DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
TAGESTHEMA
Die USA haben dem Iran laut Regierungsvertretern einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt. Dieser konzentriert sich demnach weitgehend auf frühere Forderungen der Trump-Regierung an Teheran. Das über Vermittler zugestellte Dokument fordert den Iran den Regierungsvertretern zufolge dazu auf, seine drei wichtigsten Atomanlagen abzubauen, jegliche Anreicherung auf iranischem Boden zu beenden, die Arbeit an ballistischen Raketen einzustellen, die Unterstützung für Stellvertretergruppen einzuschränken und die Straße von Hormus vollständig wieder zu öffnen. Im Gegenzug würden die im Zusammenhang mit dem Atomprogramm stehenden Sanktionen gegen den Iran aufgehoben, und die USA würden das zivile Atomprogramm des Landes unterstützen - während sie es gleichzeitig überwachen. Der Plan spiegelt im Großen und Ganzen den US-Vorschlag wider, der mit dem Iran vor Beginn des Krieges am 28. Februar diskutiert wurde, als US-Präsident Donald Trump Teheran vorwarf, nicht in gutem Glauben zu verhandeln. Irans neue Führung erklärt, sie habe nun höhere Forderungen an Washington, wie etwa Reparationen für die wochenlangen Angriffe.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
07:00 DE/Hornbach Holding AG & Co KGaA, Zwischenbericht GJ 2025/26
07:30 DE/Jenoptik AG, ausführliches Jahresergebnis (11:00 Telefonkonferenz)
09:00 DE/EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Jahresergebnis und Strategie Update (10:30 BI-PK; 14:00 Analystenkonferenz)
Im Laufe des Tages
- DE/Commerzbank AG, Geschäftsbericht
- DE/Fresenius SE & Co KGaA, Geschäftsbericht
- DE/LBBW Landesbank Baden-Württemberg, Jahrespressekonferenz
AUSBLICK KONJUNKTUR
- GB
08:00 Erzeugerpreise Februar
Output-Basis
PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+2,6% gg Vj
zuvor: +0,1% gg Vm/+2,6% gg Vj
Verbraucherpreise Februar
PROGNOSE: +0,4% gg Vm/+3,0% gg Vj
zuvor: -0,5% gg Vm/+3,0% gg Vj
Kern
PROGNOSE: +0,5% gg Vm/+3,2% gg Vj
zuvor: -0,6% gg Vm/+3,1% gg Vj
- DE
10:00 Ifo-Geschäftsklimaindex März
PROGNOSE: 85,5
zuvor: 88,6
Lagebeurteilung
PROGNOSE: 85,7
zuvor: 86,7
Geschäftserwartungen
PROGNOSE: 86,3
zuvor: 90,5
- US
13:30 Import- und Exportpreise Februar
Importpreise
PROGNOSE: +0,6% gg Vm
zuvor: +0,2% gg Vm
Leistungsbilanz 4Q
PROGNOSE: -207,0 Mrd USD
3. Quartal: -226,4 Mrd USD
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell
DAX Futures 23.045,00 +0,9
E-Mini-Future S&P-500 6.641,00 +0,5
E-Mini-Future Nasdaq-100 24.344,75 +0,5
Topix (Tokio) 3.650,34 +2,6
Hang-Seng (Hongk.) 25.175,01 +0,4
Shanghai-Comp. 3.921,04 +1,0
Dienstag:
zuletzt +/- %
DAX 22.636,91 -0,1
DAX-Future 22.772,00 -0,2
XDAX 22.571,22 -0,3
MDAX 28.125,11 -0,4
TecDAX 3.416,31 -0,6
SDAX 16.517,29 +0,3
Euro-Stoxx-50 5.581,29 +0,1
Stoxx-50 4.842,01 +0,5
Dow-Jones 46.124,06 -0,2
S&P-500 6.556,37 -0,4
Nasdaq Composite 21.761,89 -0,8
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Europas Börsen dürften mit kräftigen Aufschlägen in den Handel am Mittwoch starten. Die USA haben dem Iran laut Regierungsvertretern einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt. Dieser konzentriert sich weitgehend auf frühere Forderungen der Trump-Regierung an Teheran. Ob der Forderungskatalog in dieser Form von der iranischen Führung akzeptiert wird, darf bezweifelt werden. Er macht allerdings deutlich, dass hinter den Kulissen intensiv an einer diplomatischen Lösung des Konflikts gearbeitet wird. Der Preis von Brent gibt deutlich nach und notiert am Morgen bei 100 Dollar das Fass für Brent und damit klar unter den seit Ausbruch des Kriegs erreichten Höchstständen von knapp 120 Dollar. An den Anleihemärkten geben die Renditen nach, ein weiteres Entspannungssignal. Neben den Ereignissen im Nahen Osten steht die Bekanntgabe des Ifo-Geschäftsklimaindex im Blick. Für den Sammelindex wird für März mit einem deutlichen Rückgang auf 85,5 von 88,6 Punkten gerechnet. Ursächlich hierfür dürfte vor allem die Erwartungskomponente sein. Die am Vortag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone haben bereits deutlich gemacht, dass der Irankrieg erste Schleifspuren hinterlässt.
Rückblick: Kaum verändert - Die Erholungsgewinne vom Wochenstart konnten gehalten werden, obwohl die Ölpreise wieder deutlich anzogen. Dazu trugen auch Dementis aus dem Iran zu angeblichen Gesprächen zwischen den Kriegsparteien Iran und USA bei. Positiv sei aber, dass der US-Präsident angesichts des jüngsten Deeskalationsversuchs offenbar weiter an einem 'Deal' interessiert sei, hieß es. Laut US-Präsident Trump soll sich nun Pakistan als Vermittler angeboten haben. Konjunkturdaten setzten kaum Akzente. "Der Irankrieg hinterlässt offenbar erste Spuren", kommentierten gleichwohl die Ökomomen der Commerzbank den gesunkenen Sammel-Einkaufsmanagerindex im Euroraum. In Madrid haussierten Puig Brands um 13 Prozent, nachdem Estee Lauder Übernahmegespräche mit Puig bestätigt hatte. In Paris legten L'Oreal um 1,0 Prozent zu, die Aktie des Nivea-Herstellers Beiersdorf verteuerte sich um 1,5 Prozent. Softwareaktien lagen schwach im Markt. Marktteilnehmer verwiesen darauf, dass das KI-Unternehmen Anthropic neue Anwendungen ankündigte und auch Amazon Berichten zufolge an neuen KI-Werkzeugen arbeite. Schon seit einiger Zeit werden KI-Anwendungen als Gefahr für Geschäftsmodelle von Softwareunternehmen gesehen. In Paris verbilligten sich Dassault Systemes um 2,4 Prozent, in London Sage Group um 1,7 Prozent. Im DAX sackten SAP um 4,1 Prozent ab, auch gedrückt von einer Abstufung durch JP Morgan. Im TecDAX verloren Atoss Software über 5 und Nemetschek 4,2 Prozent.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Knapp behauptet - Brenntag rückten nach einer Hochstufung auf "Buy" durch die Deutsche Bank um 7,6 Prozent vor und waren im DAX vorn. BASF kletterten um 4,2 Prozent, ebenfalls nach einer Hochstufung durch die Deutsche Bank. Die Analysten betonten dessen ungeachtet die erheblichen Unsicherheiten hinsichtlich der Dauer und Entwicklung des Nahost-Krieges in Bezug auf den europäischen Chemiesektor. Wacker Chemie stiegen um 5,2 Prozent. Hier lautet die Einstufung der Analysten nun "Hold" statt "Sell". Continental verloren 0,4 Prozent. Zwar erwägen mehrere Beteiligungsgesellschaften laut einem Bericht Gebote für die Industriesparte. Das sei aber schon seit längerem bekannt, hieß es. Für Bayer ging es nach einer Aktienplatzierung um 1,9 Prozent nach unten. Ionos zogen mit einem Aktienrückkaufprogramm um 2,4 Prozent an.
XETRA-NACHBÖRSE
Auffälligkeiten bei Einzelwerten waren nicht zu beobachten. In der Breite ging es - gemessen am XDAX - um 0,3 Prozent nach unten, im Sog von im späten US-Aktienhandel leicht nachgebenden US-Indizes.
USA - AKTIEN
Leichter - Nach der von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Hoffnungsrally gaben die Indizes einen Teil der Gewinne wieder ab. Schon am Vortag hatten die Kurse deutlich unter den Tageshochs geschlossen, nachdem US-Präsident Trump zunächst Hoffnung auf ein absehbares Kriegsende im Nahen Osten verbreitet hatte, indem er von Gesprächen mit Iran sprach, worauf aber aus Teheran ein Dementi folgte. An dieser diffusen Nachrichtenlage änderte sich am Dienstag wenig. Bremsend wirkten die wieder anziehenden Ölpreise vor dem Hintergrund fortgesetzter gegenseitiger Angriffe Israels und des Iran und auch die wieder steigenden Marktzinsen. Softwareaktien standen unter Verkaufsdruck. Nachdem deren Kurse bereits seit geraumer Zeit immer wieder von Bedenken gedrückt werden, dass Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz für Disruptionen der Geschäfte von Softwareunternehmen sorgen könnten, kam am Berichtstag verschärfend hinzu, dass das KI-Unternehmen Anthropic neue Anwendungen ankündigte und dass auch Amazon an neuen KI-Werkzeugen arbeiten soll. Salesforce, Datadog, Servicenow, Intuit oder Workday büßten darauf bis zu 6,7 Prozent ein. Die Aktie des technologieorientierten Beratungsunternehmen Gartner sackte um 6,9 Prozent ab. Amazon schlossen 1,4 Prozent im Minus. Jefferies Financial Group verbesserten sich um 2,5 Prozent. Die japanische Bank Sumitomo Mitsui Financial Group arbeitet an einer möglichen Übernahme der Investment Bank, wie die Financial Times berichtet. Estee Lauder verloren erneut stark mit einem Minus von 9,8 Prozent. Berichte über Fusionsgespräche des Kosmetikkonzerns mit der spanischen Puig hatten die Aktie am Vortag bereits stark gedrückt.
US-ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 3,93 +0,10 3,97 3,84 5 Jahre 4,03 +0,08 4,07 3,95 10 Jahre 4,39 +0,06 4,43 4,33
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
March 25, 2026 02:31 ET (06:31 GMT)
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