DJ MÄRKTE ASIEN/Börsen mit Gegenbewegung nach Ausverkauf
DOW JONES--Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Iran-Krieg hat die Aktienmärkte in Ostasien und Australien am Dienstag einen Teil ihrer teils heftigen Verlusten vom Wochenbeginn wettmachen lassen. Allerdings sind die Signale nicht eindeutig. So hatte am Vortag US-Präsident Donald Trump das Ultimatum gegen den Iran um fünf Tage verlängert und sprach von Gesprächen mit einem iranischen Spitzenvertreter. Gleichwohl nannte er den Namen des iranischen Vertreters nicht. Das iranische Außenministerium dementierte zudem die Gespräche laut dem staatlichen Sender IRIB.
Der Iran hatte auf das Ultimatum mit der Drohung reagiert, alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der Golfregion anzugreifen, was an den Börsen in Asien zu einem Ausverkauf geführt hatte. Die Erholung fiel nun aufgrund der gegenteiligen Signale recht zurückhaltend aus. Mit das deutlichste Plus verzeichnet der Kospi in Seoul, für den es um 2,7 Prozent nach oben ging. Er hatte zu Wochenbeginn mit einem Absturz um 6,5 Prozent auch das stärkste Minus verzeichnet.
In Tokio legte der Nikkei-225-Index um 1,4 Prozent zu. An den chinesischen Börsen stieg der Shanghai-Composite um 1,8 Prozent und der Hang-Seng-Index gewann 2,8 Prozent. In Australien schloss der S&P/ASX 200 mit einem Plus von 0,2 Prozent.
Die Ölpreise holten einen Teil des kräftigen Rückgangs vom Vortag wieder auf. Der Preis für 1 Barrel der Nordseesorte Brent war nach den Trump-Aussagen zwischenzeitlich unter die Marke von 100 US-Dollar gefallen. Aktuell notiert er wieder knapp über dieser Marke. Zu Wochenbeginn hatte er im asiatischen Handel noch bei rund 114 Dollar gelegen. Die Ölpreise dürften kurzfristig über 100 Dollar bleiben, was den Kriegsaufschlag und die Angebotsausfälle widerspiegele, so ANZ Research. Obwohl die Preise in den kommenden Quartalen fallen dürften, falls der Konflikt im März endet, geht ANZ nicht davon aus, dass der Ölpreis in die frühere Spanne von 60 bis 70 Dollar pro Barrel zurückkehren wird. ANZ erwartet, dass die Ölpreise im Jahr 2026 im Durchschnitt über 90 Dollar pro Barrel liegen werden.
Die Verbraucherpreise in Japan sind im Februar um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen und damit unter der Prognose einer Zunahme um 1,7 Prozent geblieben. Die Verbraucherinflation hat sich stärker als erwartet abgeschwächt, aber dies dürfte nicht von Dauer sein, meinte Stefan Angrick von Moody's Analytics. Staatliche Unterstützung sei ein Schlüsselfaktor für die Daten gewesen und habe die Energiepreise gedämpft. Auch in den meisten anderen Kategorien habe sich die Inflation verlangsamt, was darauf hindeute, dass der Kostendruck nachgelassen habe. Der Nahost-Konflikt stelle jedoch ein erhebliches Risiko dar. Stark steigende Öl- und Gaspreise könnten ab März zu einem Anstieg der Energiekosten führen, und eine neuerliche Abwertung des Yen sei ein zusätzliches Problem. Die Unsicherheit werde die Bank of Japan vorerst in der Warteschleife halten, ebenso wie die Entwicklung der Löhne, so Angrick.
(Die sonst an dieser Stelle stehende Tabelle mit Indizes, Rohstoffen, Devisen entfällt wegen technischer Probleme).
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/cln/kla
(END) Dow Jones Newswires
March 24, 2026 04:36 ET (08:36 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
