DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
IEA: Mindestens 40 Energieanlagen schwer beschädigt
Seit Beginn des Krieges am Persischen Golf sind nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in neun Ländern mindestens 40 Energieanlagen schwer beschädigt worden. IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol sagte bei einer Rede in Australien, dass die Agentur mit Regierungen darüber berate, ob weitere Notfallölreserven freigegeben werden sollten, um die Versorgung zu sichern. Birol warne, dass es einige Zeit dauern werde, bis die Versorgung aus Öl- und Erdgasfeldern, Raffinerien und Pipelines in der Region wieder das Niveau vor Beginn des Konflikts erreicht habe. Eine weitere Freigabe von Öl aus den Notreserven könne zwar dazu beitragen, die wirtschaftlichen Belastungen zu verringern, würde die Energiekrise jedoch nicht lösen. Die wichtigste Lösung sei die Wiederöffnung der Straße von Hormus.
Trump stellt Ultimatum und droht mit Angriff an Kraftwerke
US-Präsident Donald Trump hat mit der Zerstörung von Irans Kraftwerken gedroht, sollte das Land seine Blockade der Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden beenden. Irans Blockade dieser wichtigen Öltransportroute hat die Ölpreise auf über 100 Dollar pro Barrel getrieben und es dem iranischen Regime ermöglicht, trotz einer massiven Luftangriffskampagne des amerikanischen und israelischen Militärs wirtschaftlichen Schaden anzurichten. In Israel verletzten unterdessen iranische Raketenangriffe Dutzende Menschen und beschädigten Gebäude, nachdem die israelische Luftabwehr mindestens zwei Raketen nicht abfangen konnte. Einer der Angriffe zielte auf die Stadt Dimona, etwa 16 Kilometer von Israels wichtigster Atomanlage in der Negev-Wüste entfernt. Die Angriffe erfolgten, nachdem der Iran einen seiner bisher weitreichendsten Raketenstarts durchgeführt hatte. Ziel war Diego Garcia, ein gemeinsamer Militärstützpunkt der USA und Großbritanniens im Indischen Ozean.
Iran droht mit Vergeltung, falls die USA Kraftwerke angreifen
Das iranische Militär hat mit Angriffen auf Energie-, IT- und Entsalzungsanlagen gedroht als Reaktion auf die Warnung von Präsident Donald Trump, dass die USA iranische Kraftwerke angreifen würden, sofern die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden geöffnet werde. Iranische Staatsmedien zitierten einen Sprecher des gemeinsamen Kommandos des iranischen Militärs mit den Worten, dass Ziele in der gesamten Region getroffen werden könnten. Während Öl- und Gasreserven die Volkswirtschaften in der Region stützen, sind Millionen Menschen im Nahen Osten für ihre Trinkwasserversorgung auf Entsalzungsanlagen angewiesen. Der Nahe Osten verfügt über mehr als 40 Prozent der weltweiten Entsalzungskapazität. Der Iran hat bereits zuvor Entsalzungsanlagen ins Visier genommen, unter anderem durch einen Drohnenangriff, der Anfang dieses Monats eine Anlage in Bahrain beschädigte.
Golfstaaten warnen USA vor Angriff auf iranische Kraftwerke
Arabische Golfstaaten haben die US-Regierung davor gewarnt, dass Angriffe auf iranische Kraftwerke Vergeltungsmaßnahmen des Iran nach sich ziehen würden, wodurch ihre eigenen Energie- und Wasserversorgungsanlagen gefährdet würden, wie informierte Personen sagen. Zudem würde die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Vertreter mehrerer Golfstaaten seien seit Tagen verärgert darüber, dass sie trotz erheblicher Investitionen an Zeit und Geld keinen Einfluss auf die US-Regierung hätten. Mehrere Versuche arabischer Vertreter, Friedensgespräche zwischen dem Iran und den USA einzuleiten, seien gescheitert, da die Forderungen des Irans zur Beendigung des Krieges zu hoch seien. Zu den Forderungen des Irans gehören demnach Entschädigungszahlungen, Garantien, dass der Krieg nicht wieder aufgenommen wird, und die Schließung der US-Militärbasen am Golf.
Nato-Chef Rutte meldet Bündnis von 22 Ländern wegen Straße von Hormus
Nato-Staaten und weitere Länder wie Südkorea und Japan werden sich nach Aussage von Nato-Generalsekretär Mark Rutte zusammenschließen, um die Straße von Hormus wieder befahrbar zu machen, und Großbritannien führt die multinationale Initiative an. Rutte sagte am Sonntag in der CBS-Sendung "Face the Nation": "Es ist nur logisch, dass die europäischen Länder ein paar Wochen brauchten, um zusammenzufinden". Die Gruppe von 22 Ländern bestehe überwiegend aus Nato-Mitgliedern, zusätzlich zu Australien, Bahrain, Japan, Korea, Neuseeland und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Iran-Krieg dürfte weiter eskalieren - Einigung erst danach wahrscheinlich
US-Präsident Trump scheint seinen selbstgewählten Krieg ohne jede halbwegs realistische Ausstiegsstrategie und gegen den Rat seiner eigenen Militärführer begonnen zu haben, schreibt Holger Schmieding von Berenberg in einem Kommentar. Um den Krieg in naher Zukunft zu beenden, werde er wahrscheinlich eine Einigung mit dem derzeitigen iranischen Regime benötigen, meint der Chefvolkswirt. "Die Einigung könnte implizit sein: wir hören auf, aber wir werden Sie wieder hart treffen, wenn Sie im Gegenzug nicht selbst aufhören," sagt er. "Oder sie könnte explizit sein, zum Beispiel eine Lockerung der Sanktionen für den Iran im Gegenzug für ein Ende des iranischen Atom- und Raketenprogramms."
Goldman Sachs: Größter Ölschock aller Zeiten erfordert strategisches Umdenken
Der größte Ölversorgungsschock aller Zeiten werde wahrscheinlich zu einem Umdenken bei den Energierisiken führen, meint das Ölteam von Goldman Sachs. "Wir erwarten nun, dass die Politik nach der Wiedereröffnung der Straße von Hormus die strategischen Reserven wieder auf ein höheres Niveau aufbauen wird und dass die Märkte einen Sicherheitsaufschlag in die langfristigen Preise einbauen werden." Goldman Sache zufolge habe sich der Schock noch nicht vollständig auf den Westen ausgeweitet und bleibe vor allem eine lokale Krise, was zu extremen Rückgängen beim Öltransit und zu einer Verknappung in Asien führe, auf das typischerweise 95 Prozent der Hormus-Importe entfallen.
+++ Konjunkturdaten +++
Singapur Verbraucherpreise Feb +1,2% gg Vj (PROG: +1,2%)
DJG/DJN/apo
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March 23, 2026 04:00 ET (08:00 GMT)
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