
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Angesichts der Lebenshaltungskostenkrise in den USA stehen Konsumgüteraktien unter Druck. Zumindest für Buffetts Lieblingswert kann sich ein Analyst jetzt erwärmen.
Buffetts Investment-Strategie bleibt auch ohne ihn aktuell
Zwar ist Investmentlegende Warren Buffett seit diesem Jahr nicht mehr Vorstandsvorsitzender der von ihm gegründeten Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway. Sein Value-orientierter Investmentansatz prägt das Unternehmen jedoch weiterhin.
Zum Wochenauftakt haben der Konzern und sein neuer CEO bekannt gegeben, sich mit Tokio Marine Holdings bei einem weiteren japanischen Unternehmen zu engagieren. Auf diesen Markt hatte Buffett in seinen letzten Jahren verstärkt gesetzt.
Langfristig am stärksten in Verbindung gebracht wird Buffett jedoch mit der Aktie von Coca-Cola, die zu den ältesten und erfolgreichsten Beteiligungen von Berkshire Hathaway gehört. Rund 400 Millionen Anteile des Brauseherstellers hält die Holding-Gesellschaft nach fast 40 Jahren seit dem ersten Kauf.
Von Coca-Cola bislang kein Stück hergegeben
Im Unterschied zu Positionen wie American Express, Apple oder der Bank of America trennte sich Buffett in den vergangenen Jahren von keiner einzigen der Aktien. Er weiß vor allem die Zuverlässigkeit des Unternehmens als Dividendenzahler zu schätzen.
Dank einer Wachstumsserie von 63 Jahren erhalten Anlegerinnen und Anleger inzwischen eine kumulierte Ausschüttung von 2,12 US-Dollar im Jahr. Das spült Berkshire Hathaway mehr als 800 Millionen US-Dollar in die ohnehin vollen Kassen.

Verluste auch für die Aktie des Brauseherstellers
Trotz des defensiven Charakters des Dividendenkönigs ist auch die Coca-Cola-Aktie in den vergangenen Wochen vom Abverkauf am Gesamtmarkt betroffen gewesen. Einerseits wird das Sentiment durch die anhaltende Lebenshaltungskostenkrise in den USA getrübt, die sich nach den explodierenden Preisen für Öl und Gas weiter verschärfen könnte,
Andererseits bedeuteten zuletzt auch die stark gestiegenen Anleiherenditen Gegenwind für die Anteile, deren Dividende nun mit den höheren Kupons von Schuldscheinen konkurriert. Gegenüber ihrem Allzeithoch hat die Aktie zeitweise fast 10 Prozent an Wert verloren. Das ist für das sonst schwankungsarme Papier ein beträchtlicher Wert.
Deshalb rät Morgan Stanley jetzt zum Kauf von Coca-Cola
Dara Mohsenian, Analyst bei der US-Investmentbank Morgan Stanley, sieht in der jüngsten Korrektur eine Einstiegschance für Anlegerinnen und Anleger. Der laut des Vergleichsportals für Wall-Street-Expertinnen und -Experten TipRanks als überaus zuverlässig geltende Analyst hat seine Kaufempfehlung für Coca-Cola mit einem Kursziel von 87,00 US-Dollar bekräftigt. Das impliziert eine Upside von 15,8 Prozent.
Er sieht im Brausehersteller innerhalb der Konsumgüterbranche einen Top Pick und verweist darauf, dass Coca-Cola besser als seine Mitbewerber aufgestellt sei, die wirtschaftlichen Unsicherheiten, welche durch den Iran-Krieg entstanden sind, zu bewältigen.
Ihm gefallen die finanzielle Sichtbarkeit für das Geschäftsjahr 2026 (mit der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land), die hohe Abhängigkeit vom Nordamerika-Geschäft (mit 40 Prozent der Unternehmenserlöse) sowie "relativ niedrigen Kosten", was für zusätzliche Preissetzungsmacht sorge. Er hält daher ein organisches Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent für möglich.
Mit seiner Empfehlung für die Aktie ist Mohsenian in guter Gesellschaft. Bei insgesamt 29 Einschätzungen ist Coca-Cola 19 Mal zum Kaufen oder Übergewichten empfohlen, während 5 neutrale Bewertungen vorliegen. Verkaufsempfehlungen gibt es aktuell keine. Im Mittel wird ein fairer Wert von 83,49 US-Dollar genannt, was etwas über dem Allzeithoch von 82 US-Dollar liegt und eine Upside von 11,2 Prozent impliziert.

Einstiegschance? Aktie an wichtiger Unterstützung angelangt
Aus technischer Perspektive könnte Mohsenian für seine Empfehlung einen aussichtsreichen Zeitpunkt erwischt haben. Zwar ist Coca-Cola zuletzt unter die 50-Tage-Linie gefallen, was ein Verkaufssignal darstellt, allerdings zeichnet sich im Bereich der Unterstützung bei 74 US-Dollar eine Bodenbildung ab.
Diese wird unterstützt durch einen überverkauften Relative-Stärke-Index (RSI), dessen Aufwärtstrend die Anstiegsbewegung der Aktie in den vergangenen Monaten begleitet und ihr damit Nachhaltigkeit verliehen hat. Der Trendstärkeindikator MACD ist zwar kurzfristig unter die Nulllinie gefallen, was einen aktiven Abwärtstrend anzeigt. Aufgrund des geringen Abstands könnte es aber jederzeit zu einem Vorzeichenwechsel und damit einem neuen Aufwärtstrendsignal kommen.
Im Unterschied zu vielen Einzelaktien oder auch großen Indizes ist die charttechnische Ausgangslage der Coca-Cola-Aktie weitaus weniger angeschlagen, was sie zu einem aussichtsreichen Rebound-Kandidaten macht.

Fazit: Kein Schnäppchen, aber ein fair bewertetes Defensiv-Investment
Aus fundamentaler Perspektive hat die jüngste Korrektur der Aktie gut getan. Deren Bewertung war zeitweise über das Ziel hinausgeschossen. Inzwischen steht mit einem KGVe 2026 von 23,2 ein dem 5-Jahres-Mittel von 23,8 entsprechendes Gewinnvielfaches zu Buche. Auch mit Blick auf viele andere Kennzahlen ist die Unternehmensbewertung zwar nicht als günstig, insgesamt aber als fair zu bewerten, was für Aufwärtschancen spricht.
Anlegerinnen und Anleger, die auf der Suche nach einem ausschüttungsstarken und gleichzeitig defensiven Basiswert zur Risikodiversifizierung sind, können der Kaufempfehlung von Morgan Stanley und Analyst Dara Mohsenian daher folgen und zugreifen. Preissensitive Investoren warten jedoch ab, ob sich in den kommenden Wochen nicht noch eine günstigere Einstiegschance ergibt.
Gastautor: Max Gross
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