620 USD/JPY 158,37 +0,4 0,6500 157,7200 158,1000 GBP/USD 1,341 -0,2 -0,0020 1,3430 1,3364 USD/CNY 6,8932 -0,1 -0,0066 6,8998 6,8998 USD/CNH 6,8953 +0,3 0,0170 6,8783 6,8942 AUS/USD 0,7087 +0,0 0,0001 0,7086 0,7042 Bitcoin/USD 70.494,80 0,0 2,23 70.492,57 69.297,45
Der Dollar, der am Vortag in Reaktion auf den Fed-Entscheid aufgewertet hatte, kam unter Druck, nachdem sowohl Bank of England (BoE) als auch Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen auf dem aktuellen Niveau belassen haben. Die BoE signalisierte Bereitschaft zu Zinserhöhungen, die EZB sieht kurzfristig deutlichen Einfluss auf die Inflation durch den Nahostkrieg. Pfund und Euro werteten in der Folge jeweils auf. Der Dollar-Index verlor 0,9 Prozent.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.687,53 +0,8 39,30 4.648,23 Silber 72,35 -0,8 -0,55 72,90 Platin 1.991,70 +1,0 20,60 1.971,10
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
March 20, 2026 02:31 ET (06:31 GMT)
DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-
Der Goldpreis stand erneut unter Druck; die Feinunze ermäßigte sich um 3,6 Prozent auf 4.645 Dollar. Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten treiben weiter die Ölpreise, was die Aussichten auf eine kurzfristige Zinssenkung durch die US-Notenbank verschlechtert. "Die Zinssenkungen der Fed wurden weiter in die Zukunft verschoben", so BullionVault-Analyst Adrian Ash. "Mechanisch gesehen wäre das schlecht für Gold."
ÖL
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 94,78 -1,4 -1,36 96,14 Brent/ICE 106,99 -1,5 -1,66 108,65
Der weiter eskalierende Krieg im Nahen Osten und die anhaltenden Angriffe auf Energie-Infrastruktur hatten den Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zunächst bis auf knapp 119 Dollar nach oben getrieben. Doch mit Aussagen von US-Finanzminister Scott Bessent gaben die Ölpreise ihre Gewinne wieder ab und drehten leicht ins Minus. Bessent hatte erklärt, die USA könnten die Sanktionen gegen iranisches Öl auf See aufheben und mehr Öl aus ihren strategischen Reserven freigeben, um die Preise zu dämpfen. Der Preis für Brent fiel um 0,5 Prozent auf 106,83 Dollar, WTI gab um 1,5 Prozent nach. Am Vortag hatte die staatliche Energy Information Administration einen Anstieg der US-Rohölvorräte gemeldet.
MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR
DEUTSCHE BANK
Stefan Hoops wird zum 1. Mai 2026 in den Konzernvorstand. Hoops, der weiterhin CEO des Vermögensverwalters DWS bleibt, übernimmt das Ressort Vermögensverwaltung von James von Moltke, der die Bank Mitte 2026 verlassen wird. Diese Doppelrolle soll die Verzahnung der DWS mit den übrigen Geschäftsbereichen stärken. Ebenfalls zum 1. Mai folgt Marie-Jeanne Deverdun als neue Technologievorständin (CTDIO) auf Bernd Leukert und soll insbesondere die Skalierung von Betriebsmodellen sowie den Einsatz Künstlicher Intelligenz beschleunigen. Fabrizio Campelli, Leiter der Unternehmens- und Investmentbank, wird zum 1. Juli 2026 neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Parallel dazu hat der Aufsichtsrat die Verträge von Privatkundenvorstand Claudio de Sanctis und dem Regional-CEO Alexander von zur Mühlen vorzeitig bis 2029 verlängert. Ergänzt wird das Führungsteam durch Sicherheitschef Brent Phillips, der dem Konzernleitungskomitee beitritt.
FUCHS
hat vergangenes Jahr dank besserer Geschäfte in allen Weltregionen sowohl den Umsatz als auch den Gewinn gesteigert. Die Aktionäre will der Schmierstoffhersteller an der positiven Entwicklung teilhaben lassen: Die Dividende soll auf von 1,23 von 1,17 Euro je Vorzugsaktie erhöht werden, kündigte der im MDAX notierte Konzern anlässlich der Bilanzpressekonferenz an. Für das neue Jahr äußerte sich Fuchs relativ optimistisch. Für das vierte Quartal wurden folgende Eckdaten bekannt gegeben (Angaben in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis je Aktie in Euro, Bilanzierung nach IFRS):
. BERICHTET PROG PROG 4. QUARTAL 4Q25 ggVj 4Q25 ggVj 4Q24 Umsatz 863 +0,5% 848 -1% 859 EBIT 109 +9% 107 +7% 100 Ergebnis nach Steuern 78 +16% 76 +13% 67 Ergebnis je Vorzugsaktie 0,60 +18% 0,58 +14% 0,51
IPO / VINCORION
Die Aktien der Rüstungsfirma werden bei dem am Freitag anstehenden Börsengang in Frankfurt zu einem Preis von 17 Euro je Titel an den Start gehen. Im Rahmen der Platzierung wurden insgesamt rund 20,3 Millionen Aktien aus dem Bestand des bisherigen Hauptaktionärs Star Capital zu einem Preis von 17,00 Euro pro Aktie bei Investoren untergebracht. Vincorion bezifferte das gesamte Platzierungsvolumen, inklusive der Greenshoe-Option, auf circa 345 Millionen Euro. Das entspricht einer Marktkapitalisierung des Unternehmens von 850 Millionen Euro zum Zeitpunkt des Börsengangs.
NOVARTIS
stärkt sein Onkologie-Geschäft mit einem milliardenschweren Zukauf. Wie der Schweizer Pharmakonzern mitteilte, hat er mit Synnovation Therapeutics die Übernahme eines experimentellen Brustkrebs-Medikaments für bis zu 3 Milliarden US-Dollar vereinbart.
UNILEVER
führt nach Angaben von Insidern derzeit Gespräche, sein Lebensmittelgeschäft abzuspalten und mit dem Gewürzhersteller McCormick zu fusionieren. Mit einer solchen potenziellen strategischen Neuausrichtung würde Unilever dem Trend folgen, dass Konsumgüterkonzerne ihre Geschäfte verschlanken. Unilever würde sich auf Produkte für Schönheit, Körperpflege und Haushalt konzentrieren. McCormick hat einen Marktwert von etwa 14,8 Milliarden US-Dollar. Unilevers Marktwert liegt bei fast 140 Milliarden US-Dollar, wobei das Lebensmittelgeschäft, zu dem Marken wie Knorr, Pfanni und Maizena gehören, Dutzende Milliarden Dollar wert sein könnte. Ein reines Aktientauschgeschäft könnte innerhalb weniger Wochen zustande kommen, sofern die Gespräche nicht scheitern, sagten die mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine genaue Struktur konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.
FEDEX
hat seinen Ausblick für das Gesamtjahr angehoben, da der Umsatz und die Paketrenditen im dritten Geschäftsquartal gestiegen sind. Der Logistikkonzern wies am Donnerstag für das am 28. Februar beendete Quartal einen Gewinn von 1,06 Milliarden US-Dollar oder 4,41 Dollar je Aktie aus, verglichen mit 909 Millionen Dollar oder 3,76 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um bestimmte Sondereffekte lag der Gewinn je Aktie bei 5,25 Dollar und damit über den von Analysten laut Factset erwarteten 4,15 Dollar. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 24,0 Milliarden Dollar. Von Factset befragte Analysten hatten einen Umsatz von 23,49 Milliarden Dollar prognostiziert.
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/cln/ros
(END) Dow Jones Newswires
March 20, 2026 02:31 ET (06:31 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
