DJ Dänemarks Sozialdemokraten trotz historischer Verluste stärkste Kraft
Von Sune Engel Rasmussen
DOW JONES--Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat ihre Partei am Dienstag zu ihrem schlechtesten Wahlergebnis seit mehr als 120 Jahren geführt. Auf Frederiksen kommen nun schwierige Verhandlungen zu, um sich eine dritte Amtszeit zu sichern.
Die Sozialdemokraten erhielten rund 22 Prozent der Stimmen. Dies ist ein Rückgang gegenüber 27,5 Prozent im Jahr 2022 und ihr schlechtestes Ergebnis seit 1903. Die Partei ist weiterhin die größte Dänemarks. Frederiksen könnte die Macht behalten, verfehlt jedoch die Möglichkeit, eine Mitte-links-Koalition zu bilden.
Frederiksen wurde 2019 im Alter von 41 Jahren die jüngste Ministerpräsidentin Dänemarks aller Zeiten. Sie warb im Wahlkampf mit ihrer Fähigkeit, Trump die Stirn zu bieten und in einer turbulenten Welt eine stabile Führung zu gewährleisten. Sie trat auch mit Vorschlägen an, eine Vermögenssteuer einzuführen, die Sozialleistungen für Rentner zu verbessern und mehr wegen Gewaltverbrechen verurteilte Migranten abzuschieben.
Sie könnte sich durch eine Mehrheitskoalition sichern und an der Macht bleiben. Mit dieser Wahl werden die 179 Sitze im dänischen Parlament auf 12 politische Parteien verteilt. Wahrscheinlicher Königsmacher dürfte der Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen werden. Seine zentristische Partei hält nun entscheidende Sitze. Diese verhindern, dass entweder das Mitte-links- oder das Mitte-rechts-Lager eine absolute Mehrheitskoalition bilden kann. Rasmussen war Außenminister in der scheidenden Regierung, einer Koalition aus drei Parteien der politischen Mitte.
Die Wähler bewegten sich stärker auf die politischen Ränder zu. Die linke Sozialistische Volkspartei legte stark zu und wurde mit fast 12 Prozent der Stimmen zur zweitgrößten Kraft im Land. Die rechte Dänische Volkspartei, die im Wahlkampf für die Einschränkung der Migration warb, erhöhte ihre Parlamentssitze von fünf auf 16.
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