FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Mittwoch gestiegen. Gesunkene Ölpreise stützten die Kurse. Der richtungweisende Euro-Bund-Future legte um 0,30 Prozent auf 126,03 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 2,95 Prozent.
Im Iran-Krieg laufen Bemühungen zu einer Beendigung des Konflikts auf dem Verhandlungsweg. Die USA und der Iran stehen pakistanischen Sicherheitskreisen zufolge über ein mögliches Kriegsende in Kontakt. In dieser Woche seien zwischen beiden Konfliktparteien bereits zweimal Vorschläge übermittelt worden, hieß es. Auch Ägypten sei in Bemühungen involviert, den Krieg zu beenden. Teheran dementiert allerdings jegliche Art von Verhandlungen mit den USA vehement. Die Ölpreise gerieten dennoch unter Druck. Dies dämpfte die Inflationserwartungen etwas.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte unterdessen die Bereitschaft der Notenbank zum Handeln, sollten steigende Energiepreise infolge des Iran-Kriegs die Inflation stark nach oben treiben. Der Rat der EZB sei bereit, die Geldpolitik "bei Bedarf auf jeder Sitzung anzupassen", sagte Lagarde. Es gebe "Gründe zur Wachsamkeit". "Unser Bekenntnis zu einer Inflationsrate von 2 Prozent auf mittlere Sicht ist bedingungslos", sagte sie. Die Aussagen belasteten die Anleihen aber nicht.
Der Iran-Krieg schlägt auf die Konjunktur in Deutschland durch. Im März hat sich die Stimmung in den Unternehmen wegen des Iran-Kriegs deutlich verschlechtert. Allerdings war ein Rückgang in diesem Umfang erwartet worden. "Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
"Die zarten Konjunkturhoffnungen der deutschen Wirtschaft verpuffen aufgrund der Krise im Nahen Osten immer mehr", kommentierte Christoph Swonke, Analyst bei der DZ Bank. "Je länger der Krieg dauert, desto schwerwiegender dürften die Auswirkungen auf die deutsche und die globale Wirtschaft werden." Schließlich sei die Straße von Hormus für mehr als nur Öl und Gas von Bedeutung./jsl/jha/
