KAIRO (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg hat in Ägypten Folgen für die Betreiber von Cafés, Restaurants und Geschäften. Ab kommenden Samstag müssen diese wie auch Einkaufszentren im ganzen Land um 21.00 Uhr schließen und damit teils mehrere Stunden früher als gewöhnlich. In zentralen Gegenden von Kairo und in beliebten Urlauberorten schließen viele Geschäfte, Bars und Restaurants erst gegen 1.00 oder 2.00 Uhr nachts. Auch die Beleuchtung an Straßen und Werbetafeln soll nun reduziert werden.
Grund sind die steigenden Energiepreise im Zuge des Iran-Kriegs. Diesen möchte die Regierung in Kairo mit einem verringerten Stromverbrauch entgegenwirken. Ägypten erzeugt mehr als 80 Prozent seines Stroms mit Erdgas, das vielfach importiert wird. Der wichtigste Gaslieferant Israel hatte die Exporte nach Ägypten beim Kriegsbeginn vor mehr als drei Wochen bereits gestoppt.
Nicht alle Urlauber einverstanden
Ziel sei, die benötigte Menge an Strom und Treibstoff besser einzuteilen, sagte Ministerpräsident Mustafa Madbuli vor einigen Tagen. Die Maßnahme soll zunächst einen Monat dauern und je nach Kriegsverlauf möglicherweise verlängert werden. Ausnahmen der Regelung gelten nur am Donnerstag- und Freitagabend und damit am ägyptischen Wochenende, wo Öffnungen bis 22.00 Uhr erlaubt sind. Die Arbeitswoche in Ägypten beginnt regulär am Sonntag.
Die Entscheidung sorgt auch unter Ägypten-Urlaubern für Diskussionen. Denn auch in beliebten Badeorten wie Hurghada und Scharm el Scheich müssen sich die Menschen ab Samstagabend auf kürzere Öffnungszeiten einstellen. "Sollte das eventuell so bleiben, kann ich auch zu Hause bleiben", schreibt eine Nutzerin in einer Facebook-Gruppe für deutsche Urlauber in Hurghada. "Dem Tourismus wird mehr als geschadet", schreibt eine andere./jot/DP/zb
