DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
EZB: Euroraum-Leistungsbilanzüberschuss steigt im Januar deutlich
Der Leistungsbilanzüberschuss des Euroraums ist im Januar vor allem aufgrund sinkender Wareneinfuhren deutlich gestiegen. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) betrug der Aktivsaldo saisonbereinigt 38 (Dezember: 13) Milliarden Euro. In der Handelsbilanz ergab sich ein Überschuss von 33 (19) Milliarden Euro, wobei die Exporte bei 237 Milliarden Euro verharrten, während die Importe auf 204 (220) Milliarden Euro zurückgingen.
Nagel: Bei zunehmendem Preisdruck könnte EZB im April Zinserhöhung erwägen
Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel ab April eine Erhöhung ihres Leitzinses für den Fall in Erwägung ziehen, dass sich wegen des Iran-Kriegs weiterer Preisdruck aufbauen sollte. "Nach derzeitigem Stand ist es denkbar, dass sich die mittelfristigen Inflationsaussichten verschlechtern und die Inflationserwartungen nachhaltig steigen könnten, was bedeutet, dass wahrscheinlich ein restriktiverer geldpolitischer Kurs erforderlich wäre", sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Villroy de Galhau: EZB zur Inflationsbekämpfung entschlossen
Die Europäische Zentralbank (EZB) ist nach den Worten von EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau zur Inflationsbekämpfung bereit, auch wenn sie ihren Leitzins am Donnerstag unverändert gelassen hat. "Wir sind fest entschlossen, die Inflation bei unserem mittelfristigen Ziel von 2 Prozent zu stabilisieren", sagte er im Gespräch mit dem Online-Fernsehdienst der Bank Boursorama, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. "Wir sind mit Unsicherheit konfrontiert, und das heutige Abwarten wird es uns ermöglichen zu sehen, welches Szenario sich entfaltet", fügte er hinzu.
Deutsche Bank: EZB erhöht Leitzins auf 2,50 Prozent
Analysten der Deutschen Bank erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins auf 2,50 (derzeit: 2,00) Prozent anheben wird, und zwar in Schritten von je 25 Basispunkten im Juni und September. "Dies entspricht dem oberen Ende des neutralen Bereichs. Dies würde ein Signal des Engagements für Preisstabilität senden", schreiben sie in einem Kommentar. Die aktuellen Energiepreise und Terminkurven deuteten darauf hin, dass die Inflation innerhalb der nächsten Monate rasch auf über 3 Prozent steigen werde. "Die Inflation sollte vorübergehender Natur sein. Das Risiko besteht in ihrer Hartnäckigkeit", urteilen die Analysten.
Rabobank: EZB erhöht Leitzins im April
Rabobank-Volkswirt Bas van Geffen erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins bereits im April um 25 Basispunkte anheben wird. In einem Kommentar schreibt er: "In der geldpolitischen Erklärung betonte die EZB ihre Entschlossenheit, dafür zu sorgen, dass sich die Inflation mittelfristig bei 2 Prozent stabilisiert. Zudem deutete Lagarde an, dass die EZB die Flexibilität habe, bei Bedarf schnell zu handeln. Unter Berücksichtigung der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten könnte die EZB im April die Zinsen anheben. Dies soll das Risiko verhindern, dass sich die hohe Inflation wieder verfestigt."
Chinas Lockerung bleibt angesichts externen Drucks gezielt
China dürfte seine Geldpolitik weiter lockern, aber nur auf eine kalibrierte und gezielte Weise, meint Wei Li von BNP Paribas. Die "moderat lockere" Haltung der PBOC lasse Raum für Maßnahmen wie Senkungen des Mindestreservesatzes und Zinsanpassungen. Li nenne jedoch drei wesentliche Hemmnisse, die eine aggressive Lockerung begrenzten: importierte Inflation durch Ölpreisspitzen, Druck auf die Währungsstabilität, da der Dollar aufgrund von Zuflüssen in sichere Häfen an Stärke gewinne, und Bedenken hinsichtlich finanzieller Risiken angesichts der Anfälligkeiten des Immobiliensektors.
Irans Oberster Führer sendet trotzige Botschaft
Mojtaba Khamenei, Irans neuer Oberster Führer, hat in einer Erklärung mitgeteilt, dass "die Sicherheit unseren in- und ausländischen Feinden genommen und unserem Volk gegeben werden muss". Die trotzige Botschaft erfolgte als Reaktion auf die Tötung des iranischen Geheimdienstministers Esmail Khatib Anfang der Woche. Israel verfolgt eine systematische Kampagne zur Ermordung der politischen und sicherheitspolitischen Spitzenvertreter des Iran. Ziel ist es, das Regime zu destabilisieren und seinen Zusammenbruch zu erleichtern.
+++ Konjunkturdaten +++
Eurozone/Handelsbilanz Jan Defizit 1,9 Mrd EUR (Vj Defizit 1,4 Mrd EUR)
Eurozone/Exporte Jan -1,9%, Importe -2,8% gg Vormonat - saisonbereinigt
Eurozone/Handelsbilanz Jan saisonbereinigt Überschuss 12,1 Mrd EUR (Dez: Überschuss 10,3 Mrd EUR)
DJG/DJN/apo
(END) Dow Jones Newswires
March 20, 2026 08:30 ET (12:30 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
