BERLIN (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul hat Teheran aufgefordert, sich auf Verhandlungen mit den USA über ein Ende des Iran-Kriegs einzulassen. Es sei begrüßenswert, dass US-Präsident Donald Trump sein Ultimatum gegenüber der iranischen Führung zunächst um einige Tage aufgeschoben habe und nun Verhandlungen anstrebe, sagte der CDU-Politiker in Berlin bei einem Treffen mit seinem tunesischen Kollegen Mohamed Ali Nafti. "Irans Regime ist gut beraten, jetzt darauf einzugehen."
Irans Militärführung hatte Berichte über Verhandlungen für ein Ende des Kriegs indes zurückgewiesen und scharf gegen die US-Regierung ausgeteilt.
Wadephul fügte hinzu: "Wenn es also ein Fenster für Diplomatie gibt, sollten wir Gesprächen unbedingt eine Chance geben." Deutschland stehe bereit, einen Beitrag zu leisten. Wie genau dieser aussehen könnte, sagte der Minister nicht. Bei einer Krisenreise in die Golf-Region hatte er kürzlich Vermittlungshilfe angeboten. "Ich möchte das aber auf das Engste abstimmen mit unseren amerikanischen Partnern", sagte er nun.
Wadephul: Bei Gesprächen zum Iran Sorgfalt vor Geschwindigkeit
Dazu habe er sich vor dem Außenminister-Treffen sieben wirtschaftsstarker Demokratien (G7) mit seinem US-Kollegen Marco Rubio verabredet. Das zweitägige Treffen in Frankreich beginnt am Donnerstag, Rubio wird am Freitag erwartet. . Zudem stehe er in ständigem Kontakt mit dem israelischen Außenminister Gideon Saar, sagte Wadephul.
Der G7-Runde gehören neben Deutschland auch Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und Großbritannien an. Frankreich hat in diesem Jahr den Vorsitz.
Wadephul sagte, bei den jetzt offensichtlich in Pakistan stattfindenden Gesprächen gehe Sorgfalt vor Geschwindigkeit. "Auch wenn jeder natürlich sich wünschte, dass morgen oder heute schon alle Kämpfe aufhören, müssen wir trotzdem in dieser Situation sehr abgestimmt vorgehen, sehr vorsichtig vorgehen." Das G7-Treffen werde einen guten Eindruck davon geben können, "wo wir stehen und welche Möglichkeiten es gibt"./bk/DP/jha
