DJ MÄRKTE USA/Wacklig seitwärts - Softwareaktien mit KI-Sorgen sehr schwach
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Nach der von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Hoffnungsrally zeigen sich die Indizes an der Wall Street am Dienstagmittag in New York mit einer wackligen Seitwärtstendenz. Schon am Vortag hatten die Kurse deutlich unter den Tageshochs geschlossen, nachdem US-Präsident Trump zunächst Hoffnung auf ein absehbares Kriegsende im Nahen Ostern verbreitet hatte, indem er von Gesprächen mit Iran sprach, worauf aber prompt aus Teheran ein Dementi folgte.
Trump hatte dazu einen Rückzieher in Form einer Verlängerung seines Ultimatums an den Iran gemacht, die Straße von Hormus freizugeben. Derweil wurden inzwischen aber wieder Orte in Israel von iranischen Raketen angegriffen. Auch Kuwait, Bahrain und Saudi-Arabien berichten von neuen Angriffen. Nach einer leichteren Tendenz im frühen Handel bewegen sich die Indizes inzwischen um die Schlusskurse vom Vortag. Der eng gefasste Dow-Jones-Index gewinnt 0,1 Prozent auf 46.241 Punkte, der breite S&P-500 kommt um 0,1 Prozent zurück, die technologielastigen Nasdaq-Indizes geben dagegen um bis zu 0,6 Prozent nach, belastet von sehr schwach im Markt liegenden Softwareaktien.
Bremsend wirken die wieder anziehenden Ölpreise. Brent-Öl verteuert sich um 3 Prozent auf 102,94 Dollar. Laut einem Bericht sollen Verbündeten der USA am Persischen Golf kurz davor stehen, sich dem Kampf gegen den Iran anzuschließen. Die Renditen der US-Staatsanleihen machen den Rückgang vom Vortag wieder wett. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen legt um 3 Basispunkte auf 4,37 Prozent zu, weil die höheren Ölpreise und Störungen in den Lieferketten die Inflationserwartungen wieder anheizen, was tendenziell für steigende Zinsen durch die Notenbanken spricht.
In die gleiche Kerbe schlägt die höher als erwartet ausgefallene Revision des Anstiegs der Lohnstückkosten im vierten Quartal. Er betrug 4,8 Prozent, wohingegen Ökonomen nur mit 4,0 Prozent gerechnet hatten. Von den S&P-Einkaufsmanagerindizes für Industrie und Dienstleistungen im März kommen kaum Impulse, sie sind uneinheitlich ausgefallen. Der Index für die Industrie übertraf die Erwartungen, der Index für die Dienstleistungen verfehlte sie. Beide Indizes liegen weiter im Wachstum anzeigenden Bereich.
Der Dollar steigt mit den US-Renditen und dem schwindenden Optimismus über eine Entspannung des Nahostkonflikts. Die diffuse Nachrichtenlage zu einer US-iranischen Annäherung lassen Anleger den Greenback wieder als Fluchthafen ansteuern. Der Euro fällt auf 1,1577 Dollar zurück.
Am Aktienmarkt geht es für Apollo Global Management um 1,3 Prozent nach unten. Laut einer behördlichen Meldung des Unternehmens wurde die Rücknahme von Anlegergeldern beim festgelegten Limit von 5 Prozent gedeckelt, nachdem Rücknahmen in Höhe von insgesamt 11,2 Prozent beantragt worden waren. Im Handel wird darauf verwiesen, dass Apollo im Softwarebereich engagiert sei. Dort seien die Kurse zuletzt unter Druck geraten wegen Bedenken, dass Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz für Disruptionen der Geschäfte von Softwareunternehmen sorgen könnten. Verschärft werden diese Sorgen durch einen Bericht, wonach Amazon neue KI-Anwendungen entwickeln soll.
Softwareaktien wie Datadog, Servicenow, Intuit, Workday oder Salesforce stehen stark unter Druck mit Einbußen von 5 bis 6 Prozent. Die Aktie des technologieorientierten Beratungsunternehmen Gartner sackt um 5,8 Prozent ab. Amazon liegen 1,1 Prozent im Minus.
Jefferies Financial Group verbessern sich um 3,0 Prozent. Die japanische Bank Sumitomo Mitsui Financial Group arbeitet an einer möglichen Übernahme der Investment Bank, wie die Financial Times berichtet. Home Depot verlieren 0,5 Prozent mit der Nachricht des Zukaufs eines Großhändlers für Geräte, Ersatzteile und Zubehör aus den Bereichen Heizung, Lüftung und Klimatechnik (HLK). Gilead Sciences tendieren behauptet. Das Unternehmen übernimmt das privat gehaltene Biotechnologie-Unternehmen Ouro Medicines.
United Airlines will die Kapazitäten vor allem im Premiumsegment erhöhen. In diesem Zusammenhang kündigte die US-Fluglinie an, ihrer Flotte in den kommenden zwei Jahren 250 Flugzeuge hinzuzufügen. Der Kurs gibt leicht nach.
Tesla gewinnen nach dem Vortagesplus weitere 0,3 Prozent. Der Elektroautobauer hat erstmals seit über einem Jahr im Februar den Absatz in Europa auf Monatssicht wieder steigern konnte. Zuletzt galt bei Tesla allerdings auch den Bestrebungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, wie Robo-Taxis und Roboter, mehr Marktinteresse. Smithfield Foods machen nach guten Quartalszahlen des Fleischverarbeiters einen Satz um 4,7 Prozent.
Estee Lauder stehen erneut stark unter Druck mit einem Minus von 9,3 Prozent. Berichte über Fusionsgespräche des Kosmetikkonzerns mit der spanischen Puig hatten die Aktie am Vortag bereits stark gedrückt.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 46.240,94 +0,1 +32,47 46.208,47 S&P-500 6.573,09 -0,1 -7,91 6.581,00 NASDAQ Comp 21.822,31 -0,6 -124,45 21.946,76 NASDAQ 100 24.073,80 -0,5 -114,79 24.188,59 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,91 +0,07 3,93 3,84 5 Jahre 4,02 +0,07 4,05 3,95 10 Jahre 4,39 +0,05 4,42 4,33 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:28 EUR/USD 1,1578 -0,3 -0,0034 1,1612 1,1561 EUR/JPY 184,02 +0,0 0,0500 183,97 184,0300 EUR/CHF 0,916 +0,3 0,0029 0,9131 0,9107 EUR/GBP 0,8653 +0,1 0,0010 0,8643 0,8675 USD/JPY 158,93 +0,3 0,5000 158,43 159,1800 GBP/USD 1,3378 -0,4 -0,0050 1,3428 1,3323 USD/CNY 6,8918 +0,2 0,0111 6,8807 6,8857 USD/CNH 6,8965 +0,2 0,0131 6,8834 6,9020 AUS/USD 0,6961 -0,7 -0,0047 0,7008 0,7043 Bitcoin/USD 69.819,23 -1,5 -1.080,87 70.900,10 70.005,90 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,42 +4,9 4,29 88,13 Brent/ICE 103,43 +3,5 3,49 99,94 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.406,79 +0,0 1,02 4.405,77 Silber 69,44 +0,4 0,31 69,13 Platin 1.888,90 +0,4 7,40 1.881,50 ===
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