DJ EZB/Lane: Neutraler Gleichgewichtszins seit 2024 leicht gestiegen
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Der neutrale Gleichgewichtszins des Euroraums ist nach Aussage von Philip Lane, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), leicht gestiegen. "Die Obergrenze der auf Zinsstrukturmodellen basierenden Schätzbandbreite ist, gerundet auf 25-Basispunkte-Schritte, von 2,25 auf 2,50 Prozent gestiegen", sagte er laut veröffentlichtem Redetext bei einer Konferenz in Frankfurt. Dieser Zins ist der, der bei ausgelasteten Ressourcen die Inflation nicht antreibt. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass die EZB ihren Leitzins etwas stärker als zuvor angenommen anheben müsste, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu bremsen und etwas weniger stark, um sie anzutreiben.
Allerdings ist der neutrale Gleichgewichtszins nicht messbar und kann nur aus anderen Variablen abgeleitet werden. Den jüngsten Anstieg führt Lane auf höhere langfristige Marktzinsen zurück, die auch durch Erwartungen einer expansiven Fiskalpolitik und eine geringere Präsenz der EZB am Anleihemarkt beeinflusst worden seien. "Im Gegensatz dazu blieb das untere Ende der Bandbreite, gerundet auf 25-Basispunkte-Schritte, stabil bei 1,75 Prozent", sagte der EZB-Chefvolkswirt.
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March 23, 2026 12:47 ET (16:47 GMT)
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